Eigentümer und Geschäftsführer Ferdinand Maier auch für 2004 optimistisch
Neumarkt/Salzburg (wnd) - Im Juli 2003 wurde die auf Infrarot-Technologie spezialisierte ruwido austria
GmbH aus Neumarkt am Wallersee im Zuge eines Management-Buy-Outs (MBO) von Ferdinand Maier übernommen. Nach
rund einem halben Jahr zieht der neue Eigentümer im Gespräch mit dem Salzburger Wirtschaftsnachrichtendienst
ein erstes positives Resumee. "Durch die neue Unabhängigkeit gewann das Unternehmen ein hohes Maß
an Flexibilität und Reaktionsfähigkeit. Es ist nun möglich, eine eigene Unternehmenskultur zu entwickeln,
die nicht mehr fremd bestimmt ist." Bis zur Übernahme durch ihren langjährigen Geschäftsführer
war die Firma in einen US-Konzern eingebunden.
Als Beispiel für eine wichtige Veränderung auf operativer Ebene nennt Maier das Rechnungswesen. Dieses
war vorher auf das komplizierte amerikanische Recht ausgerichtet, was einen außerordentlich hohen Aufwand
bedeutete. "Die Umstellung auf das österreichische Handelsrecht brachte hier große Vorteile. Interne
Prozesse können jetzt viel effizienter gestaltet werden“, erklärt Maier.
Alle Mitarbeiter im Haus wurden von der neuen Eigentümerstruktur völlig überrascht, stellten sich
aber rasch auf die neue Situation ein. Auch die Reaktionen der Kunden und Lieferanten waren laut Maier durchwegs
positiv: "ruwido ist als Unternehmen berechenbarer geworden, da alle Entscheidungen jetzt ausnahmslos von
der Zentrale in Österreich getroffen werden."
Umsatz 2003 stabil, aber Euro-Höhenflug bereitet Probleme
Entgegen dem negativen Trend in der Consumer-Electronics-Branche kann ruwido auf ein durchaus erfolgreiches Jahr
2003 zurück blicken, der Gesamtumsatz von rund 22 Mio. Euro blieb stabil. Die schwierige konjunkturelle Situation
wurde durch neu entwickelte Anwendungen kompensiert. Mehr Probleme bereitet dem international ausgerichteten Unternehmen
hingegen die fort schreitende Aufwertung des Euro. Ferdinand Maier übt diesbezüglich auch offen Kritik
an der europäischen Währungspolitik: "Es ist für mich völlig unverständlich, wie
die EU dieser Entwicklung tatenlos zusehen kann. Jeder spricht von globalem Wettbewerb, doch effektiv gibt es in
einem Weltmarkt mit so unterschiedlichen Rahmenbedingungen diesen Wettbewerb gar nicht."
Maier erläutert die Situation durch einen Vergleich zwischen Wirtschaft und Sport: "Für uns ist
es, als ob wir mit Skischuhen einen 100m-Lauf absolvieren müssen, während unsere Konkurrenten aus den
Dollar-Ländern mit den neuesten Sprintsohlen antreten dürfen. Da sollte sich die Öffentlichkeit
nicht wundern, wenn immer mehr Firmen ihre Wertschöpfung aus Europa abziehen."
Ferdinand Maier sieht dem Jahr 2004 trotzdem optimistisch entgegen, auch wenn im weltweiten Elektronic-Markt kein
nennenswerter Aufwärtstrend zu erkennen ist. ruwido war schon in der Vergangenheit mit selbst entwickelten
Innovationen erfolgreich. Noch in diesem Jahr wird die Salzburger Firma Infrarotgeräte auf den Markt bringen,
die laut Maier einer völlig neuen Bedienphilosophie entsprechen werden.
ruwido, gegründet 1969, stellte im Jahr 1975 die erste Infrarot-Fernbedienung der Welt her. Das Unternehmen
beschäftigt derzeit rund 160 Mitarbeiter und exportiert hauptsächlich nach Großbritannien, Frankreich,
Spanien und Deutschland. |