Mehr Schienenverkehr statt LKW-Alpentransit  

erstellt am
09. 02. 04

BM Gorbach, Kärntens Verkehrsreferent Dörfler und Salzburger Amtskollege Bachfellner präsentierten Aktionsplan Tauern-Bahn
Salzburg (lpd) - Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist das Ziel des Aktionsplans Tauern-Bahn. Er wurde am Freitag (06. 02.) am Salzburger Hauptbahnhof von Infrastrukturminister Hubert Gorbach und den Verkehrslandesräten aus Kärnten und Salzburg, Gerhard Dörfler und Walter Bachfellner, präsentiert. Mit der in Auftrag gegebenen Forschungsstudie an das Logistik-Kompetenz-Zentrum Prien am Chiemsee soll zudem die Modernisierung des Schienengüterverkehrs entlang der Tauernachse in Angriff genommen werden. Derzeit benötigen Kombi-Güterzüge für die 380 Kilometer lange Strecke Salzburg - Koper 37,5 Stunden.

Wie Dörfler betonte wollen Kärnten und Salzburg nun konkrete Maßnahmen zur Forcierung des Schienenverkehrs setzten, um dem LKW-Alpentransit wirksam begegnen zu können. „Wir wollen Verkehr nicht verwalten, sondern gestalten“, erklärte der Verkehrsreferent, der eine massive Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ankündigte. Jetzt schaffe man die Grundlagen dafür, die Schiene endgültig marktfähig zu machen. Entlang der A10-Tauernautobahn habe der LKW-Transitverkehr in Kärnten zwischen 1991 und 2000 nämlich um 14 Prozent pro Jahr zugenommen, bilanzierte Dörfler. Im Jahr 2002 habe das Höchstausmaß des Verkehrsaufkommen beim Kroislerwandtunnel pro Tag 53.922 Kraftfahrzeuge betragen, 8.000 davon LKW. Der Anteil der Transit-LKW habe dabei einen Anteil von 40 Prozent ausgemacht.

Sicherheit für Investitionen in eine „neue Zukunft der Schiene“ gebe vor allem der Generalverkehrsplan, betonte Minister Gorbach, der darin auch die Grundlage für die Umsetzung des Aktionsplans sieht. Zur Verlagerung des Wirtschafts- und Transitverkehrs auf die Schiene setzt auch Salzburg zahlreiche Initiativen, wie Landesrat Bachfellner betonte. So würde man den Anschluss von Geleisen an große Industriestandorte forcieren.

Laut der Studie könnten zukünftig nach Realisierung der Ausbaumaßnahmen auf der Tauernbahn monatlich rund 5.000 LKW von der Straße auf die Schiene transferiert werden. Das entspricht 18 zusätzlichen Zügen pro Tag. Nach Abschluss der beschlossenen und ausfinanzierten Ausbaumaßnahmen sollen bis zum Jahr 2006 gegenüber dem Jahr 2003 um 30 Prozent mehr Güterzüge verkehren. Damit würden sich die Fahrzeiten um 20 Prozent reduzieren. Das entspräche weiteren zusätzlichen 15 Zügen pro Tag oder 6.000 LKW pro Monat. Bei einem durchgehend zweigleisigen Ausbau wäre gegenüber dem Jahr 2002 sogar eine Kapazitätssteigerung von 89 Prozent möglich. Das entspricht zusätzlichen 96 Zügen pro Tag.

Seitens des Landes Kärnten werden derzeit alle baulichen Kapazitäten für den zweigleisigen Ausbau der Tauernbahn im Kärntner Streckenabschnitt eingesetzt. Ausgebaut werden derzeit die Streckenabschnitte Kolbnitz – Mühldorf und Mühldorf – Pusarnitz mit einem Kostenaufwand von 47,5 bzw. 44,8 Millionen Euro. Abgeschlossen soll der Ausbau im Jahr 2007 sein.
     
zurück