BA-CA EinkaufsmanagerIndex im Juni: Index erreicht höchsten Wert seit dreieinhalb Jahren
Wien (ba-ca) - Die Industrie befindet sich in bester Stimmung: Der BA-CA Einkaufsmanager-
Index weist für den Juni einen Wert von 55,5 aus. Er liegt somit nicht nur deutlich über dem Wert des
Vormonats von 54,6 (Werte über 50 zeigen Wachstum an) - der BA-CA EMI hat im Juni auch den höchsten Wert
seit dreieinhalb Jahren erreicht. "Die Wirtschaftsdynamik hat im ersten Halbjahr klar zugenommen", so
Marianne Kager, Chefvolkswirt der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA).
Die Einkaufsmanager registrieren weiterhin eine zunehmende Dynamik bei den Auslandsaufträgen. Der Indexwert
für die Auslandsaufträge steigt erneut von 54,1 auf 56,4.
Entsprechend positiv beurteilen die Einkaufsmanager auch den Auftragsbestand, der mit 57 einen bisherigen Höchststand
erreicht. Die verbesserte Auftragssituation führt zu einer erneuten Beschleunigung der Produktion. Die Auftragslage
läßt auch eine Verbesserung der Beschäftigungssituation erwarten, die Einkaufsmanager melden steigende
Beschäftigung.
Wie bereits im Mai melden auch im Juni die Einkaufsmanager deutlich steigende Einkaufspreise. Wie schon zuletzt
geben fast drei Viertel der Einkaufsmanager an, dass sich die Einkaufspreise gegenüber dem Vormonat erneut
erhöht haben. "Die globale Konjunkturerholung im Verbund mit den Engpässen an den Rohstoffmärkten
ist es, die die Einkaufspreise unverändert stark steigen lässt", so Stefan Bruckbauer von der Konzernvolkswirtschaft
der BA-CA.
Die positive Konjunkturstimmung in der Industrie wird auch bestätigt durch die Bereitschaft bei der Mehrheit
der Industriebetriebe, ihre Vormateriallager weiter aufzufüllen. Der leichte Rückgang bei der Zahl der
Betriebe, die steigende Vormateriallager melden, dürfte weniger auf die geringe Nachfrage als auf die erneut
gestiegenen Lieferzeiten zurückzuführen sein. Der Anteil der Unternehmen, die im Vergleich zum Vormonat
steigende Lieferzeiten meldeten erreichte ebenfalls einen Wert wie zuletzt Ende 2000.
Nach Meinung der BA-CA Ökonomen bestätigt das Konjunkturbild des BA-CA EMI die gestiegene Dynamik der
Industrieerholung im Verlauf des ersten Halbjahres. Kager: "Die Industrieproduktion dürfte im zweiten
Quartal erneut an Dynamik gewonnen haben. Die höheren Rohstoffpreise können den Aufschwung zwar etwas
abschwächen, aber nicht mehr abwürgen." Die gestiegene Dynamik der Industrie sollte nun auch dazu
beitragen, dass der Aufschwung an Breite gewinnt. "Unsere optimistische Erwartung, dass Österreichs Wirtschaft
heuer zwei Prozent wachsen kann", so Bruckbauer, "wird aufgehen."
Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen
unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer
sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage
unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter
der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird. |