Wien (rk) - Unter dem Titel "Kapuziner, Einspänner, Schalerl Gold"
zeigt das Wiener Stadt- und Landesarchiv, 11., Guglgasse 14, Gasometer D, vom 4. Oktober 2006 bis 2. Februar 2007
eine Ausstellung zur "Geschichte der Wiener Kaffeehäuser". Die kleine Schau im Ausstellungsfoyer
führt den Besucher anhand von Dokumenten und Bildern durch diese Geschichte, die von ersten Wiener "Kaffeesiedern",
den Brüdern Diodat bis zu den heutigen Kaffeehäusern der Stadt reicht. Die Ausstellung ist bei freiem
Eintritt Montag und Freitag von 9 bis 15.30 Uhr und Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 18.30 Uhr zu sehen.
Ein kleiner Katalog wird kostenlos abgegeben.
Das Wiener Kaffeehaus ist heute ein Stück wienerischer Lebensphilosophie. Die Ausstellung geht der Geschichte
und damit auch den Legenden um die Entstehung des Wiener Kaffeehauses nach. Dies beginnt bereits mit jener historischen
Gestalt, die für die Verbreitung des Kaffees sowie für das erste Wiener Kaffeehaus verantwortlich sein
soll: Georg Franz Koltschitzky! Die wissenschaftliche Forschung hat schon vor Jahrzehnten eindeutig bewiesen, dass
Koltschitzky (in den meisten Publikationen wird der Name des vermeintlichen Kaffeehausgründers mit "Kolschitzky"
wiedergegeben, das "t" in seinem Namen ging allerdings erst im Laufe des 19. Jahrhunderts verloren.)
viele Meriten hat, Kaffeesieder ist er jedoch nie gewesen! Die richtigen "Kaffehausgründer" waren
in Wahrheit zwei armenische Kaufleute, Johannes Diodat (auch Deodat) und Isaak de Luca. Die Kleinausstellung versucht
diese scheinbar unausrottbare Legende wieder aufzuzeigen und die Frühzeit des Kaffeehauswesens in unserer
Stadt zu beleuchten. Anhand von Originalurkunden - so werden einige Kaffeeschankprivilegien, ausgestellt von Kaiser
Leopold I, Kaiser Karl VI. oder Kaiserin Maria Theresia gezeigt - Dokumenten und Bildern soll versucht werden,
dem Beschauer einen kurzen Überblick über diese "Wiener Institution" zu bieten, wobei bedeutende
Kaffeehäuser der Vergangenheit (unter ihnen das "Erste", "Zweite" und "Dritte"
Kaffeehaus im Prater, das Corti'sche Kaffeehaus oder das "Silberne Kaffeehaus" ) Traditionskaffeehäusern
der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart (etwa die berühmten Literaten- und Künstlercafés
"Griensteidl", "Central", "Museum", "Sperl" oder "Hawelka") gegenübergestellt
werden. |