Kärntner Agrarbericht 2003: Positives und Negatives  

erstellt am
29. 09. 04

LR Martinz: Konstante Zahlen bei Betrieben und Investitionen – Rückgang beim bäuerlichen Einkommen
Klagenfurt (lpd) - Über die Lage der Kärntner Land- und Forstwirtschaft 2003 informierte am Montag (27. 09.) Agrarlandesrat Josef Martinz. Einerseits sei die Zahl der bäuerlichen Betriebe in Kärnten konstant geblieben, berichtete Martinz, andererseits sei aber auch die bäuerliche Arbeit von Preisverfall und Katastrophen nicht verschont geblieben.

Die konstant bleibende Zahl an bäuerlichen Betrieben zeige, dass unsere Bauern Tag für Tag mit Mut und Zuversicht an ihre Arbeit gehen, betonte Martinz. Insgesamt bewirtschaften 28.000 Bauern eine land- oder forstwirtschaftliche Fläche in Kärnten. 22.000 besitzen mindestens einen Hektar und 13.000 führen ihre Betriebe nach betriebswirtschaftlichen Kriterien. Auf diesen 13.000 Höfen leben insgesamt 75.000 Menschen. Zwei Drittel dieser Höfe befinden sich in sogenannter extremer Lage, das heißt sie sind auf Grund von Klima, Hanglage oder Seehöhe benachteiligt. Von den in Kärnten insgesamt 254.200 Erwerbstätigen arbeiten 16.000 in der Landwirtschaft, das sind 6,5 Prozent.

Ein weiteres Indiz für die Zuversicht der Land- und Forstwirte sei auch deren konstante Investitionstätigkeit im letzten Jahr, so der Agrarlandesrat weiter. 180 Millionen Euro investierten sie in die Zukunft ihrer Betriebe. „Damit ist die Landwirtschaft auch der zentrale Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum, denn dieser Rückfluss in die Betriebe ist höher als in anderen Branchen und 50 Prozent der Investitionssumme fließen direkt in branchennahe Betriebe“, erläuterte Martinz.

Insgesamt erwirtschafteten die Kärntner Land- und Forstwirte einen Produktionswert von 537 Millionen Euro. Zwei Drittel davon kommen aus der Landwirtschaft, ein Drittel aus der Forstwirtschaft. „Mit diesem Wert liegt Kärnten im Österreichweiten Vergleich an der hervorragenden vierten Stelle“, sagte der Agrarlandesrat. Innerhalb der Landwirtschaft dominiert die tierische Produktion.

Das Jahr 2003 habe aber die bäuerliche Arbeit vor Preisverfall und Katastrophen nicht verschon: „Durch globale Entwicklungen und witterungsbedingte Einflüsse sind die Einkünfte unserer Land- und Forstwirte um sechs Prozent zurückgegangen“, berichtete Martinz. Kärnten habe damit die Einkommenssteigerung aus dem Jahr 2002 verloren und auch den negativen Bundestrend mitgemacht. Die Dürre habe neben dem Preisverfall bei Schweinefleisch (- 7,3 Prozent) und bei der Milch (- 6,3 Prozent) den Bauern besonders zugesetzt. Nur ein Bruchteil sei mit 1,3 Millionen Euro Entschädigung aufgefangen worden, so der Agrarlandesrat. „Da die tierische Produktion in Kärnten mit 54 Prozent des gesamten Produktionswertes dominiert, waren die Bauern damit doppelt getroffen.“ Doch sehe er für 2004 bereits die Erholung des Marktes, sodass man guter Dinge sein könne, meinte Martinz.

Martinz appellierte an die Kärntner Bauern in Zukunft zu kooperieren: „Es gibt mittlerweile zahllose Beispiele, die zeigen dass Kooperationen funktionieren und die Wertschöpfung in den Regionen erhöhen sowie das Bewusstsein der Bevölkerung für heimische Nahrungsmittel stärken.“ Das bekräftigte auch Landwirtschaftskammer-Präsident Walfried Wutscher: „Würden die Konsumenten nur um zehn bis 15 Prozent mehr heimische Produkte kaufen, würde das 2,1 bis 5,9 Milliarden Euro mehr an Bruttoinlandsprodukt bringen.“

Bestes Beispiel für die Erschließung neuer Einkommensquellen sei die Initiative „Urlaub am Bauernhof“, betonte Martinz. Bereits 17 Prozent des landwirtschaftlichen Produktionswertes stamme aus Urlaub am Bauernhof, der Direktvermarktung und der landwirtschaftlichen Dienstleistungen. „In diesem Bereich sind die Kärntner im Österreichvergleich Spitzenreiter“, so der Agrarlandesrat. Auch die landwirtschaftlichen Fachschulen freuten sich über wachsende Schülerzahlen: „Auf eine ausgezeichnete Ausbildung wird künftig weiter großes Augenmerk gelegt, denn hier liegt die Zukunft unserer jungen Land- und Forstwirte.“
     
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