40 Jahre Filmmuseum  

erstellt am
27. 02. 04

Wien (rk) - Das Österreichische Filmmuseum feiert sein 40-Jahr-Jubiläum. Als entscheidendes und symbolträchtiges Datum sieht Dir. Alexander Horwath die Nichtuntersagung durch die Vereinsbehörde am 26. Februar 1964 zur Gründung des Filmmuseums durch Peter Kubelka und Peter Konlechner. Seit 1965 befindet sich das Filmmuseum bereits an seinem heutigen Ort in der Albertina und zählt zu den angesehensten Institutionen dieser Art in Europa. Von 2001 bis 2003 konnte die Besucherzahl um rund 60 Prozent gesteigert werden, mit dem renovierten, erweiterten und neugestalteten "Unsichtbaren Kino 3" hat sich das Haus bereits im Herbst 2003 ein "vorgezogenes Geburtstagsgeschenk" bereitet. Anlässlich des Jubiläums gibt es nun eine Reihe von Sonderprojekten, die sich mit dem Status des Mediums Film im 21. Jahrhundert, mit dem Prozess der Kanonisierung an der Schnittstelle von Kulturindustrie, Kunst und Geschichtsschreibung sowie den grundsätzlichen Funktionen eines Museums audiovisueller Werke beschäftigen. Zur finanziellen Basis des Filmmuseums trägt die Stadt Wien wesentlich bei. Sie hat ihre Förderung mit 509.000 Euro gegenüber 2001 fast verdreifacht.

Die Sonderprojekte zum Jubiläum starten mit einer Internationalen Konferenz vom 1. bis 4. April zum "Schreiben" von Filmgeschichte, wobei die ganze Komplexität dieses Bereiches thematisiert werden soll, insbesonders auch die Frage der Kanonisierung. Im Gefolge der theoretischen Auseinandersetzung präsentiert das Filmmuseum vom 1. bis 30. September einen spielerischen Vorschlag zur Kanon-Debatte, der 60 "Klassikern" eben so viele "Partnerfilme" an die Seite stellt, die weniger bekannt, aber nicht weniger "gültig" sind. Der ORF begleitet das Jubiläum ebenfalls mit einer 15-teiligen Reihe von Marksteinen der Filmgeschichte und mit Dokumentationen zum Thema Film.

Weitere Sonderprojekte im Sinne einer nachhaltigen Auseinandersetzung mit dem Film : "Ein ständiger Filmzyklus für Kinder und Jugendliche - eine lebendige Einführung in die Filmgeschichte mit Beispielen für 6 - 14 jährige und ihre Eltern", ein mehrteiliges Memorial zum österreichischen Film-Exil in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien im öffentlichen Raum (vertriebene Filmkünstler sollen mit Memorial-Stationen in der Inneren Stadt gewürdigt werden) und die Entwicklung eines neuen "Conservation Center" für die Sammlungen.

Im Zuge seiner Restaurierungsarbeiten ist es dem Filmmuseum gelungen, mit dem "Mandarin" eine österreichischen Spielfilm aus dem Jahr 1918 gemeinsam mit dem George Eastman House (Rochester) wiederherzustellen und damit einen bedeutenden Fund zu sichern. Weitere Restaurierungsarbeiten gelten dem deutschen "Independent- Kino" der 20er Jahre und - in internationalen Kooperationen - dem Gesamtwerk von George Landow und dem schaffen von Dziga Vertov.

In März präsentiert das Filmmuseum im März "New Hollywood 1966 - 78", in den folgenden Monaten einen Klassiker des thailändischen Kinos, Ratana Pestonji, monografische Retrospektiven von Maurice Pialat und Peter Lorre sowie thematische Reihen, unter anderem "Infame Bilder - Im Kino der Kontrollgesellschaft", in Zusammenarbeit mit den Wiener Festwochen.

Informationen: http://www.filmmuseum.at
     
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