AK-Test: Billigflieger nicht so billig, wie es die Werbung verspricht  

erstellt am
01. 04. 04

Werbung mit extrem günstigen Tarifen, dazukommen häufig noch etliche Nebenkosten - Billigfluglinien sind oft, aber nicht immer billiger
Wien (ak) - Billigflüge in eine europäische Stadt sind oft, aber nicht immer billiger als der günstigste AUA-Flug. Jedenfalls sind sie nicht so preiswert, wie es die Werbung verspricht. Das zeigt ein AK-Test von 14 Billigfluglinien. Denn zum beworbenen Preis kommen häufig noch Spesen dazu, zB Flughafengebühr, Steuer, Flughafenanfahrt, da oft nicht zentrale Airports angeflogen werden. Auch die Leistungen sind oft schlechter, und so muss für gängige Services (zB Reservierung) extra gezahlt werden. Überdies gibt es für die sehr billigen Tarife nur wenig Plätze.

Die AK hat Mitte Jänner Preise und Leistungen von 14 Billigfluglinien (zB Hapag Lloyd Express, Air Berlin, German Wings, Ryanair), die österreichische Flughäfen anfliegen, mit dem günstigsten AUA-Flug verglichen. Erhoben wurden die Preise eine Woche, drei Wochen und drei Monate vor Abflug für einen Wochenendflug (Freitag bis Sonntag). Insgesamt wurden 96 Angebote für 12 Destinationen geprüft, zB Köln, Rom, Göteborg, Zürich.

Der AK-Test zeigt: Billigfluglinien sind oft billiger, aber nicht immer, resümiert AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. Sie sind jedenfalls nicht so günstig, wie es die Werbung verspricht. Je früher gebucht wird, desto größer ist die Chance auf einen günstigen Flug. Konsumenten müssen sich jedoch bei einem Billigflug genau über Kosten und Nebengebühren informieren, die noch zum Ticketpreis hinzugerechnet werden müssen, wie Flughafengebühr, Steuer, Kosten für die Anfahrt zu den Flughäfen.

Die Leistungen sind ebenfalls oft unterschiedlich, sagt Glatz. Einige Beispiele: Freigepäck darf oft nicht so schwer sein wie gewöhnlich - 15 statt 20 Kilogramm. Für jedes zusätzliche Kilo ist zu zahlen. Sitzplatzreservierungen sind nicht immer gratis, oder es gibt sie überhaupt nicht. Bei Billigfluglinien muss sich der Fluggast beim Umsteigen selbst um sein Gebäck kümmern - das kostet Zeit, so Glatz. Kontaktaufnahme ist - manchmal nur - mit E-Mail möglich. Manche Linien sind unter einer teuren Mehrwertnummer erreichbar. Bezahlt wird meist mit Kreditkarte, wobei dann gesonderte Spesen anfallen können. Oft wird mit sehr günstigen Tarifen geworben, für die es aber wenig Plätze gibt. Die Ticketpreise hängen von der Auslastung ab. Dazu kommen noch Nebenkosten (Flughafengebühren, Steuern, etc). Konsumenten können davon ausgehen, dass der Endpreis meist höher ist als der beworbene Preis. Auch die Bordverpflegung kostet meistens. Da Billigflieger häufig von den Stadtzentren entferntere Flughäfen ansteuern (Stansted, Bratislava), muss mit einer längeren Anfahrtsdauer gerechnet werden.

Tipps der AK-Konsumentenschützer:

  • Preise vergleichen: Billigflieger sind nicht unbedingt billiger. Es kann sein, dass ein Linienflug und ein Pauschalangebot günstiger sind.
  • Früh- und Spätflüge sind meist billiger.
  • Je früher Sie buchen, desto größer ist die Möglichkeit, ein günstiges Ticket zu erhalten.
  • Über Feiertage einen Billigflug zu buchen, ist wegen der großen Nachfrage schwierig.

Den gesamten Preisvergleich finden Sie unter http://www.konsumentenschutz.at.

     
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