Umweltminister Pröll bei UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung
in New York
Wien (bmlfuw) - „Wasser ist eines der kostbarsten Güter – es entscheidet über Reichtum
oder Armut. Gerade in den ärmeren Ländern leiden die Menschen unter schlechter Wasser- versorgung, und
die zumeist schlechte Wasserentsorgung ist verantwortlich für die Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen.
Österreich stellt im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sein international anerkanntes Know-how bei Wasserver-
und -entsorgung gerne zur Verfügung.“ Dies erklärte Umweltminister Josef Pröll anlässlich der
bis 30. April 2004 in New York stattfindenden Tagung der Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD-12).
Die Kommission für nachhaltige Entwicklung (CSD) entstand im Dezember 1992 mit der Aufgabe, die Umsetzung
der von mehr als 100 Staats- und Regierungschefs in Rio de Janero proklamierten Agenda 21 voranzutreiben und zu
überwachen. Es geht um eine Entwicklung, die Umweltschutz, soziale und wirtschaftliche Fragen vereint. In
New York befassen sich die Minister mit Fragen der Wasserversorgung, der Abwasserentsorgung, der Siedlungshygiene
und des Siedlungswesens. International vereinbarte Zielsetzungen sind unter anderem die Halbierung der Anzahl von
Personen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und Hygieneeinrichtungen bis 2015, die Erstellung von integrierten
Wasserwirtschaftsplänen bis 2005 und letztendlich die Verbesserung der Lebenssituation von mindestens 100
Millionen Slumbewohnern bis 2020.
Österreich wird in New York die Gelegenheit nutzen und seine bisher im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
erfolgreich umgesetzten Wasserprojekte vorstellen. In Uganda ist Österreich beispielsweise aktiv am Aufbau
des Wassersektors beteiligt und wurde bereits mehrmals für seine Aktivitäten international gelobt. Seit
1996 konnten Wasserzufluss- und abflussleitungen für 18 Kleinstädte und ländliche Wachstumszentren
in sieben Bezirken im Südwesten Ugandas fertig gestellt werden. Dabei wurden kostengünstige, nachhaltige
und flexible Technologien wie Solarenergie verwendet. Die zweite Phase, die 2003 anlief, sieht die Installation
dieser Einrichtungen für 34 weitere Städte und Zentren vor. Die Finanzierung wird durch Fonds von Uganda
und durch Subventionen von Seiten Österreichs sichergestellt und beläuft sich auf 5,2 Millionen Euro
in der ersten und auf 6,2 Millionen Euro in der zweiten Phase.
Zu den Gefahren, die verunreinigtes Trinkwasser für die Gesundheit bedeuten, kommen Überschwemmungen
und Dürren als Folgen des Klimawandels. In Europa werden bereits Überlegungen angestellt, wie die Abwasserinfrastruktur
an die veränderten Klimabedingungen angepasst werden sollte, um Überschwemmungen besser in den Griff
zu bekommen. „Österreich hat sich viel beachtetes Know-how im Hochwasserschutz, bei der Trinkwasserversorgung,
aber auch beim Einsatz erneuerbarer Energieträger und bei klimaschonenden Technologien und Prozessen erworben,
die auf großes internationales Interesse stoßen“, erläuterte Bundesminister Pröll. „Bester
Beweis dafür“, so Pröll, „ist der Wunsch Chinas, in den Bereichen Wasserversorgung, Abwasseraufbereitung,
Energiegewinnung aus Biomasse, Umweltmonitoring sowie Waldmanagement den Technologie-Transfer aus Österreich
zu verstärken.“
Am Rande der New Yorker Konferenz soll von Umweltminister Pröll und dem Vize-Präsidenten der Nationalen
Entwicklungs- und Reformkommission der Volksrepublik China, Liu Jiang, ein Memorandum of Understanding für
Projekte im Rahmen des Clean Development Mechanism unter dem Kyoto-Protokoll unterzeichnet werden. Dies teilt das
Lebensministerium abschließen mit. |