Österreichischer Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
Wien (bmaa) - Am 61. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen mit seinen 52 Nebenlagern
erinnerte Außenministerin Plassnik an die Bedeutung der Gedenkstätte: "Mauthausen wird für
immer ein mahnendes Zeichen der NS-Schreckensherrschaft in Österreich bleiben und das Bewusstsein über
die entsetzliche Realität des Holocaust stärken."
"Aus der moralischen Mitverantwortung für die Vergangenheit schöpfen wir die Kraft, engagiert eine
Zukunft des Pluralismus der Meinungen, Überzeugungen und Religionen zu gestalten. Für ein europäisches
Lebensmodell, das auf Einbeziehung und Dialog sowie auf der strikten Verwerfung jeglicher Ideologie des Hasses
basiert."
Menschen aus über 30 europäischen Nationen wurden von den Nazis nach Mauthausen verbracht, erniedrigt,
gequält und ermordet - sei es wegen ihrer politischen Gesinnung, ihres Widerstandes gegen das Naziregime,
wegen ihrer Abstammung oder sexuellen Orientierung. 100 000 Menschen, das ist die Hälfte aller Insassen, überlebten
das Lager nicht. "Diese unvergleichlichen Verbrechen bleiben für uns auf immer eine Mahnung, jeder Form
von Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit entschlossen entgegenzutreten und für Aufklärung
und Gerechtigkeit einzutreten", so die Außenministerin.
"Mauthausen ist Teil unserer Erfahrung. Wenn Delegationen aus ganz Europa alljährlich an diesem Gedenktag
in Mauthausen zusammen kommen, so eint sie das Bekenntnis zu einem Europa des Friedens, der Vielfalt und der Freiheit.
Eines Europa, das sich nach innen und außen für Menschenwürde und Menschenrechte einsetzt,"
so Plassnik weiter.
Plassnik verwies in diesem Zusammenhang auf den im Außenministerium angesiedelten Zukunftsfonds. Mit rund
20 Millionen Euro werden Projekte und wissenschaftliche Arbeiten im Interesse und im Gedenken der Opfer des nationalsozialistischen
Regimes, der Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft sowie zur Förderung
der Achtung der Menschenrechte und der gegenseitigen Toleranz unterstützt.
Österreich ist auch aktives Mitglied der 24 Staaten umfassenden internationalen Holocaust Task Force, die
Programme zu Erziehung, Erinnerung und Forschung entwickelt. Plassnik verwies weiter auf die Seminare für
österreichische Lehrer, die regelmäßig und gemeinsam mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem
in Jerusalem durchgeführt werden.
"Unser Ziel ist es, durch umfassendes Wissen um die rezente Geschichte eine Brücke in die Zukunft zu
bauen." Ein Beitrag dazu sei auch die derzeit in Wien stattfindende Konferenz "Face the Music - Musik.
Verfolgung. Freiheit - verfolgte Musikschaffende - verdrängte Musik im Europa des 20. Jahrhunderts" der
Plattform Kultur-Mitteleuropa, die das Außenministerium aus Anlass der EU-Präsidentschaft veranstaltet.
Am heutigen Gedenktag wird im Rahmen dieser Konferenz die Kinderoper "Brundibár" des im Holocaust
ermordeten Komponisten Hans Krása aufgeführt. |