Schönborn: Nationalismus ist Perversion echter Vaterlandsliebe  

erstellt am
05. 05. 04

Nur die Besinnung auf die Barmherzigkeit Gottes kann die Folgen der Ideologien überwinden, sagte der Wiener Erzbischof bei einer Gebetsvigil
Wien (kath.net / PEW) - Mit dem Beitritt der zehn neuen Mitgliedsstaaten zur Europäischen Union wurden die Folgen des Zweiten Weltkriegs endgültig überwunden. Das sagte Kardinal Christoph Schönborn am Samstag (01. 05.) bei einer Gebetsvigil in der Wiener Franziskanerkirche, die mit einem "Gebet für Europa" verbunden war. Der Wiener Erzbischof erinnerte daran, dass Papst Johannes Paul II. unermüdlich zur Wiederentdeckung des gemeinsamen Europa aufgerufen habe, um aus christlicher Überzeugung die Wunden der Vergangenheit zu heilen.
Der Nationalismus sei eine "Pseudoreligion", die eine echte Vaterlandsliebe pervertiere: "Wir dürfen unsere Heimat innig lieben, aber es ist nicht Gott", unterstrich Kardinal Schönborn. Auch Europa sei nicht "das Reich Gottes": Der Christ wisse, dass "unsere Heimat im Himmel ist". Die Ideologien des Nationalismus, Rassismus, Nationalsozialismus, Kommunismus hätten das zerstörerische Feuer des Hasses in die ganze Welt hinaus getragen, betonte der Wiener Erzbischof.

Europa sei "durch diese Ideologien schuldig" geworden, habe durch die zwei Weltkriege "wirklich die ganze Welt in Flammen gesetzt". Die "Orgie des Hasses" habe die "entsetzlichen Missetaten" von KZ und Gulag ausgelöst. Nur die Besinnung auf die Barmherzigkeit Gottes könne den Hass und das Böse überwinden.
     
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