Tulln (boku) - Am Technopol Tulln werden "Ringversuche" zur Erhebung der Wassergüte durchgeführt.
Bisher haben schon über 300 Labors aus dem In- und Ausland teilgenommen LH-Stv. Gabmann: "Durch die innovative
Arbeit am Technopol Tulln profitiert Niederösterreichs Wirtschaft enorm".
Angenommen, Sie würden erfahren, dass Sie 70 kg plus/minus 10 kg wiegen, also Ihre Körpermasse irgendwo
zwischen 60 und 80 Kilogramm liegt, dann wären Sie mit diesem Messergebnis wohl nicht zufrieden?! Bei Analysen
von Umwelt- oder Lebensmittelproben hingegen ist eine solche (Un-)Genauigkeit von etwa 15 % allerdings durchaus
normal.
Wer aber sorgt dafür, dass die Messergebnisse verschiedener Labors miteinander vergleichbar und richtig sind?
Diese Thematik stand bei der gestrigen Fachveranstaltung am IFA Tulln (Interuniversitäres Department für
Agrarbiotechnologie) im Mittelpunkt. Zahlreiche Fachleute, Vertreter des Bundesministeriums für Land- und
Forstwirtschaft sowie die Stadtgemeinde Tulln nahmen an der Veranstaltung rund um das 10-Jahr Jubiläum "Qualitätssicherungszentrum
für die Wasseranalytik" teil.
Damit genannte Messergebnisse unterschiedlicher Labors vergleichbar sind, werden so genannte "Ringversuche"
durchgeführt. Dabei werden gleiche Proben an verschiedene Labors verschickt und von diesen analysiert. In
weiterer Folge werden die Ergebnisse vom Ringversuchsveranstalter gesammelt und gemeinsam ausgewertet. Die Labors
haben somit die Möglichkeit, ihre Messwerte mit jenen der anderen Labors zu vergleichen und dadurch ihre Leistung
zu überprüfen.
Das Analytikzentrum des Department für Agrarbiotechnologie (IFA-Tulln) der Universität für Bodenkultur
ist bereits seit 1995 Veranstalter solcher Ringversuche mit der Bezeichnung "Kontrollprobensystem". Dieses
System wird im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft betrieben, das im Zuge der Wassergüte-Erhebung
in Österreich zu einem der größten Auftraggeber für Wasseranalysen geworden ist.
Dieses Kontrollprobensystem wurde in den zehn Jahren seines Bestehens stetig erweitert. Wurden anfangs nur "einfache"
Parameter wie Nährstoffe und Schwermetalle in Wasser beobachtet, so umfasst das Programm derzeit verschiedene
Herbizide, den Benzinzusatzstoff MTBE und flüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe.
Die Anzahl der Teilnehmer an den einzelnen Kontrollprobenserien steigt kontinuierlich an. Bisher haben weit über
300 verschiedene Labors aus dem In- und Ausland an den Ringversuchen des IFA-Tulln teilgenommen. "Erfreulich
dabei ist die Tatsache, dass sich österreichische Analyselabors insgesamt auf einem hohen Stand befinden und
keinen Vergleich zu scheuen brauchen", erklärte Technopol-Manager DI Claus Zeppelzauer.
Am Mittwoch (12. 10.) gab es sogar doppelten Grund zum Feiern: das Technopol-Programm des Landes NÖ ermöglicht
eine wesentliche Erneuerung des Geräteparks am Analytikzentrum des IFA, so dass auch in den nächsten
10 Jahren Spurenanalytik auf höchstem Niveau am IFA-Tulln gewährleistet ist.
Das Land Niederösterreich startete im April 2004 das Technopol-Programm, das seither von ecoplus in Tulln,
Krems und Wiener Neustadt höchst erfolgreich umgesetzt wird. "Das Technopol-Programm leistet einen wichtigen
Beitrag zur weiteren Attraktivierung Niederösterreichs als optimaler Technologiestandort", betonte Technologielandesrat
LH-Stv. Ernest Gabmann. |