AsylwerberInnen in Tirol  

erstellt am
10. 05. 04

LR Gangl: »Trotz schwieriger Umstände ist Tirol auf dem richtigen Weg – es gibt aber noch viel zu tun!«
Innsbruck (lk) - „Derzeit werden in Tirol rund 880 AsylwerberInnen betreut; das entspricht rund 8 Prozent jener Menschen, die vor dem 1. Mai noch in Bundesbetreuung waren. Vor fünf Monaten waren 380 Menschen in 7 Heimen untergebracht, heute sind es 760 Menschen in 15 Heimen. Binnen kürzester Zeit ist es uns gelungen, 380 zusätzliche organisierte Unterkünfte zu schaffen. Darüber hinaus sind derzeit rund 120 Menschen individuell untergebracht. Wie viele Menschen endgültig im Rahmen der Grundversorgung noch zu betreuen sind, wird sich in den nächsten ein bis drei Monaten konkretisieren", zog Soziallandesrätin Christa Gangl am Freitag (07. 05.) Bilanz.

„Anstatt Übergangslösungen müssen langfristige Unterkunftsmöglichkeiten bereitgestellt werden", fordert LR Gangl und bittet noch einmal darum, zusätzliche Asylplätze zur Verfügung zu stellen, da sich viele Menschen derzeit noch in Übergangsunterkünften befinden und weitere Menschen noch dazu kommen werden. „Die Anzahl der AsylwerberInnen, die in Tirol untergebracht werden müssen, beträgt nicht einmal 0,2 Prozent der Bevölkerung. Nicht 2 Prozent, sondern 0,2 Prozent", betont LR Gangl, „das müsse doch zu schaffen sein!" Die Vorwürfe der Grünen weist die Soziallandesrätin entschieden zurück, da es sich bei der Beschaffung von Unterkünften nicht um Heimlichtuerei, sondern um eine Angelegenheit handle, die sensibel angegangen werden müsse. Außerdem sei die Unterbringung in Containern nichts Schlechtes; bei der Gestaltung der Wohnräume werden unter anderem Architekten zu Rate gezogen, damit AsylwerberInnen eine menschenwürdige Unterkunft unter Achtung ihrer Intimsphäre zur Verfügung gestellt werden kann.

„Das Land arbeitet mit unterschiedlichen Organisationen zusammen, welche im Auftrag und gegen Bezahlung Betreuungsmaßnahmen übernehmen. Vorrangig sind hier die Caritas, die Österreichische Gesellschaft für Notfallpsychologie, die Diakonie, das Rote Kreuz sowie der Verein für Obdachlose zu nennen", fügt LR Gangl abschließend hinzu.

Einige Eckpunkte zur Grundversorgung von AsylwerberInnen:

  • Unterbringung unter Achtung der Menschenwürde und der Einheit der Familie;
  • Angemessene Verpflegung;
  • Im Bedarfsfall medizinische Untersuchung bei der Erstaufnahme;
  • Krankenversicherung durch Bezahlung der Krankenversicherungsbeiträge;
  • Darüber hinausgehende notwendige medizinische Leistungen, die nicht durch die Versicherung abgedeckt sind (nach Einzelprüfung);
  • Maßnahmen für pflegebedürftige Personen wie etwa eine Heimaufnahme;
  • Gleichbehandlung aller AsylwerberInnen in Österreich;
  • Gleiche Aufteilung auf alle Bundesländer entsprechend der jeweiligen Bevölkerungzahl, das bedeutet für Tirol eine Quote von 8,38 Prozent.
  • Keine Verschiebung mehr von einem Bundesland in das andere durch eine gerechte, zentrale Aufteilung.
     
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