Neue Synagoge der Reformgemeinde Or Chadasch  

erstellt am
24. 02. 04

Morak: Eröffnung der Synagoge ist Ausdruck der Vielfalt und Lebendigkeit des jüdischen Glaubens in Österreich
Wien (bpd) - "Die Eröffnung dieser neuen Synagoge ist Ausdruck der Vielfalt und Lebendigkeit des jüdischen Glaubens in Österreich. Der heutige Tag ist daher für mich ein Zeichen dafür, dass jüdisches Leben in unserem Land eine Zukunft hat", so Staatssekretär Franz Morak am Sonntag (22. 02.) anlässlich der Eröffnung der Synagoge der Reformgemeinde Or Chadasch in der Robertgasse in Wien im 2. Bezirk.

Lange Zeit, so Morak in seiner Eröffnungsrede, war das Judentum für Österreich eine Schatzkammer des Geistes und der Kultur. Die Kultur des "Fin de siecle" in Österreich war zu einem Gutteil von jüdischen Intellektuellen, Künstlern und Mäzenaten geprägt. "Der unsägliche Rassenwahn hat diesem Bestandteil der österreichischen Identität ein jähes und tragisches Ende gesetzt. Beginnend mit dem Novemberpogrom 1938 erfolgte die Auslöschung dieser Kultur. Tod und Verderben ist über die jüdische Gemeinde Wiens gekommen und hat das jüdische Leben vernichtet", so Morak

"Die heutige Eröffnung aber signalisiert, dass in Österreich die jüdische Kultur neue Wurzeln schlägt", so Morak. Aufgeschlossenheit und Liberalität innerhalb des Wiener Judentums haben eine lange Vorgeschichte. Gerade in der Leopoldstadt spiegle sich, wie in keinem anderen Bezirk Wiens, die Vielfalt jüdischen Lebens und jüdischen Glaubens wider, betonte Morak.

Die neue Synagoge in der Robertgasse, deren Umbau und kunstvolle Ausgestaltung Bund und Stadt Wien mit je 125.000 Euro unterstützt haben, "möge ein Ort des spirituellen Studiums der jüdischen Gemeinde in Wien werden und einen Beitrag zur Vielfalt des Österreichischen Judentums leisten sowie Brücken im interreligiösen Dialog schlagen", so der Staatssekretär abschließend.
     
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