Auch in Kärnten und in der Steiermark bringt Kälte ARBÖ-Pannenfahrer zum Schwitzen
- Moderne Dieselfahrzeuge sind vom Einfrieren nicht gefeit
Wien (arbö) - Während sich die Panneneinsätze in Wien, Niederösterreich und im Burgenland
nach den gestrigen Rekordwerten am Dienstag (24. 01.) früh unvermindert fortsetzen, bringt die Eiseskälte
nun auch die ARBÖ-Pannenfahrer in der Steiermark und in Kärnten kräftig zum Schwitzen.
Allein im Raum Graz trafen zwischen sieben und acht Uhr früh über 100 Anrufe von ARBÖ-Mitgliedern
ein, berichtet Walter Fabian, Geschäftsführer des ARBÖ Steiermark. Neben Starthilfe gibt es verstärkt
Probleme mit der Elektronik. Neben der Kälte stellt auch der heutige Nachtslalom in Schladming, bei dem die
ARBÖ-Unicars im Einsatz sind, eine große Herausforderung dar.
Bei Minus siebzehn Grad und strahlend blauem Himmel sind in Kärnten die ARBÖ-Pannenfahrer seit heute
Früh in Dauereinsatz. "Neben der üblichen Starthilfe sind bei uns eingefrorene Türen das größte
Problem", teilt Werner Komposch, ARBÖ-Pannenfahrer in Klagenfurt mit. Entweder die Türen lassen
sich nicht öffnen oder nicht mehr schließen. Gegenmittel: die Gummiteile der Türen mit einem geeigneten
Mittel oder mit Hirschtalg einschmieren.
Im Osten hält das rekordverdächtige Pannenaufkommen unvermindert an. Weit über 2.000 Pannen werden
es gestern wohl gewesen sein, für genaues Zählen hat aber niemand Zeit. Im Burgenland und in Niederösterreich
hat der ARBÖ-Pannendienst seine Schicht früher als sonst begonnen. "Heute in der Früh mussten
wir auffallend vielen Zeitungszustellern Starthilfe leisten", erzählt Ing. Rudolf Leeb, Geschäftsführer
des ARBÖ Burgenland. Knapp bis Mitternacht waren die ARBÖ-Pannenhelfer gestern unterwegs, um einen neuen
Pannenrekord abzuarbeiten. "Seit 1998 habe ich noch nie so einen Tag erlebt", merkt Leeb an.
Sowohl im Burgenland als auch in Niederösterreich sind ARBÖ-Helfer gestern und heute früh eingesprungen,
obwohl sie eigentlich einen freien Tag gehabt hätten. Manche von ihnen griffen sogar auf ihre Privatfahrzeuge
zurück, um Starthilfe zu geben. "Alles was Räder hat, fährt" fasst Franz Peiffer Betriebsleiter
des ARBÖ Niederösterreich die Lage zusammen. Für die ARBÖ-Pannenfahrer bedeutet das: auch bei
arktischen Temperaturen ohne Handschuhe Schrauben schrauben, kurze Pausen, stundenlange Einsätze bei schwierigsten
Straßenverhältnissen. "Manche gehen dabei bis zu ihrer körperlichen Leistungsgrenze",
so Pfeiffer.
Wie sauer gewordene Milch, die das Sieb verstopft
Auch in Wien gab es kurze Nächte für die ARBÖ-Pannenfahrer, die bis tief in die Nachtstunden versucht
haben, den ARBÖ-Mitgliedern zu helfen. Heute früh ging es dann gleich wieder weiter. In solchen Notsituationen
sind Wartezeiten trotzdem unvermeidlich. "In Wien gibt es auffallend viele relativ neue Dieselfahrzeuge, die
während der Fahrt einfrieren", berichtet Herbert Hübner, Geschäftsführer des ARBÖ
Wien. Der Grund dafür ist leicht zu finden: Gerade die modernen Diesel-Fahrzeuge sind mit Dieselfilter mit
besonders feinen Poren ausgestattet, die sich beim "Ausflocken" des Dieseltreibstoffs besonders rasch
verstopfen.
"Das muss man sich vorstellen wie sauer gewordene Milch, die das Sieb verstopft. Je feinmaschiger das Sieb,
desto leichter die Verstopfung" erklärt Gottfried Moser, technischer Schulungsleiter des ARBÖ. Sein
dringender Rat: "Unbedingt nachschauen, welcher Fließverbesserer vom Hersteller empfohlen wird und sich
diesen besorgen." |