Europäische Kulturkonvention  

erstellt am
20. 12. 04

Europarat begeht in Wroclaw 50. Jahrestag
Innsbruck (rms) - Vom 9.-11- Dezember nahm Bgm. Hilde Zach in Wroclaw/ Breslau an den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Kulturkonvention teil. Sie besuchte die Veranstaltung in ihrer Funktion als Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultur des Kongresses der Gemeinden und Regionen im Europarat. Die Kulturkonvention bildet den Rahmen für die kulturelle Zusammenarbeit in Europa und verpflichtet die Staaten, für den Schutz und die Entwicklung des kulturellen Erbes der einzelnen Mitgliedsstaaten zu sorgen.

Da Polen momentan den Vorsitz im Ministerkomitee führt, fand der Kongress in der niederschlesischen Hauptstadt an der Oder statt. In der Universitätsstadt leben 700.000 Einwohner, davon 130.000 Studenten. Sie ist die viertgrößte Stadt in Polen und europaweit für ihre vielen internationalen kulturellen Veranstaltungen bekannt.

Die Konvention fordert die Mitgliedsstaaten auf, "Studium und Kenntnis der Sprachen, der Geschichte und der Zivilisation der anderen europäischen Länder zu fördern." Auch die Demokratisierung und die ausnahmslose Durchsetzung der Menschenrechte sind in der Konvention, die 1954 von 48 Staaten unterschrieben wurde, fest verankert. "Die Kultur kann der Weg sein, das zu erreichen" sagte Zach in einem Pressegespräch.

Auf dem Programm der Konferenz standen ein Rückblick und die Analyse der Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte. Hervorgehoben wurde, dass man sich zu einem Europa der Vielfalt bekenne, die gefördert werden soll. Kultur in allen ihren lokalen Ausprägungen schaffe Identität für die Menschen und deshalb stehe man zu der vielfältigen und vielschichtigen europäischen Kultur.

In einem weiteren Schritt wurde überlegt, wie die zukünftige Zusammenarbeit in den unterschiedlichen europäischen Regionen unter dem Dach der Konvention aussehen könnte. Dabei sollen auf der einen Seite die kulturelle und lokale Vielfalt erhalten bleiben und andererseits eine "europäische Kulturtradition" geprägt werden.

In ihrer Wortmeldung wies Bgm. Zach darauf hin, dass es überaus wichtig sei, im Zuge der schulischen Erziehung und Bildung möglichst früh mit Kultur konfrontiert zu werden und sie z. B. in den Unterricht einzubauen. Kultur sollte nicht einigen wenigen vorbehalten sein, sondern in die Breite getragen werden und für viele Menschen zum alltäglichen Leben gehören.

Die einstimmig angenommene "Wroclaw-Erklärung" beinhaltet u. a., dass Kultur nicht nur als Erhaltung von Altbekanntem und Schützenswertem angesehen werden darf, sondern auch das "Jetzt" zum Kulturellen Leben gehöre.
     
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