Graz: Testbetrieb Digitalen terrestrischen Fernsehens  

erstellt am
17. 05. 04

Morak: bis 2007 unter den Top 10 Europas
Grawz (bpd/sts) - „Seit zehn Tagen läuft nun der Pilotversuch in Graz, der das ‚Fernsehen der Zukunft’ Realität werden lässt. Das ist besonders erfreulich, da wir vor etwa drei Jahren mit dem Beschluss des Privatfernsehgesetzes auch den Grundstein für Digitalfernsehen gelegt haben. Wir haben damals als Schlusslicht Europas im elektronischen Bereich einen beherzten, medienpolitischen Aufholprozess begonnen. Knapp drei Jahre später sind wir der Zukunft bedeutend näher gekommen“, so Medienstaatssekretär Franz Morak am Donnerstag (13. 05.) abend bei der Eröffnung des Gala-Symposions in Graz anlässlich des kürzlich gestarteten Pilotversuchs für digitales terrestrisches Fernsehen in der Steiermark.

Die Einführung von Digitalfernsehen in Österreich erfolge vor dem Hintergrund einer schwierigen Marktsituation. Um hier Impulse zu setzen, habe die Bundesregierung ein entsprechendes Instrumentarium geschaffen, den mit 7,5 Mio. Euro dotierten bei der RTR eingerichteten Digitalisierungsfonds. Darüber hinaus definiere auch die derzeit in Begutachtung befindliche Novelle zum Privatradio-, Privatfernseh- und KommAustria Gesetz die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen ein Umstieg in Österreich erfolgen soll. „Wesentlich dabei ist die Gewährleistung des diskriminierungsfreien Zugangs zu Multiplex-Plattformen sowie den zugehörigen Einrichtungen und die Auflage für den Multiplexbetreiber, ein meinungsvielfältiges und österreichbezogenes Programmbouquet zu verbreiten. Die Ausschreibung für den Multiplexer soll bereits im kommenden Jahr erfolgen“, kündigte Morak an.

Damit rechtzeitig die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden können, würde „eine Verzögerung dieser Gesetzmaterien nicht nur die zukunftsorientierte Entwicklung in Österreich sondern auch den Medienstandort Österreich gefährden. Eine rasche Umsetzung, die sich an europäischen Standards orientiert, muss daher prioritäres Ziel verantwortungsvoller Medienpolitik sein“, betonte der Staatssekretär. Außerdem werde es nicht möglich sein „sich von diesem internationalen Prozess abzukoppeln. Wir sollten daher alles unternehmen, um uns an die Spitze dieser technologischen Umwälzung zu setzen. Unser Ziel ist es, bis 2007 zu den Top 10 Europas zu gehören“, kündigte der Staatssekretär an. Bei aller technischen und wirtschaftlichen Diskussion habe aber weiterhin der Rezipient und Mediennutzer im Vordergrund zu stehen. Der Mehrwert für jeden Einzelnen müsse klar ersichtlich sein. Abschließend dankte der Staatssekretär den weiteren Kernpartnern ORF, Telekom und Siemens für ihr Engagement in diesem Projekt und dem Land Steiermark für die Ermöglichung des Pilotversuchs in Graz.
     
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