Graz: Ökologische »Eroberung« Chinas gestartet  

erstellt am
15. 04. 04

Erster "Ökoprofit®"-Vertrag mit Millionenstadt Panzhihua historische Chance für Graz
Graz (stadt) - Eine "historische Chance für Graz, sich auf dem Milliarden-Markt China nachhaltig zu positionieren", ist für die Stadt Graz der Abschluss des ersten Vertrages für das Grazer Umwelt-Erfolgsprojekt "Ökoprofit®" mit der chinesischen Millionenstadt Panzhihua. Ganz China interessiert sich bereits für das Modell, das durch Einsparung von Rohstoffen und Energie sowie die Vermeidung von Abfällen maßgeschneiderte Modelle für Umweltschutz aus Eigennutz liefert. Und die nächsten Hoffnungsmärkte - Russland, Tunesien und Kanada - stehen schon vor der Tür...

Vertrag mit Folgen
Mit einem frischen Vertragsabschluss im Gepäck kehrten dieser Tage Umweltamtsvorstand DI Dr. Karl Niederl und sein Mitarbeiter DI Dr. Peter Gspaltl aus dem "Reich der Mitte" zurück - einem Vertrag, der weit reichende Folgen für ganz Graz und viele innovative steirische Firmen haben sollte, wie die beiden gemeinsam mit dem fürs Umweltamt zuständigen Bürgermeister-Stellvertreter Walter Ferk am Mittwoch in einer Pressekonferenz betonten: "Da liegt ein ungeheures Wertschöpfungspotenzial verborgen", freute sich Ferk. Niederl hält es sogar für möglich, dass dieses Potenzial längerfristig bei Hunderten Millionen Euro liegt: "Allein die Kosten für das Pilotprojekt mit der Stadt Panzhihua, das wir soeben vertraglich unter Dach und Fach bekommen haben, betragen 800.000 Euro, von denen die EU 500.000 Euro beisteuert!"

Reiche Bodenschätze
Panzhihua im Südwesten Chinas ist eine Stadt mit 1,2 Millionen Einwohnern, die in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Nichts in einem rund 1.500 Meter hoch gelegenen Bergland aus dem Boden gestampft wurde. Grund sind reichste Vorkommen hochwertigster Bodenschätze, die dort gefördert und zum Teil in Industriebetrieben gleich verarbeitet werden. In der rasant wachsenden chinesischen Wirtschaft kann der Umweltstandard aber nicht Schritt halten - was laut Niederl dazu geführt hat, dass die Chinesen im Grazer Erfolgsmodell "Ökoprofit®" eine Lösung der angehäuften ökologischen Probleme erhoffen. Das Modell, eine von drei Säulen der Grazer Umwelt-Erfolgsgeschichte mit "Ökoprofit®", "Thermoprofit" und "Ökodrive", hat sich nicht nur in Graz, sondern auch in zahlreichen weiteren Städten in halb Europa bewährt. In China haben - einen Erfolg des Pilotprojektes in Panzhihua vorausgesetzt, woran aber niemand zweifelt - alle Regionen einschließlich der Hauptstadt Peking bereits ihr Interesse an dem Modell bekundet.

Training in Graz
In naher Zukunft werden rund 30 Umwelt-Fachleute aus China in Graz trainiert, danach werden Grazer Experten ein maßgeschneidertes Paket in Panzhihua starten. "Dazu sind natürlich genaue Analysen der dortigen Probleme nötig, in die wir die besten Köpfe des Landes einbinden werden, auch von der Montanuniversität Leoben und der Technischen Universität Graz", kündigte der Umweltamtsvorstand an. Schließlich hätten die Chinesen auch ihre führenden Experten in das Projekt entsandt - und diese hätten sich beim Besuch der Grazer Delegation perfekt vorbereitet gezeigt und alles über das Grazer Modell gewusst.

Beeindruckende Bilanz
Damit war die Asiaten auch bekannt, was Grazer Betriebe allein in den vergangenen acht Jahren durch "Ökoprofit®" erreicht haben: Die 135 teilnehmenden Unternehmen sparten sieben Millionen Kubikmeter Wasser - 3.500 Füllungen für das große Sportbecken im Eggenberger Bad! - und 6,5 Millionen Kubikmeter Abwasser - diese Menge würde 16 Stunden brauchen, um in der Mur durch Graz zu fließen - ein. 10.000 Tonnen Restmüll, 108.000 Megawattstunden Strom und 4.144 Tonnen gefährlicher Abfall wurden den Firmen und der Grazer Umwelt ebenfalls erspart.

Weitere Exporte folgen
Die Kooperation mit China bietet auch innovativen Umweltunternehmen aus Graz und der Steiermark die Chance, ihre Produkte auf dem schier unendlichen chinesischen Markt abzusetzen. Darüber hinaus sehen Ferk und Niederl weitere Vorteile: "Auch touristisch ist China mit seiner Milliardenbevölkerung ein Hoffnungsfaktor für Graz!" Mit der "Eroberung" des "Reichs der Mitte" ist es übrigens für "Ökoprofit®" noch lange nicht getan: In konkreter Vorbereitung ist schon der Export des Erfolgsmodells nach Russland und nach Tunesien, was wiederum den Startschuss für den gesamten nordafrikanischen Raum darstellt. Und als Niederl direkt von China zu einem Vortrag in die kanadische Stadt Vancouver weiter reiste, wurde auch dort höchstes Interesse für eine Übernahme von "Ökoprofit®" bekundet …
     
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