Kreuzwege in Kärnten  

erstellt am
05. 03. 04

14 Stationen auf dem Weg nach innen
Klagenfurt (pgk/so) - In ganz Kärnten laden Kreuzwege, darunter zahlreiche mit besonderer künstlerischer Gestaltung, vor allem während der Fastenzeit dazu ein, sich mit Leben, Tod und Auferstehung Jesu sowie mit Grundfragen menschlicher Existenz zu beschäftigen. Gerade in der Zeit vor Ostern finden in vielen Kärntner Pfarren zahlreiche Kreuzwegandachten statt. So laden beispielsweise die Villacher Stadtpfarren jeden Fastensonntag, jeweils um 14 Uhr, auf den Kalvarienberg Obere Fellach zu einer Kreuzwegandacht ein. Am Freitag, dem 19. März, gestaltet Msgr. Horst-Michael Rauter einen Kreuzweg in der Pfarrkirche Haimburg.

Bedeutung
Der Kreuzweg als Andachtsform ist das andächtige Abschreiten und Betrachten des Leidensweges Jesu von seiner Verurteilung bis zur Grablegung in 14 Stationen.

Diese finden sich als Kreuzwegbilder im Kirchenraum aufgehängt oder entlang eines Weges auch außerhalb der Kirchen. Anstelle von Bildern, die aus Keramik oder Stein gefertigt oder holzgeschnitzt sind, können auch kleine Kreuze die einzelnen Stationen darstellen. Die Kreuzwegandacht, die alleine oder in Gemeinschaft eine beliebte Andachtsform während der österlichen Bußzeit ist, lädt dazu ein, die Passion Jesu meditativ mitzuwandern sowie Grundfragen menschlicher Existenz zu spüren.

Geschichte
In Jerusalem wurden schon früh markante Stellen des Kreuzweges Jesu durch Steine oder Kapellen bezeichnet, die von den Pilgern besucht wurden. Vorläufer der heutigen Kreuzwegandacht gibt es seit dem 14. Jahrhundert, als Pilger den „Heiligen Circulus“ unter Führung der Franziskaner nachgingen. Den frommen Wunsch, einmal im Leben nach Jerusalem zu pilgern, um die heiligen Stätten des Leidens Jesu zu besuchen, konnten sich früher nur wenige Christen erfüllen. Darum wurden die einzelnen Stationen der Passion in der Heimat aufgebaut und der Kreuzweg betend nachgegangen. Diese volkstümliche Andacht kopierte die Umgänge, die bei einem Besuch der heiligen Stätten in Jerusalem üblich waren. Die ersten Stationen dieses Kreuzweges waren die Burg Antonia, wo Jesus verurteilt wurde und der Kalvarienberg, wo er starb. Sie markierten jeweils den Beginn und das Ende des Leidens Christi. Bald wurde dieser Weg durch weitere Stationen ergänzt wie zum Beispiel die Übernahme des Kreuzes, die Begegnung Jesu mit den weinenden Frauen sowie die legendären Begegnungen mit Maria, seiner Mutter und mit Veronika.

Die heutige Form der Kreuzwegandacht mit 14 Stationen, die sich mit dem beginnenden 16. Jh. durchsetzte, hat rückwirkend auch die Gestaltung des Kreuzweges in Jerusalem beeinflusst und festgelegt. Erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Zahl der Kreuzwegstationen mit 14 festgesetzt, nachdem es in den Jahrhunderten vorher große Schwankungen zwischen 7 und 43 Stationen gegeben hat.
     
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