Ausbildung – Vorurteile abbauen  

erstellt am
27. 02. 04

Wien (bmi) - Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Innenministerium und der Anti- Defamation-League im Bereich der Antirassismusschulung wird fortgesetzt. Bundesminister Dr. Ernst Strasser unterzeichnete am Donnerstag (25. 02.) einen Kooperationsvertrag für weitere drei Jahre.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesministerium für Inneres und der Anti-Defamation-Leage (ADL) besteht seit dem Jahr 2000. Am 26. April 2001 schloss Innenminister Dr. Ernst Strasser mit der ADL einen Werkvertrag für drei Jahre über die Umsetzung des Trainingsprogramms ("Train the Trainer") im Innenressort ab. Dieser Vertrag wurde am 25. Februar 2004 verlängert. Die Zusammenarbeit erfolgt bis 2006; es gibt 40 Seminare pro Jahr. Das Programm wurde aufgrund der bisherigen Erfahrungen verbessert. Neben der Ausbildung zusätzlicher Trainer wird der Themenschwerpunkt "Menschenrechte" in das Programm integriert.

Das AWOD-Trainingsprogramm von ADL beinhaltet fixe Unterrichtseinheiten in der Grundausbildung der Exekutive sowie Seminare in der berufsbegleitenden Fortbildung; hier wurden bisher 80 Seminare veranstaltet. Die Veranstaltungen in Form des "Team-Teachings" werden großteils in der Gedenkstätte Mauthausen abgehalten. Jedes Team besteht aus einem Trainer des Innenministeriums und einem Co-Trainer, der von ADL bestimmt wird und hauptsächlich aus dem Kreis der NGO´s kommt. Im Innenministerium gibt es derzeit 15 von ADL zertifizierte Trainer.

Die US-Bürgerrechtsorganisation Anti-Defamation-League (ADL) besteht seit 1913 und bietet Programme und Lernmaterialien gegen alle Formen der Diskriminierung, der Vorurteile, des Antisemitismus und des Fremdenhasses an. Nach rassistischen Unruhen in Boston richtete ADL das "A WORLD OF DIFFERENCE Institute" (AWOD) ein. Dieses Institut ist eine Forschungs- und Lehrwerkstatt und hat ein Trainingsprogramm entwickelt, das heute in Kooperation mit der EU in elf europäischen Staaten läuft.

Das Programm bietet den Rahmen für die Wissensvermittlung über andere Lebensformen, Einstellungen und Kulturen. Dabei soll die Verantwortung für das Engagement gegen Vorurteile, Diskriminierung und jede Art von institutioneller Unterdrückung weiterentwickelt werden; Ziel ist es, Methoden und Mittel zu erarbeiten und anzuwenden, um konstruktiv gegen Vorurteile und Diskriminierung auftreten zu können. Gefördert werden sollen die Kontakte, der Respekt und das Verständnis zwischen den ethnischen, religiösen und sozial unterschiedlichen Gruppierungen.

ADL hat in den USA 30 Büros mit 400 Mitarbeitern. Seit 1997 besteht in Wien das Central and East European ADL Regional Office, seit Jänner 2002 betreut ADL-Austria das "A WORLD OF DIFFERENCE® Institute"-Bildungsprogramm.

Die österreichische Sicherheitsexekutive ist besonders sensibilisiert gegen alle Formen des Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und der Fremdenfeindlichkeit. In der Aus- und Fortbildung gibt es ein breites Spektrum an Lehrangeboten zum Thema Menschenrechte; unter anderem werden folgende Projekte angeboten:

  • "Polizei und AfrikanerInnen";
  • "Polizeiliches Handeln in einer multiethnischen Gesellschaft";
  • "Konzept Menschenrechtsbildung";
  • "Interkulturlotsen";
  • Seminare zu den Themen Grund- u Menschenrechte, Berufsethik für Exekutivbeamte, Umgang mit menschlichen Krisen, Umgang mit psychisch Kranken, Kommunikation/Konflikthandhabung sowie Ausländer-, Asyl-, Fremden- und Einwanderungsrecht.
     
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