Gesteigerte Umwelt- und Energieeffizienz im NÖ Wohnbau  

erstellt am
04. 11. 04

St. Pölten (nlk) - LH-Stv. Liese Prokop und Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank zogen am Mittwoch (03. 11.) in St. Pölten eine Zwischenbilanz über den erfreulichen Trend seit der Einführung des verpflichtenden Nachweises der Energiekennzahl. Die „Wohnbauförderung neu“ wurde mit Beginn dieses Jahres gestartet.

Prokop sprach dabei von einem beispielhaften Schritt in Richtung Nachhaltigkeit, Schutz der Ressourcen und Senkung der Energiekosten. Die nun eingereichten Bauvorhaben lägen bei Einfamilienhäusern bei einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 30 KWh, bei großvolumigen Bauten bei durchschnittlich 22 KWh.

Anreize seien besser als Verbote, so Prokop. Bei neuen Wohnungen, von denen in Niederösterreich in den kommenden Jahren rund 12.000 jährlich gebaut werden, führe das neue Fördermodell dazu, dass „sowohl Mensch als auch Umwelt gewinnen“. Dazu trage dieses Modell zu einer drastischen Reduktion der Treibhausgasemissionen und zu einer gesteigerten Lebensqualität sowie Energiekosteneinsparungen bis zu 80 Prozent und einem hohen Wiederverkaufswert bei.

Darüber hinaus sei die gezielte Förderung gesteigerter Umwelt- und Energieeffizienz auch im Bereich der Sanierung sehr wichtig, die in Niederösterreich derzeit 60 Prozent im Wohnbau ausmache. Es gebe noch rund 250.000 Wohneinheiten aus den Jahren zwischen 1945 und 1980, die als „große Energiefresser“ gelten. In der neuen Wohnbauförderung würden bei der thermischen Sanierung bis zu 100 Prozent der anerkannten Gesamtbaukosten gefördert, wenn die Differenz zwischen Ist- und Soll-Zustand 50 Prozent betrage. Auch für Heizungsanlagen mit biogenen Brennstoffen und/oder mit Nutzung von Umweltenergie würden 70 Prozent der Sanierungskosten anerkannt, so Prokop.

Bei der gemeinsam mit dem „Netzwerk Energie“ ins Leben gerufenen „CO2-Rückholaktion“ hätten sich mittlerweile mehr als 2.600 private Haushalte beteiligt. Daneben böten auch die Donau-Universität Krems, „die umweltberatung“ Niederösterreich, die Betriebe des Ökobau-Clusters u. a. kostenfreie Beratungen bei der Erstellung des NÖ Energieausweises, so Prokop.

Auch Plank sprach von einem „gewaltigen Meilenstein“, der Niederösterreich im Wettbewerb der europäischen Regionen ganz nach vorne bringe und dessen wirtschaftliche Effekte durch Know-how-Export weit über die Grenzen des Landes hinaus reichten. Die gesamte Landesregierung stehe hinter dem NÖ Energiekonzept und Klimaprogramm, die sich der sparsamen Nutzung von Ressourcen und dem weitestgehenden Einsatz von erneuerbaren heimischen Energieträgern verschrieben hätten.

Gemeinsam mit den Maßnahmen der Wohnbauförderung trage der Einsatz erneuerbarer Energie zum nachhaltigen Erfolg der klimapolitischen Ziele des Landes bei. Aus der Sicht des ländlichen Raums komme noch das große Potenzial im Bereich der nachwachsenden Rohstoffe für die Dämmstoffindustrie hinzu, sagte Plank.

Der NÖ Biomassefonds unterstütze die Errichtung kommunaler Heizwerke, insgesamt gebe es in Niederösterreich bereits 210 Fernheizwerke mit einer Leistung von 250 MW und nahezu 10.000 Wärmekunden. Zusammen mit der ständig verbesserten Technik und dem nachweisbaren Komfortgewinn würden speziell die hohen Erdölpreise dazu beitragen, dass es für diese Anlagen künftig einen stark wachsenden Markt gebe, so Plank. Zudem gebe es beim Einsatz von Biomasse keine Rohstoffprobleme, der Nutzungsgrad liege maximal bei zwei Dritteln.

Informationen: http://www.noe.gv.at/wohnbau
     
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