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Hochwasser in Niederösterreich |
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erstellt am
07. 04. 06
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Bundesregierung beschließt Hilfsmaßnahmen für Überschwemmungsopfer in NÖ
Wien (bpd) - Der Ministerrat beschloss am 06. 04. Sofortmaßnahmen für die Opfer der
Überschwemmungskatastrophe in Niederösterreich. In dem Gebiet mussten bereits drei Ortschaften evakuiert
werden. Betroffen davon sind bisher rund 1.000 Personen. Gorbach: „Wichtig ist jetzt rasch zu helfen. Unsere Paket
garantiert dies auf unbürokratischen Weg.“
Ähnlich wie bei den Hochwasserkatastrophen in den Jahren 2002 und 2005 werden finanzielle Hilfen aus dem Katastrophenfonds
gewährt. Neben dieser finanziellen Hilfe an die Betroffenen beschloss die Bundesregierung unter anderem auch
die Gebührenbefreiung für die Neuausstellung vernichteter Dokumente. Die Entrichtung von Gebühren
entfällt auch bei der Schadensfeststellung, Schadensabwicklung und Schadensabwicklung oder für Kredite,
die zur Schadensbehebung aufgenommen werden. Freiwillige Zuwendungen und Spenden an die Opfer der Naturkatastrophe
wurden schenkungsfrei gestellt; wie auch keine Lohn- und Einkommenssteuern für diese Zuwendungen entrichtet
werden müssen. Teil dieses Maßnahmenpaketes ist auch, dass katastrophenbedingt neu angeschaffte Vermögenswerte
bis zum nachgewiesenen Neuwert der zerstörten Wirtschaftsgüter ohne Selbstbehalt steuerlich absetzbar
sind.
Vizekanzler Hubert Gorbach, der heute in Vertretung des Bundeskanzlers die Sitzung des Ministerrates geleitet hatte,
dankte beim anschließenden Pressfoyer im Namen der Bundesregierung allen Einsatzkräften für ihre
Hilfe im Katastrophengebiet. Insgesamt stehen dort 1.400 Hilfskräfte im Dauereinsatz.
Die Bundesregierung beschloss heute auch den Entwurf eines Deregulierungsgesetzes. Auf der Grundlage dieses Gesetzes
sollen alle Gesetzesmaterien, Verordnungen und Erlässe auf ihre Notwendigkeit hin überprüft und
gegebenenfalls aufgehoben werden. Mit dem Gesetz soll auch erreicht werde, dass die Legistik anwendungsfreundlicher
wird. Nach einer ersten Sichtung können 11 Bundesverfassungsgesetze, 56 Bundesgesetze bzw. darin enthaltene
Bestimmungen, 140 Verordnungen und 50 Erlässe außer Kraft gesetzt werden. Gorbach: „Die österreichische
Rechtsordnung wird damit überschaubarer. Außerdem haben wir uns auf die Reduktion der Verwaltungskosten
für die Unternehmen geeinigt.“ In Summe soll dies zu einer Ersparnis für die Unternehmen in der Höhe
von 2 Milliarden € führen. |
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Darabos übt scharfe Kritik an Schüssel und Pröll
Wien (sk) - Das im Ministerrat beschlossene Maßnahmenpaket sei zwar dringend notwendig, aber
in erster Linie "Ausdruck des schlechten Gewissens, weil Kanzler Schüssel und Landeshauptmann Pröll
seit der Hochwasserkatastrophe 2002 die Hände in den Schoß gelegt haben". Richtig wäre es
gewesen, den Hilferufen der Bürgermeister Gehör zu schenken, und vorzusorgen. Bereits seit dem Hochwasser
1997 würden die Bürgermeister der betroffenen Region Schutzmaßnahmen einfordern. "Da diese
Appelle ignoriert wurden, muss jetzt mit einem Vielfachen des Geldes der Schaden repariert werden", so Darabos
am 06. 04. gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.
Außer medialer Ankündigungen und großer Worte hätten die Verantwortlichen nichts gemacht.
"Die notwendigen baulichen Maßnahmen wurden nicht gesetzt, nicht einmal die Schäden des Jahres
2002 zur Gänze behoben", so Darabos.
Im Gegensatz zur benachbarten Slowakei seien die Dämme in Niederösterreich noch immer nicht saniert worden.
Die Menschen in der Region hätten das Vertrauen in den Landeshauptmann verloren. "Andere haben gehandelt,
die ÖVP hat verzögert, verschleppt und versagt", so der SPÖ-Bundesgeschäftsführer.
Insbesondere Landeshauptmann Pröll, der grundsätzlich dazu neige, alle Macht an sich zu reißen,
könne nun in der Stunde der Krise seine Verantwortung nicht abgeben. Tatsächlich agiere Pröll in
letzter Zeit eher als ÖVP-Parteisekretär, indem er in letztklassiger Art und Weise politische Mitbewerber
anschütte. "Von einem Landeshauptmann würde man sich staatspolitisches Agieren erwarten und einen
Einsatz für die Interessen der Menschen", so Darabos, "davon lässt Pröll aber rein gar
nichts erkennen". |
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Lopatka: Ablenkungsversuch von eigenen Versäumnissen
Bis 2003 war SPÖ-Niederösterreich für Hochwasserschutz zuständig
Wien (övp-pk) - "Es ist mehr als verwerflich, auf dem Rücken der vom Hochwasser betroffenen
Menschen unqualifizierte Schuldzuweisungen abzugeben", sagte ÖVP- Generalsekretär Abg.z.NR Dr. Reinhold
Lopatka am 06. 04. in Richtung SPÖ- Bundesgeschäftsführer Darabos. Das sei nur ein weiterer
Versuch der SPÖ, von den eigenen Versäumnissen abzulenken: Denn bis 2003 war die SPÖ Niederösterreich
in der Landesregierung für den Hochwasserschutz zuständig. Während die Bundesregierung heute im
Ministerrat ein Maßnahmenpaket für die betroffenen Menschen beschlossen habe, "sitzen andere im
Trockenen und rühren keinen Finger", so Lopatka.
Laut der zuständigen Innenministerin Liese Prokop werden 30 bis 50 Prozent der Hochwasserschäden durch
den Katastrophenfonds abgedeckt, so der ÖVP-Generalsekretär weiter. Neben dieser Soforthilfe werde es
für die Betroffenen auch Steuer- und Gebührenerleichterungen geben. Außerdem werden Spender, die
für die Hochwasseropfer Geld geben, steuerfrei gestellt. "Im Gegensatz zur SPÖ, die mit dem Schicksal
der betroffenen Menschen in Niederösterreich politisches Kleingeld wechseln will, geht es der Bundesregierung
darum, rasch und unbürokratisch zu helfen", so Lopatka abschließend. |
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Strache: Plank und Pröll für Hochwasserdebakel verantwortlich
"Katastrophen-Landesrat" soll sofort den Hut nehmen
Wien (fpd) - "Der peinliche Eiertanz des NÖ-Landesrates Plank rund um diverse Projekteinreichungsdaten
kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass er und LH Pröll die alleinige Verantwortung für das
Hochwasserdebakel tragen. Der im wahrsten Sinne des Wortes "Katastrophen-Landesrat" muss die Konsequenzen
ziehen und zurücktreten, bevor er noch mehr Schaden anrichten kann", fordert FPÖ-Obmann HC Strache.
Faktum ist, dass seit 2002 ein UVP-Verfahren zur Neugestaltung der Hochwasserschutzanlagen läuft, das immer
wieder durch neu abverlangte Expertisen mit zum Teil unsinnigen Auflagen in die Länge gezogen wird. Faktum
ist auch, dass bereits seit 1992 das Gefahrenpotential für die Anrainergemeinden der March bekannt und seit
dem Hochwasser 1997 eklatant ist.
Da gibt es keine Ausrede über "zeitraubende UVP-Verfahren nach EU-Recht" und dergleichen. Hier gilt
einzig und allein die Verpflichtung der bverantwortlichen VP-Politiker, den Menschen Schutz und Garantie für
Leib und Leben sowie Hab und Gut zu bieten.
"Diese Pflicht haben die Landesvertreter gröblichst verletzt. Die Empörung der Bevölkerung
über ihre "Schutzherren", die der Entwicklung in all den Jahren tatenlos zugesehen und keinerlei
Präventivmaßnahmen getroffen haben, ist daher mehr als berechtigt. Sollte Plank noch einen Funken Anstand
haben, müsste er auf der Stelle den Hut nehmen", betont Strache. |
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Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament
vertretenen Parteien – sofern vorhanden! Die Redaktion
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