Grenzüberschreitender Beschäftigungspakt besiegelt  

erstellt am
13. 05. 04

Neue Kooperationsbasis für Wirtschaftsraum Burgenland – West-Ungarn
Eisenstadt (blms) - In Szombathely wurde am Mittwoch (12. 05.) eine Rahmenvereinbarung zwischen der EuRegio West/Nyugat Pannonia (Komitate Györ-Moson-Sopron, Vas und Zsala bzw. Land Burgenland), den Komitatsarbeitsämtern Györ-Moson-Sopron, Vas und Zsala sowie dem Arbeitsmarktservice Burgenland unterzeichnet. Diese Vereinbarung hat zum Ziel, einen grenzüberschreitenden Beschäftigungspakt für die Zukunft vorzubereiten. Ein Entwicklungsleitbild, das von einem gemeinsamen Wirtschaftsraum Burgenland West-Ungarn ausgeht und Schritt für Schritt - durch gemeinsame grenzüberschreitende Aktivitäten - zur Steigerung des Wirtschafts- bzw. Beschäftigungspotentials realisiert werden soll, bildet den Hintergrund für diese Vereinbarung.

"Die Erweiterung der Europäischen Union macht eine integrative und vernetzte Vorgangsweise in der Arbeitsmarktpolitik zum Gebot der Stunde. Wir treten deshalb für die Schaffung von grenzüberschreitenden Beschäftigungsmaßnahmen ein", so Landesrat Dr. Peter Rezar, der in Vertretung von Landeshauptmann Hans Niessl diese Vereinbarung unterzeichnete.

Seit dem Jahr 1991 besteht die auf mehr als ein Jahrzehnt zurückgehende, grenzüberschreitende, arbeitsmarktpolitische Zusammenarbeit zwischen West-Ungarn und Ost-Österreich. Seit 1995 wird diese durch die EU-Programme PHARE, CBC und INTERREG, bzw. aus nationalen Mitteln der beiden Staaten gefördert. Die gemeinsame Arbeit führte zu einer fortlaufenden Entwicklung und Vertiefung der arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischen Kooperation der beteiligten Partner aus Österreich und Ungarn. Herausragendstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist das 1998 in Kraft getretene Grenzgängerabkommen zwischen den beiden Ländern.

Die Intensivierung der bestehenden beschäftigungspolitischen Kontakte wird durch den Beitritt Ungarns zur Europäischen Union besonders in der Grenzregion, die bereits einen in vielerlei Hinsicht zusammengehörenden Wirtschaftsraum bildet, notwendig. Ziel der vorliegenden Rahmenvereinbarung ist es, den Beginn der operativen Vorbereitungsarbeiten für einen grenzüberschreitenden Beschäftigungspakt zu gewährleisten, betonte Landesrat Dr. Peter Rezar.

Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung von gemeinsamen Strategien auf Basis einer Analyse von arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitischen Daten, ein Erfahrungsaustausch und Know-How-Transfer im Rahmen von Konferenzen, Seminaren, Studienreisen, bilateralen Messen und sonstigen Initiativen, die Umsetzung von gemeinsamen Projekten durch die Entwicklung gemeinsamer Qualifikationsmaßnahmen in Abstimmung mit der Wirtschaft, durch die Förderung der Zusammenarbeit verschiedener Branchen (Cluster) sowie durch die Entwicklung von Humanressourcen für gemeinsame Projekte.

Die möglichen Kooperationsbereiche sollen einen Beitrag zur längerfristigen Gründung eines grenzüberschreitenden Beschäftigungspaktes innerhalb des Raumes der EuRegio West/Nyugat Pannonia leisten. Während der Umsetzung der Rahmenvereinbarung sollen diese weiterentwickelt und durch die Erarbeitung von weiten kooperativen Arbeitsformen und Strukturen ergänzt werden.
     
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