Burgenland: Verkehrspolitik mit Zukunft  

erstellt am
17. 03. 04

Bezirk Neusiedl am See als Knotenpunkt für gezielte Maßnahmen
Eisenstadt (blms) - Der Bezirk Neusiedl am See hat sich in den letzten Jahren durch die Realisierung zahlreicher Projekte, durch gezielte ökonomische Maßnahmen und einer Reihe von Betriebsansiedlungen äußerst dynamisch entwickelt. Vor allem der Raum Neusiedl/ Parndorf ist zu einem sehr attraktiven Wirtschaftsstandort geworden. „Dieser Prozess konnte nur eingeleitet werden, weil es eine attraktive Straßen- und Bahnanbindung an das hochrangige Verkehrsnetz gibt. Gerade aber im Hinblick auf die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union und den damit zu erwartenden Anstieg des Verkehrsaufkommens sind wir gefordert, die bestehende Infrastruktur noch weiter auszubauen und laufend zu modernisieren“, betonte Landeshauptmann Hans Niessl am Dienstag (16. 03.) im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Landtagsabgeordneten Matthias Gelbmann und dem Verkehrskoordinator des Burgenlandes, WHR Dipl. Ing. Thomas Perlaky, in Neusiedl am See.

Ziel ist es, die Menschen vom Verkehr zu entlasten, die Verkehrssicherheit, durch die Verlagerung vom niederrangigen auf das hochrangige Straßennetz, weiter auszubauen und die Attraktivität der Verkehrsanbindungen im Interesse der Pendler zu steigern. Um diesen Vorstellungen gerecht zu werden, hat das Land seit dem Jahr 2000 das Budget für den öffentlichen Verkehr verdoppelt, in Neusiedl am See den ersten Taktknoten geschaffen und damit das Angebot im öffentlichen Verkehr, was die Fahrpläne von Bus und Bahn betrifft, besser aufeinander abgestimmt sowie mit der Raaberbahn für die Jahre 2003 bis 2008 einen Leistungs- und Investitionsvertrag abgeschlossen, in dem sich das Land verpflichtet, jährlich 900.000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Seit Jänner 2002 gibt es den Generalverkehrsplan Österreich, der mit dem Bund verhandelt wurde und die wichtigsten Schienen- und Straßenprojekte des Landes zum Inhalt hat. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Projekte auch rasch umgesetzt und die Mittel vom Bund auch tatsächlich für die Realisierung zur Verfügung gestellt werden. Diesbezüglich hat es bereits mehrmals Gespräche seitens des Landeshauptmannes mit Vizekanzler Hubert Gorbach gegeben. Niessl dazu: „Ich habe dabei auf die Wichtigkeit unserer Projekte, auf die besondere Situation des Burgenlandes als Grenzregion hingewiesen, denn der Verkehr sucht sich seinen Weg und wird auch dann zunehmen, wenn keine Straßen gebaut werden – er findet dann allerdings auf dem niederrangigen Netz statt. Daher brauchen wir nicht nur einen Ausbau der Schiene, sondern auch den Ausbau des Straßennetzes. Hier liegt die Zuständigkeit beim Bund, denn der Bund hat die ASFINAG beauftragt, die anstehenden Projekte entsprechend umzusetzen.“

Im Bezirk Neusiedl am See geht es dabei um die A6, die so genannte Spange Kittsee. Derzeit läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung. Mit dem Bau soll noch im Herbst 2004 begonnen werden. In der Welterberegion Neusiedlersee wurde auch das grenzüberschreitende Projekt „Verkehr in sensiblen Gebieten“, das insgesamt 5 Module umfasst, gestartet. Ziel ist es, einen umweltverträglichen Verkehr unter Einsatz moderner Informationstechnologien zu schaffen. Das Rückgrat im öffentlichen Verkehr wird in diesem Bereich die Bahn sein. Die Elektrifizierung der Strecke Pamhagen-Neusiedl am See wird noch im April dieses Jahres abgeschlossen sein. In einem nächsten Schritt solldie Elektrifizierung der Bahnstrecke Neusiedl-Eisenstadt realisiert werden. Ergänzend dazu wurde erst vor wenigen Wochen von der Burgenländischen Landesregierung die Vergabe des Projektes „MAKE-IT“ beschlossen. Diese innovative Maßnahme bedeutet, dass der öffentliche Verkehr - unabhängig vom Wohnort - für jedermann zugänglich wird. Die dafür anfallenden Kosten belaufen sich auf rund 4 Millionen Euro.
     
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