Wasserstraße Donau soll zur Vorrangstraße werden  

erstellt am
15. 02. 05

Wien (nöwpd) - Die Donau soll zu einer für Frachtschiffe ganzjährig befahrbaren Wasserstraße werden. Das ist ein zentrales Ziel des Nationalen Aktionsplans für die Donauschifffahrt, mit dem das Infrastrukturministerium den in Österreich bislang unterbewerteten Verkehrsträger für die Wirtschaft attraktiver machen möchte. "Die Donau verfügt noch über ausreichend freie Kapazitäten. Mit gezielten Entwicklungsmaßnahmen ließe sich das Transportaufkommen auf dem Strom bis zum Jahr 2015 von derzeit zwölf auf rund 30 Millionen Tonnen erhöhen", erklärt der für die Schifffahrt zuständige Staatssekretär Helmut Kukacka. Aber noch ist das Güterverkehrsaufkommen auf der Donau nicht nur im Vergleich zum Rhein, sondern auch im Verhältnis zu wesentlich kleineren westeuropäischen Wasserstraßen, wie z.B. dem Neckar oder der Mosel, unterdurchschnittlich.

Ein einziger auf der Donau schwimmender Schubverband mit einer Ladung von 3.700 Tonnen könnte 148 Lkw zu je 25 Tonnen von der Westautobahn verbannen. Dazu sei freilich notwendig, die Fahrwasserverhältnisse des Flusses entscheidend zu verbessern und - so Kukacka - "Flaschenhälse" zu beseitigen. "Dazu gehören die Stromabschnitte zwischen Straubing und Vilshofen, Wien und Hainburg sowie Gabcikovo und Budapest. Auch die Pontonbrücke in Novi Sad, die die Donauschifffahrt in Serbien noch massiv behindert, soll mit Hilfe der EU durch eine neue feste Brücke ersetzt werden", berichtet der Staatssekretär.

Um die Donau östlich von Wien durchgehend für Güterschiffe benutzbar zu machen, sind Investitionen in Höhe von rund 200 Millionen Euro erforderlich. Einen Teil davon will man mit Geldern der Europäischen Union kofinanzieren. "Einen entsprechenden Antrag bringen wir gemeinsam mit der Slowakei in Brüssel ein. Ist das flussbauliche Gesamtprojekt östlich von Wien umgesetzt, werden wir den Frachtschiffen eine gesicherte Abladetiefe von 2,50 Metern garantieren können", betont Kukacka.

Großes Interesse an einer verlässlichen Wasserstraße hat auch der Zuckerkonzern Agrana. Er plant die Errichtung einer 130 Millionen Euro teuren Produktionsanlage zur Erzeugung von Bioethanol, das in Hinkunft Kfz-Treibstoffen beigemischt werden soll. Für dieses Werk wäre ein Standort an der Donau optimal, weil dann der Abtransport der bei der Bioethanol-Produktion entstehenden Futtermittel kostengünstig per Schiff erfolgen könnte.

Informationen: http://www.via-donau.at
     
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