Chancen auf neues Prostatakrebs-Medikament  

erstellt am
22. 03. 04

Forscher entdecken potenziellen Wirkstoff in südostasiatischem Strauch
New Brunswick/Piscataway (pte) - Ein Strauch aus Südostasien ist möglicherweise in der Lage, Prostatakrebs zu heilen. Zu diesem Schluss kommt eine Forschergruppe der Rutgers State-University of New Jersey. Sie berichtet über den durchschlagenden Erfolg des Wirkstoffes, der aus dem Öl der Samen der Pflanze gewonnen wird. Die Croton-Pflanze ist allerdings schon seit Jahren als Abführmittel bekannt.

Das aktiv wirkende Öl mit dem Namen TPA (12-O-tetradecanoylphorbol-13-acetat) konnte im Versuch mit Mäusen nicht nur das Wachstum von neuen Prostatakrebszellen verhindern, sondern auch existierende Krebstumore verkleinern. Das berichten die Studienautoren Xi Zheng und Allan Conney. Die Forscher testeten aber nicht nur das TPA, sondern auch die Kombination von TPA mit ATRA (Retinoidsäure), einem Vitamin-A-Derivat, das zurzeit in der Anwendung gegen Leukämie untersucht wird. "Wir wissen, dass ATRA effektive Synergien mit TPA bei Versuchen von Leukämiezellen eingegangen ist", so Conney. "Beim Prostatakrebs sieht das aber anders aus, da hier offensichtlich verschiedene molekulare Mechanismen involviert sind", erklärt der Experte. Die Studien von Zheng und Conney zeigten jedoch, dass auch bei der Bekämpfung von Protatakrebs beeindruckende Synergien zwischen den beiden Stoffen auftraten, die das Wachstum der Krebszellen verhindern konnten.

Die Forscher waren anfangs skeptisch, da das Croton-Samenöl hautreizend ist und in ähnlichen Versuchen vor mehr als 50 Jahren TPA sogar als karzinogen eingestuft worden war. "Die Forscher konnten feststellen, dass extrem niedrige Konzentrationen von TPA einen exorbitant starken Effekt auf Leukämie-Zellen hatten und dazu führten, dass sie zu einem normalen Zellwachstum zurückkehrten", erklärt Conney.

Die Wissenschaftler des China Henan Tumor Research Institutes und der Rutgers Universität waren an dem äußerst wirkungsvollen TPA sehr interessiert und haben bereits 1995 mit der gemeinsamen Untersuchung begonnen.
     
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