Hainburger Au-Besetzung online erleben!  

erstellt am
01. 12. 04

Wien (oedat) - Ein Hauch von Abenteuer liegt bis heute über dem 20 Jahre zurückliegenden Großereignis in der Hainburger Au. Nach dem bereits zuvor erfolgreichen Widerstand gegen das AKW Zwentendorf war damals wohl gleichzeitig Gründungs- und Sternstunde der österreichischen Umweltbewegung. Prägend und unvergesslich für fast eine ganze Generation. Unzählige Feiern, Berichte und sogar eine Sonderbriefmarke zeigen zur Zeit die Bedeutung der Vorgänge von damals. Die Übersicht über alle aktuellen Termine und die Möglichkeit, damalige Spannung hautnah in Text, Bild und Ton mitzuerleben, bietet die neueste Internet-Seite von OEDAT/Soyka "http://www.hainburg20.at".

Was brachte mehr als 7.000 Frauen und Männer in den Dezembertagen des Jahres 1984 dazu, die Vorweihnachtszeit in einem Auwald bei Schnee, Eis und Kälte zu verbringen? Trotz des Risikos, von 2.000 Polizisten mit Knüppeln aus ihren Zelten und Lagern unter knallharten Bedingungen wieder vertrieben zu werden? - Was ist es, das Menschen dazu bringt, sich an Bäume zu ketten, um diese vor Motorsäge und Bulldozer zu bewahren?

Nicht immer war der Umweltschutz in Österreich ein allseits anerkannter Wert! In diesem Sinne versteht sich www.hainburg20.at nicht nur als Dokumentation und aktuelle Aktions-Homepage. Viel mehr lädt die Seite zum Nachdenken ein über unsere Stellung zu Grundwerten wie Demokratie und Leben. Die Seite öffnet speziell für die Jüngeren unter uns auf spannende Weise den Zugang zu einem verstärkten politischen Bewußtsein. Denn neben dem Streit um die neue "Lobau-Autobahn" gibt es hier auch einige andere aktuelle Parallelen...

"www.hainburg20.at" dokumentiert die wichtigsten historischen Ereignisse beginnend mit 1982, berichtet umfassend über die Au-Besetzung und Verhinderung des Wasserkraftwerkes 1984 bis hin zur Gründung des "Nationalparks Donau-Auen" und damit die endgültige Rettung der Au 1996. Fotos und Erlebnisberichte, Zeitungsartikel, Video-Clips und Titelseiten von damals zeichnen ein bewegtes Bild. Aber auch prominente Stimmen zu "Hainburg" aus heutiger Sicht sind enthalten sowie ein Pressespiegel und Veranstaltungskalender mit allen aktuellen Events zum Thema "20 Jahre Hainburg".

Ziel der neuen Internetseite ist es einerseits, eine umfassende Dokumentation mit vielen verschiedenen Stimmen und Sichtweisen darzustellen, anderseits auch jüngeren Menschen dieses umwelt- und demokratiepolitisch wichtige Ereignis näher zu bringen und aus heutiger Sicht zu hinterfragen. Umweltschutz war nicht immer selbstverständlich, mußte erst erkämpft werden und erlebte im Dezember 1984 den Durchbruch ins öffentliche Bewusstsein. Holger Soyka, Initiator und Herausgeber der Seite formuliert die Botschaft an die vorwiegend jungen Besucher kurz und bündig mit "Courage lohnt sich...!" - "Das wollten wir mit unserer Seite - neben dem Dank an alle damaligen AktivistInnen - zeigen."

"www.hainburg20.at" wird in Zusammenarbeit mit dem WWF, dem Forum Wissenschaft und Umwelt, ARGE Schöpfungsverantwortung, der ÖGUT, Global2000, AGENDA X, AAI und vielen anderen Umweltgruppen erstellt. Unterstützt wurde der Herausgeber OEDAT/Soyka (bekannt durch das jährliche "ÖKO-Adressbuch für Österreich" und http://www.oekoweb.at) vom Umweltministerium sowie Sponsoren aus dem Energiesparbereich wie dem Dämmstoffhersteller ISOVER Austria AG.

Wichtig scheint uns noch eines. Wem die Seite eigene Erlebnisse des Umwelt-Engagements in Erinnerung ruft: - Mit dem interaktiven "Gästebuch" findet sich auf "www.hainburg20.at" ein Forum, in dem persönliche Textbeiträge, Erfahrungs- und Bildberichte rund um „Hainburg“ einem jungen Publikum auf einfache Weise zugänglich gemacht werden können. Vorbild wirkt. Und ist heute vermutlich nötiger, denn je. Auf der Großveranstaltung am 8. Dezember in Stopfenreuth wird es mit Sicherheit nicht nur um Hainburg von 1984 gehen...
     
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