Innovation bei Migräneforschung: Vorbeugung möglich  

erstellt am
02. 04. 04

Zusammenhang zwischen Kopfschmerz und Schlaganfallrisiko entdeckt
Wellington (pte) - Wissenschaftler der neuseeländischen Victoria University of Wellington (VUW) haben in Zusammenarbeit mit Forschern der australischen Griffith University herausgefunden, dass ein Gen, welches mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko in Zusammenhang gebracht wird, auch mit einer der schwersten Formen von Migräne in Verbindung steht. Nach Angaben der Experten soll ein einfaches Nahrungsergänzungsmittel nun sowohl Abhilfe für zahlreiche Migräne-Patienten schaffen als auch zur Vorbeugung von Schlaganfällen eingesetzt werden, berichtet der Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund/Institut Ranke-Heinemann.

Migräne ist ein weit verbreitetes Leiden, das Frauen eher betrifft als Männer. Etwa ein Viertel der Betroffen leidet an der schwersten Krankheitsform, der Migräne mit Aura. Patienten leiden dabei nicht nur unter heftigen Kopfschmerzen, sondern auch unter neurologischen Störungen wie verschwommener Sicht und ungewöhnlichen Sinneswahrnehmungen im Kopfbereich sowie unter Übelkeit, Erbrechen, Überempfindlichkeit gegen Licht und Lärm.

Der Epidemiologe Rod Lea von der School of Biological Sciences an der VUW hatte das Leiden schon längere Zeit als genetische Störung unter Verdacht, da viele Patienten nahe Verwandte haben, die ebenfalls unter der Erkrankung leiden. Die Forscher nahmen Blutproben von 550 Personen, von denen die Hälfte Migräne-Patienten waren. Nach der Durchführung von DNA-Analysen stellte das Forscherteam fest, dass eine Mutation eines bestimmten Gens (Methylentetrahydrofolat-Reduktase) bei Personen mit Migräne mit Aura deutlich häufiger vorlag als bei den Personen ohne. Das Gen wird außerdem mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko in Verbindung gebracht.

"Aufgrund der Genmutation ist bei Migräne-Patienten eine höhere Konzentration einer bestimmten Aminosäure namens Homocystein im Blut sehr wahrscheinlich. Eine folatreiche Ernährung kann allerdings den Homocystein-Spiegel senken", so der Wissenschaftler, der meint, dass bei vielen Menschen daher eine folatreiche Ernährung, mit grünem Gemüse und Obst oder durch den Einsatz von Folat-Supplementen, sinnvoll wäre. Eine solche Nahrung soll nicht nur helfen, Migräne zu verhindern, sondern auch das Schlaganfall-Risiko zu senken.

Derzeit sei es aber noch zu früh, um zu beurteilen, ob eine folatreiche Ernährung das Allheilmittel für Migräne-Betroffene ist, räumt der Experte ein. Der Vorteil einer solchen Therapie bestünde jedoch nicht nur darin, dass sie einfach und kostengünstig ist, sondern dass sie auch bei Patienten eingesetzt werden könnte, bei denen die üblichen Medikamente nicht wirken. Klinische Studien sollen daher nun zeigen, wie effektiv Folat in der Minderung von Migränesymptomen ist.
     
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