Burgstaller und Eisl beim Salzburger Gemeindetag 2005 im Schloss Goldegg
Salzburg (lk) - Jubiläum der Republik, Finanzgausgleich 2005, Sozialhilfe, Gesundheitswesen
und Spitäler – das sind die wesentlichen Themen, die am Dienstag (17. 05.) beim Salzburger Gemeindetag
2005 im Schloss Goldegg von Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller angesprochen wurden. Gemeindereferent Landeshauptmann-Stellvertreter
Dr. Wilfried Haslauer wurde dabei von Landesrat Sepp Eisl vertreten.
Der Salzburger Gemeindeverband (SGV) vertritt seit 1947 die Interessen seiner 118 Mitglieds- gemeinden gegenüber
Land und Bund, insbesondere in finanziellen Fragen. Der SGV ist zusammen mit der Landesgruppe Salzburg des Städtebundes
die gesetzliche Interessenvertretung der Salzburger Gemeinden. Er entsendet Vertreter in zahlreiche Beiräte
und Funktionen, wie beispielsweise in das Kuratorium der FVK-Fonds, den Naturschutzbeirat, den Landes- Feuerwehrrat
oder in die Fondskommission des FELS. Der SGV hat auch eine Servicefunktion gegenüber Gemeinden. Oberstes
Gremium ist die alljährlich stattfindende Verbandsversammlung des SGV als Vollversammlung der Mitgliedsgemeinden.
Jubiläum der Republik
Landeshauptfrau Burgstaller ging beim Gemeindetag unter anderem auch auf das Thema Jubiläum der Republik
ein und erklärte: Unmittelbar nach Kriegsende waren auch im Land Salzburg die Gemeinden des Landes die wichtigsten
Träger der Kontinuität des öffentlichen Lebens und der öffentlichen Verwaltung. Die Gemeinden
haben sich seither als „erste und den Bürger/innen nächsten Keimzellen der politischen Kultur in unserem
Land“, als maßgebliche Träger des Wiederaufbaues und als Wirtschaftsfaktoren und als unverzichtbare
Organisatoren des Gemeinwesens eindrucksvoll bewährt. Burgstaller betonte in diesem Zusammenhang: "Die
beste Basis für ein erfolgreiches Land sind erfolgreiche Gemeinden!"
Finanzausgleich 2005
Zum Thema Finanzausgleich erinnerte Burgstaller beim Gemeindetag daran, dass es durch eine neue Festlegung des
Bevölkerungsschlüssels zu einer Besserstellung von Gemeinden bis 10.000 Einwohner sowie zu einem Ausgleich
der Mindereinahmen der Städte durch Finanzzuweisungen des Bundes gekommen sei. Weiters hob sie hervor, dass
Länder und Gemeinden zusätzlich jährlich je 100 Millionen Euro Finanzzuweisungen des Bundes bekommen.
Durchbruch bei Sozialhilfe
Burgstaller erinnerte beim Thema Sozialhilfe daran, dass nach jahrzehntelangen Verhandlungen am 21. März folgende
"historische“ Einigung gelungen sei: Ab 1. Jänner 2006 wird es eine Veränderung des Schlüssels
in fünf Stufen auf 50:50 überall dort geben, wo die Gemeinden Transferzahlungen im Bereich der sozialen
Wohlfahrt leisten. Außerdem komme es zu einer Dämpfung der Dynamik bei den Sozialausgaben auf höchstens
drei bis fünf Prozent. Burgstaller sprach auch die gemeinsame Arbeitsgruppe von Land und Gemeinden an, die
Maßnahmen zur Reduktion der Kostendynamik erarbeitet. Auch die Einrichtung eines "Frühwarnsystems“
–Budgetdaten des Landes werden den Gemeinden mit dem Rechnungsabschluss des Vorjahres vorgelegt – kam zur Sprache.
Gesundheitswesen und Spitäler
Zum Thema Gesundheitswesen betonte Burgstaller, dass die Gemeinden wichtige Partner in der Finanzierung der ständig
steigenden Ausgaben für die Gesundheitsversorgung in Spitälern seien. Um die finanzielle Belastung für
die Gemeinden nicht unverhältnismäßig hoch werden zu lassen, wurde der gestiegene Finanzierungsbedarf
für die Krankenanstalten im heurigen Landesbudget abgedeckt.
Die mit dem Bund im Herbst vergangenen Jahres vereinbarte Gesundheitsreform sieht vor, dass ab 1. Jänner 2006
erstmals eine enge Zusammenarbeit der Länder mit den Sozialversicherungen und mit den weiteren Partnern Städtebund
und Gemeindeverband, Ärztekammer und Patientenvertretern umgesetzt wird. Dadurch sollen die gemeinsame Planung,
Steuerung und Finanzierung des gesamten Gesundheitsbereiches substanziell weiterentwickelt werden. Die Gesundheitsreform
bringe im Zusammenhang mit dem neuen Finanzausgleich konkret mehr Geld für die Gesundheitsversorgung in Salzburg.
Ein wesentlicher Bereich sei hier die Weiterentwicklung des medizinischen Leistungsangebotes in den Regionen, so
Burgstaller. Ebenso wichtig sei die spitalsübergreifende Kooperation im nicht-medizinischen Bereich wie z.
B. beim Einkauf, wo laut aktueller Focus-Studie Einsparungspotenziale in Millionenhöhe bestehen, die aber
keine Auswirkung auf die Qualität der medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten haben. In den
nächsten Jahren wird mit aller Kraft an der Realisierung von solchen Potenzialen gearbeitet, wobei die Kooperation
der Rechtsträgergemeinden ganz wesentlich ist. |