ÖVP ist Sieger des 2. Wahlganges der Bürgermeisterwahl im Land Salzburg  

erstellt am
23. 03. 04

Vier Kandidaten der Volkspartei behaupteten, einer eroberte den Bürgermeister- Sessel - Erstmals wieder ein FPÖ-Bürgermeister
Salzburg (lk) - Mit den Ergebnissen der Stichwahlen in jenen sieben Gemeinden des Landes, in denen im ersten Wahlgang am 7. März 2004 keine Entscheidung über die Person des Bürgermeisters gefallen war, fanden die Kommunalwahlen des Jahres 2004 im Land Salzburg am Sonntag (21. 03.) ihren Abschluss. Sozusagen an einem Miniatur-Wahltag mit weniger als einer Handvoll Mitarbeitern wurden die Wahlergebnisse vom Landesstatistischen Dienst unter der Leitung von Mag. Josef Raos aufbereitet, analysiert und zur Publikation vorbereitet. Daraus die wichtigsten Ergebnisse:

Die ÖVP brachte in fünf der sieben Gemeinden einen Kandidaten in die „zweite Runde", wobei es für sie in vier davon galt, den Bürgermeister zu „verteidigen“. In zwei der vier Gemeinden, in denen SPÖ-Kandidaten im zweiten Wahlgang antraten, ging es um die Wiederwahl eines SPÖ-Bürgermeisters. Schließlich gingen in drei Gemeinden FPÖ-Kandidaten (darunter zwei in aussichtsreicher Position nach dem ersten Wahlgang) sowie in je einer Gemeinde ein Kandidat einer Grün-Gruppierung und ein Bewerber aus den Reihen einer sonstigen wahlwerbenden Gruppe (letzter mit relativer Mehrheit im ersten Wahlgang) ins entscheidende Rennen.

ÖVP gewann einen Bürgermeister von SPÖ
Die ÖVP-Kandidaten konnten sich in allen vier Gemeinden, in denen die Volkspartei schon bisher den Bürgermeister gestellt hatte, durchsetzen (Kuchl, Thalgau, Muhr und St. Martin bei Lofer). Zusätzlich gelang es dem ÖVP-Kandidaten in Bad Gastein, den amtierenden Bürgermeister im zweiten Wahlgang zu schlagen, womit ein (weiterer) Bürgermeistersessel von der SPÖ zur ÖVP wanderte. Per Saldo waren die Bürgermeister-Kandidaten der ÖVP somit im zweiten Wahlgang sehr erfolgreich, indem vier Positionen gehalten und eine dazu gewonnen werden konnten.

FPÖ stellt wieder einen Bürgermeister
Die SPÖ, die im zweiten Wahlgang zwei Bürgermeistersessel zu verteidigen hatte, unterlag in beiden Fällen: Einmal – wie erwähnt – einem ÖVP-Kandidaten in Bad Gastein, ein anderes Mal, in Mittersill, dem Herausforderer aus den Reihen der FPÖ. Aus dem zweiten „rot-blauen Duell" (in Unken) ging der Kandidat der SPÖ knapp als Sieger hervor und gewann für die SPÖ die bisher von der ÖVP gehaltene Bürgermeisterposition. In Muhr hingegen unterlag der sozialdemokratische Bewerber dem ÖVP-Kandidaten, womit die SPÖ im zweiten Wahlgang der Bürgermeisterwahlen negativ bilanzierte, da nur einer der vier im zweiten Wahlgang angetretenen SPÖ-Kandidaten erfolgreich war und den Sozialdemokraten zwei Bürgermeisterpositionen abhanden kamen.

Der FPÖ-Kandidat in Mittersill konnte seinen Rückstand gegenüber dem amtierenden SPÖ-Bürgermeister im zweiten Wahlgang in einen Vorsprung umwandeln. Somit verfügt die FPÖ erstmals seit der Funktionsperiode 1989 bis 1994 wieder über einen Bürgermeister. Dem freiheitlichen Kandidaten in Unken gelang es dagegen nicht, seinen klaren Vorsprung nach dem ersten Wahlgang vor seinem SPÖ-Mitbewerber zu halten: Er musste sich letztendlich um 13 Stimmen bzw. 1,2 Prozentpunkte geschlagen geben. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der dritte FPÖ-Bewerber im zweiten Wahlgang, in Kuchl, sichtlich keine Chance gegen den mit großem Vorsprung (mehr als 20 Prozentpunkte) aus dem ersten Wahlgang ausgestatteten Konkurrenten von der ÖVP hatte und unterlag.

Ähnlich wie dem freiheitlichen Bewerber in Unken erging es dem Kandidaten der Liste WPS (Wählergemeinschaft pro St. Martin) in St. Martin bei Lofer: Auch er war nach dem ersten Wahlgang (wenn auch nur knapp) in Front gelegen und musste im zweiten Wahlgang seinen Gegenkandidaten, den (designierten) Nachfolger des zum Zeitpunkt der Wahl amtierenden ÖVP-Bürgermeisters, vorbeiziehen lassen.

Der für die den GRÜNE(n) zuzuordnende Liste TfT (Thalgauer für Thalgau) in Thalgau kandidierende Bewerber konnte zwar im Vergleich zum ersten Wahlgang einen beachtlichen Stimmengewinn erzielen (+ 450 Stimmen, das sind anteilig um fast 20 Prozentpunkte mehr als zwei Wochen zuvor), blieb letztendlich aber um 18 Stimmen hinter dem ÖVP-Kandidaten zurück, der nur um 24 Stimmen (bzw. rund fünf Prozentpunkte) mehr erhielt als im ersten Wahlgang.

Die Wahlbeteiligung sank gegenüber dem ersten Wahlgang um 7,6 Prozentpunkte auf 75,6 Prozent, wobei sich die Veränderung der Wahlbeteiligung je nach Gemeinde sehr unterschiedlich gestaltete: Am stärksten rückläufig war die Wahlbeteiligung in Kuchl und Thalgau mit minus 17,9 Prozentpunkten bzw. 9,6 Prozentpunkten (jeweils kein SPÖ-Kandidat mehr im Rennen), die geringsten Rückgänge ergaben sich in Mittersill, in Muhr und Bad Gastein mit nur geringfügigen Abnahmen zwischen minus 0,9 und minus 1,1 Prozentpunkten.

Die deutlichsten Sieger
Den größten Vorsprung vor seinem Mitbewerber konnte Andreas Wimmer von der ÖVP in Kuchl herausholen: Mit 57,0 Prozent der gültigen Stimmen lag er nicht nur um 14 Prozentpunkte vor seinem Gegenkandidaten Stefan Weiß von der FPÖ, sondern erzielte damit auch das beste Ergebnis aller Kandidaten im zweiten Wahlgang. Nur noch Hubert Gruber und Josef Leitinger, beide ÖVP, kamen in Muhr (gegen Stefan Lechner, SPÖ) bzw. St. Martin bei Lofer (gegen Willi Leitinger, WPS) ebenfalls auf Stimmanteile von 55 Prozent oder mehr in der Stichwahl.

„Foto-Finish" in Thalgau und Unken
Das spannendste Rennen mit dem knappsten Ergebnis lieferten sich die Kandidaten Martin Greisberger von der ÖVP und Karl Oberascher von der Grün-Gruppierung TfT in Thalgau: Bei einem Stimmenanteil von 50,3 Prozent für Greisberger entschieden hier nur 0,3 Prozentpunkte über Sieg oder Niederlage, Bürgermeister oder „Vize". Ein ähnlich knappes Ergebnis kam in Unken zustande, wo Franz Ensinger von der SPÖ nur um 1,2 Prozentpunkte vor Ernst Herbst von der FPÖ die Oberhand behielt.

Weiters siegte in Bad Gastein Gerhard Steinbauer von ÖVP über Manfred Gruber von der SPÖ und in Mittersill Wolfgang Viertler (FPÖ) gegen Roman Oberlechner (SPÖ).
     
zurück