Kampf der Umweltbelastung: Landesregierung setzt auf Methangasbusse  

erstellt am
13. 09. 04

Bozen (lpa) - Bereits im Jahr 2006 sollen in Südtirols urbanen Gebieten - allen voran in der Landeshauptstadt Bozen - nur noch Busse mit umweltfreundlichem Methangasantrieb verkehren. Am Freitag (10. 09.) ist mit der Vorstellung der sechs neu angekauften Methanbusse ein weiterer Schritt gemacht worden, um diesem ehrgeizigen Ziel näher zu kommen.

Mit ihrer Präsenz bei der am Bozner Dominikanerplatz abgehaltenen Pressekonferenz unterstrichen die drei Landesräte Thomas Widmann (Verkehr), Michl Laimer (Umwelt) und Richard Theiner (Gesundheit) sowie Bozens Bürgermeister Giovanni Salghetti Drioli die Bedeutung dieser Umweltoffensive im Verkehrsbereich. "Mit dem Ankauf von sechs neuen Methanbussen stehen nun 32 solcher umweltfreundlicher Busse auf der Straße, Ende Oktober werden fünf weitere dazu kommen", erklärt dazu Verkehrslandesrat Widmann. "Damit wird ein Drittel der Flotte mit Methanantrieb unterwegs sein."

Doch damit nicht genug. Bis ins Jahr 2006 sollen die gesamten im Stadtbereich von Bozen, Leifers und Meran (samt Lana) verkehrenden Busse mit Methangasantrieb ausgerüstet sein. Dies ist angesichts des immer größer werdenden Problems der Feinstaubbelastung in den Städten auch dringend notwendig: "Man muss sich vor Augen halten, dass die alten Euro-0-Busse einen Feinstaubausstoß produzieren, der mit jenem von 500 Diesel-Pkw vergleichbar ist", erläuterte Landesrat Michl Laimer heute. "Und ein Diesel-Pkw produziert wieder so viel Feinstaub, wie 100 Benzin-Personenwagen." Die Rechnung ist also eine einfache: In Sachen Feinstaubbelastung, die beim Methanantrieb auf Null gesetzt wird, entspricht der Austausch eines alten Busses mit einem methanbetriebenen 50.000 Pkw, die weniger auf der Straße stehen.

Dies ist auch der Grund, warum sich Gesundheitslandesrat Richard Theiner für diese Initiative stark macht: "Die Gesundheit ist unser oberstes Gut. Da ist es nur recht und billig, wenn wir in den Einsatz von gasbetriebenen öffentlichen Verkehrsmitteln investieren, die die Voraussetzung für einen gesunden Lebensraum bilden", so Theiner.

Die Mittel für die Umstellung auf den Methangasantrieb kommen aus dem Ressort Mobilität von Landesrat Widmann und belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro jährlich. Damit diese Investitionen sich lohnen, müssen die Methangasbusse natürlich auch von den Bürgern genutzt werden. Dafür wirbt man nun mit einer eigenen Sensibilisierungskampagne unter dem Motto "Wir bringen die Zukunft in Bewegung". Mit Plakaten und Blumen in den Bushaltestellen. Und nicht zuletzt mit Blumen auf den neuen Methanbussen als sichtbares Zeichen für die Umstellung.
     
zurück