Erstmals mehr Rotwein als Weißwein im Burgenland  

erstellt am
23. 02. 04

LR Rittsteuer setzt auf weiteren Ausbau der Vermarktungsinitiativen
Eisenstadt (blms) - „Burgenlands Weinbauern haben sich in besonders hohem Maß an den von der EU geförderten Umstrukturierungsmaßnahmen zur Sortenumstellung und Qualitätsverbesserung beteiligt. Als direktes Ergebnis brachte die letzte Ernte mit 474.000 hl zu 364.000 hl erstmals eine höhere Rotwein- als Weißweinmenge. Die derzeitige Nachfrage-Mäßigung zeigt aber, dass der Rotwein-Boom nicht unbegrenzt anhalten kann. Um den Aufwärtstrend der burgenländischen Weinwirtschaft aufrecht erhalten und die steigenden Rotweinernten auch zu entsprechenden Preisen absetzen zu können, müssen wir alles daran setzen, unsere Vermarktungsanstrengungen, wie sie über die Ziel 1-Förderung und auch die Messeförderung des Landes unterstützt werden, weiter auszubauen“, erklärte Landesrat Paul Rittsteuer anlässlich des Landesweinbautages am Freitag (20. 02.) in Eisenstadt.

24,8 Mio. Euro bzw. 46 % der Gesamtförderung für Österreich haben burgenländische Winzer bisher über die von der EU geförderten Umstellungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen in Weingärten lukrieren können. Betroffen von diesen Maßnahmen waren insgesamt 2.727 ha Weingärten im Burgenland, wobei die Rotweinfläche um rund 1.500 ha zu Lasten der Weißweine vergrößert wurde, um der verstärkten Marktnachfrage nach Rotwein besser entsprechen zu können. Hat es lange Jahre im Burgenland einen Weißweinanteil von zwei Drittel gegeben, so ist heute bereits ein Weiß-Rot-Verhältnis von 52:48 % in den 16.000 ha burgenländischen Weingärten erreicht. Die Ernte 2003 brachte mit 56 % erstmals eine höhere Produktionsmenge von Rotwein (474.000 hl) als Weißwein (364.000 hl).

Rittsteuer: „Gerade im Hinblick auf die EU-Erweiterung und die daraus resultierenden Chancen aber auch Herausforderungen sind von unseren Winzern künftig sicher noch mehr Anstrengungen in der Vermarktung, vor allem im Ausland, erforderlich, um die gestiegenen Mengen auch in höhere Erlöse umzusetzen. Eine wichtige Hilfe stellt dabei die Förderung von Präsentationen unserer Weinbaubetriebe bei Auslandsmessen dar, wo die Kosten bis zu 50 % vom Land gefördert werden. Seit dem Jahr 2000 wurden 935 derartige Messeauftritte mit insgesamt fast 1 Mio. € unterstützt und so die Basis für den Einstieg ins Auslandsgeschäft geschaffen.“

Bei aller Rotwein-Euphorie, sei es, so Rittsteuer, aber genauso wichtig, die Vermarktung der burgenländischen Weißweine zu verbessern. Die zuletzt in die Wege geleiteten Initiativen wie der „Pannonikus“-Jungwein oder „Ganz in weiß“ seien daher besonders zu begrüßen und sollten noch weiter ausgebaut werden. Notwendig sei es auch, noch stärker in die Entwicklung regionaltypischer Weißweine mit bodenständigem Profil zu gehen.

Rittsteuer: „Insgesamt sind in der letzten Zeit in der burgenländischen Weinwirtschaft mit der Neustrukturierung der Weinwerbung, der Zusammenarbeit der Interessenvertreter im Rahmen des Interprofessionellen Komitees und der Einsetzung des neuen Geschäftsführers im Verein „Wein Burgenland“ wichtige und Hoffnung gebende Impulse zur weiteren Professionalisierung der Vermarktung burgenländischer Weine gesetzt worden.“
     
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