Platter: Bis zu 300 Soldaten für Bosnien-Herzegowina  

erstellt am
29. 09. 04

Ministerrat beschließt Aufstockung um 150 Soldaten - Südosteuropa ist sicherheitspolitischer Schwerpunkt Österreichs
Wien (bmlv) - "Wir werden künftig bis zu 300 Soldaten in Bosnien-Herzegowina stellen und damit unsere Kontingentsstärke verdoppeln. Der Ministerrat hat beschlossen, das österreichische SFOR-Kontingent um bis zu 150 Soldaten aufzustocken", sagte Verteidigungsminister Günther Platter am Montag (27. 09.). "Ohne stabiles Umfeld kein sicheres Österreich. Daher ist mein außenpolitischer Schwerpunkt Südosteuropa." Mit dem heutigen Ministerratsbeschluss werde Österreich künftig bis zu 850 Soldaten in Südosteuropa stellen.

Die bisher von der Nato geführte Mission in Bosnien-Herzegowina wird mit Jahreswechsel zur Friedensmission "Althea" der EU, weshalb amerikanische Soldaten abgezogen werden. "Die Europäische Union ist bereit, Verantwortung für ihr sicherheitspolitisches Umfeld zu übernehmen", so Platter. Österreich sei durch seine geografische Lage besonders von der Situation in Südosteuropa betroffen. "Darum stellen wir künftig bis zu 300 Soldaten für den Friedenseinsatz in Bosnien-Herzegowina zur Verfügung", betonte der Verteidigungsminister. "In der gesamten Region werden wir damit insgesamt bis zu 850 Soldaten stellen.

Österreichs derzeitiges SFOR-Kontingent ist gemeinsam mit Soldaten aus Slowenien und Italien im Süden Bosnien-Herzegowinas in einer "Multinational Specialized Unit" (MSU) stationiert. Die Aufgaben des Kontingents umfassen auch den sicherheitspolizeilichen und kriminalistischen Bereich. Geplant ist nun, dass österreichische Soldaten auch in der "Multinational Task Force North" (MNTF North) in einem Kontingent mit tschechischen und finnischen Soldaten Friedensarbeit leisten. Die KFOR-Soldaten überwachen den brüchigen Frieden zwischen den Volksgruppen im Kosovo.
     
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