Wirtschaft und Exekutive starten gemeinsame Sicherheitskampagne  

erstellt am
11. 05. 04

Präsident Leitl: Sicherheit ein ganz wichtiger Wirtschaftsfaktor – WKÖ und Innenministerium richten Sicherheits-Hotline 0800-221 221 ein
Wien (pwk) - Ein demonstrativer Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Exekutive und die sofortige Umsetzung einer von beiden Partnern unterstützten Aufklärungs- und Informationskampagne unter dem Motto "Sichere Betriebe in einem sicheren Österreich" sind die Antwort auf die seit rund einem Jahr in Österreich steigende "importierte Kriminalität". Ziel der von Innenministerium, Wirtschaftskammer Österreich, Kuratorium Sicheres Österreich und der Internationalen Handelskammer (ICC) getragenen Aktion ist es, die Sicherheitslage in den heimischen Unternehmen zu verbessern und damit dem steigenden Sicherheitsbedürfnis im Lande Rechnung zu tragen.

"Österreich ist das sicherste Land der Welt. Darauf sind wir stolz, dürfen uns auf diesen Lorbeeren aber nicht ausruhen. Die jetzt anlaufende Beratungsaktion ist ein Signal an unsere Mitglieder, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen und rasch handeln", gab der Präsident der Wirtschafskammer Österreich, Christoph Leitl, heute, Montag, gemeinsam mit Innenminister Ernst Strasser den Startschuss zu einer umfassenden Sicherheitskampagne. Diese umfasst u.a. 40 Informationsveranstaltungen im Rahmen einer österreichweiten Sicherheits-Road Show ab September, eine Info-Broschüre für die Betriebe (Leitl: "Vorsorge ist bekanntlich die beste Vorbeugung") sowie die Einrichtung einer Sicherheits-Hotline ab Juni unter der Nummer 0800 221 221. "Da kriminelle Handlungen meist ein sehr rasches Eingreifen erfordern, werden wir den Betroffenen über diese Hotline mit raschem Rat und rascher Hilfe zur Seite stehen", kündigte Leitl an.

Nach einer vom 21. bis 23 April durchgeführten Umfrage bei Unternehmen in den Bundesländern Oberösterreich, Niederösterreich, Wien, Burgenland, Steiermark und Kärnten stellt die Kriminalität für 70 Prozent der Betriebe ein ernstes Problem dar. Im Vordergrund der Befürchtungen, vor allem der Handelsbetriebe, stehen Einbruchsbanden, Ladendiebstahl und organisierte Kriminialität.

Sicherheit ist Voraussetzung für einen attraktiven Wirtschaftsstandort, Prävention daher von entscheidender Bedeutung, betonte Präsident Leitl: "Die EU ist eine Sicherheitsunion. Die Erweiterung bringt uns einen zweiten Sicherheitsgürtel, wie das Beispiel Slowenien bereits jetzt zeigt. Große Bedeutung kommt den neuen Außengrenzen zu. Da werden wir uns entsprechend einbringen".

"Wir stehen vor der neuen Herausforderung der importierten Kriminialität von Ländern jenseits der neuen EU-Außengrenzen. Die Öffnung der Grenzen Österreichs zu den neuen Mitgliedern nach Schengen-Kriterien ist daher erst möglich, wenn die neuen Außengrenzen entsprechend geschützt sind. Dies ist voraussichtlich erst gegen Ende dieses Jahrzehnts denkbar", erklärte der Innenminister. Die neuen Strukturen der Exekutive haben, so Strasser, bereits erste Früchte getragen. Erstmals seit längerer Zeit gab es im April einen deutlichen Rückgang in der Kriminalität, und zwar um 12,8 Prozent. "Die Wiener Polizeireform hat voll gegriffen, auch die Neuausrichtung des Asylsystems funktioniert. Die Aufklärungsquote konnte in den ersten vier Monaten d.J. um ein Prozent, in Wien sogar um 3,65 Prozent gesteigert werden", zog der Innenminister eine positive Zwischenbilanz der Neuorganisation in seinem Ressort.
     
zurück