Klimaschutzprogramm der Stadt Wien: Erfolge der letzten Monate  

erstellt am
23. 03. 04

Wien (rk) - Die zahlreichen Maßnahmen des Klimaschutzprogramms der Stadt Wien (KliP Wien) dienen dazu, die Emissionen an Treibhausgasen (allen voran CO2) zu senken. Alle Bereiche der Wiener Stadtverwaltung arbeiten intensiv und kontinuierlich an deren Umsetzung. Beispiele aus den letzten Monaten sind:

Öko-Energieanlagen in Wien
In der Bundeshauptstadt entstehen immer mehr Ökoenergieanlagen, in denen Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden. In einer neuen Internet- Dokumentation der Stadt Wien, die kontinuierlich erweitert wird, können diese Anlagen seit Oktober 2003 per Mausklick besucht werden. Unter www.wien.gv.at/umwelt/klimaschutz/ erhalten Interessierte einen Überblick über Photovoltaik-, Windkraft- und thermische Solaranlagen in Wien. Außerdem werden Gebäude mit solarem Energiekonzept vorgestellt. Diese neu geschaffene Informationsschiene wurde im Rahmen des Wiener Klimaschutzprogramms (KliP) in Zusammenarbeit zwischen Wiener Umweltanwaltschaft und der Klimaschutzkoordinationsstelle der Stadt Wien erstellt. Im Gegensatz zu Anlagen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, entstehen in diesen Öko- Energieanlagen keine klimaverändernden Emissionen an Kohlendioxid, dem mengenmäßig bedeutendsten Treibhausgas.

Klimaschutz im Masterplan Verkehr 2003
Der am 4. November 2003 im Wiener Gemeinderat beschlossene Masterplan Verkehr baut auf den Zielen des KliP auf und entwickelt sie weiter. Unter dem Motto "Mobil in Wien - Gscheit unterwegs" setzt sich der Masterplan Verkehr 2003 einen klaren Erfolgsmaßstab: Reduktion des Motorisierten Individualverkehrs von 35% auf 25% bis 2020 zugunsten des Öffentlichen Verkehrs, des Radverkehrs und der FußgängerInnen. Die ausgearbeiteten Handlungsschwerpunkte sollen die Erreichung dieses Ziels sichern, bauen auf dem bisher Erreichten auf und rüsten Wien für die Herausforderungen der nächsten 20 Jahre. Gezielte Maßnahmen für den Rad- und Fußgängerverkehr, der weitere Ausbau des öffentlichen Verkehrs, die Weiterentwicklung der Parkraumpolitik, ein modernes Verkehrsmanagementsystem sowie breite Bewusstseinsbildung sollen dazu beitragen, die Emissionen von Treibhausgasen aus dem motorisierten Individualverkehr zu vermindern.

Passivhaussiedlung in Wien Floridsdorf
Die erste Wiener Passivhaussiedlung entsteht in Floridsdorf. 2005 werden die etwa 400 BewohnerInnen ihre neuen Wohnungen beim Kammelweg/Rudolf Virchow-Straße beziehen. Der Heizbedarf eines Passivhauses liegt mit 15kWh pro m2 Nutzfläche und Jahr um 80 Prozent unter dem Wert herkömmlicher Gebäude. Die Heizlast darf maximal 10 W betragen. Dieser Wert ist so gering, dass ein Zimmer in diesem Haus bereits mit der Wärme von zwei Glühbirnen beheizt werden kann. Auch im Vergleich zum sehr energiebewussten Niedrigenergiehaus setzt das Passivhaus neue Maßstäbe. Dementsprechend sind die verursachten CO2-Emissionen minimal.

1,3 Mio Euro für Solaranlagen in Wien
Seit 1. Jänner 2004 ist die neue Wiener Solarförderung in Kraft. Sie weist die höchsten Fördersätze auf, die es in Österreich gibt und schafft damit österreichweit die besten Rahmenbedingungen, damit mehr thermische Solaranlagen für Warmwasserbereitung und teilsolare Raumheizung errichtet werden. Das hilft dem Klima, weil Solaranlagen keine Treibhausgase emittieren.

Wiener MehrWegweiser
Abfallvermeidung schont Ressourcen und spart Energie und vermindert dadurch auch die Emission von Treibhausgasen. Seit Ende Jänner 2004 bietet die Stadt Wien unter www.mehrwegweiser.at/ einen online-Einkaufsführer an, der den KonsumentInnen den umweltbewussten Getränkeeinkauf in Mehrwegflaschen erleichtern soll. Dieser Einkaufsführer ist eines von 23 Abfallvermeidungsprojekten der Stadt Wien

423 Wiener Betriebe sind Umweltprofis
Insgesamt 423 Wiener Betriebe haben seit 1998 beim ÖkobusinessPlan Wien mitgemacht und das Angebot der Stadt Wien angenommen, sich geförderte Unterstützung durch professionelle BeraterInnen in Sachen betrieblicher Umweltschutz zu holen. Diese Jahr sind es 103 Wiener Unternehmen, die am 11. Februar 2004 im Wiener Rathaus für ihre besonderen Umweltleistungen im Rahmen des ÖkoBusinessPlans ausgezeichnet wurden. Der ÖkoBusinessPlan Wien ist ein Projekt der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) und versteht sich als das Umwelt- Servicepaket für Wiener Betriebe. Der Anreiz für Unternehmen und Betriebe, eines der Module des ÖkoBusinessPlans zu absolvieren, liegt bei den damit verbundenen Vorteilen: Teure Rohstoffe und wertvolle Energie werden gespart, Abfälle oder Emissionen vermieden und betriebliche Abläufe verbessert. Dabei profitieren nicht nur Umwelt und Klima: Durch Einsparungen, Rechtssicherheit und ein hervorragendes Image erlangen die ausgezeichneten Betriebe Wettbewerbsvorteile und sichern den Wirtschaftsstandort Wien.

Pilotprojekt Tunnelthermie
Die Nutzung erneuerbarer Energie ist für den Klimaschutz von besonderer Bedeutung. Die Stadt Wien erprobt nun eine neue Technologie zur Nutzung von Erdwärme: Seit Februar 2004 wird im Rahmen eines Pilotprojektes die Sportmittelschule Hadersdorf mit Wärme aus dem Lainzer Tunnel beheizt. Das spart Erdgas und CO2- Emissionen. Mit dem Pilotprojekt soll erprobt werden, ob eine breite Anwendung dieser Technologie technisch und wirtschaftlich sinnvoll möglich ist.

Wien ist Vorreiter im ökologischen Einkauf
Seit fünf Jahren existiert das Projekt "ÖkoKauf Wien". Damit soll der gesamte Einkauf von Waren, Produkten und Leistungen beim Magistrat der Stadt Wien, den Wiener Krankenanstalten, von Wiener Wohnen und den Wiener Stadtwerken im Laufe der Jahre konsequent ökologisiert werden. An die 180 MitarbeiterInnen der Stadt Wien erarbeiten seit 1999 Jahr für Jahr gemeinsam mit externen ExpertInnen die notwendigen Kriterien für einen derartigen Einkauf. Dabei hat sich erwiesen, dass zusätzlich zum ökologischen Erfolg - "ÖkoKauf Wien" ist Teil des Klimaschutzprogramms der Stadt Wien - zu einem bedeutenden Teil auch ein ökonomischer Erfolg durch Einsparungen zu verzeichnen ist.
     
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