Mittlerweile sechstgrößte Bank Ungarns
mit rund 430.000 Kunden. Erster Schritt zur Raiffeisen-Erfolgsgeschichte in Zentral- und Osteuropa
Wien (rzb) - Die Raiffeisen Bank Zrt. feiert heute mit einer Großveranstaltung in Budapest
ihr 20jähriges Bestehen. Mit Jahresbeginn 1987 startete die von der Raiffeisen Zentralbank Österreich
AG (RZB) mitgegründete damalige Unicbank ihre Geschäftstätigkeit. Die Gründung der Bank markierte
den Anfang der erfolgreichen Raiffeisen-Expansion nach Zentral- und Osteuropa (CEE). Zur Feier in der Budapester
Sportarena werden rund 10.000 Besucher erwartet, im Showprogramm wird unter anderem die Gruppe Earth, Wind &
Fire auftreten.
„Die Raiffeisen Bank Ungarn ist der Nukleus unseres Netzwerkes in CEE. Wir sind damals als Pioniere, noch lange
bevor der Systemwechsel in Osteuropa erkennbar war, nach Ungarn gegangen. Trotz unserer langen Geschäftserfahrung
mit Osteuropa war diese Gründung ein Sprung ins kalte Wasser, aber wir haben schon im ersten Jahr Geld verdient“,
sagte Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen International Bank-Holding AG.
Erfolgsstory in Ungarn
Mit Jahresbeginn 1987 stellte die damalige Regierung das ungarische Bankensystem von einem Monobankensystem (wobei
die Nationalbank sowohl Zentralbank- als auch Kommerzbankfunktionen erfüllt) zu einem Mehrbankensystem um.
Dies eröffnete die Möglichkeit, private Banken zu gründen. Im Zuge der Vorbereitung dieser Umstellung
lud die ungarische Nationalbank im Jahr 1986 die RZB, gemeinsam mit der Deutschen Genossenschaftsbank, der Weltbank-Tochter
International Finance Corporation (IFC) und sechs weitere Gründer, ein, eine Tochterbank zu gründen.
In den ersten Jahren konzentrierte sich die Unicbank, wie sie damals hieß, ausschließlich auf das Geschäft
mit mittleren und großen ungarischen Firmenkunden sowie Tochtergesellschaften internationaler Unternehmen.
Die Bank entwickelte sich schnell und bereits 1992 wurde in Szeged die erste Filiale außerhalb Budapests
eröffnet. Im Jahr 1994 begann die Unicbank, auch öffentliche Verwaltungen und Gebietskörperschaften
als Kunden zu servicieren. Im Jahr 1995, als die Bank den elektronischen Zahlungsverkehr in Ungarn einführte,
hatte sie schon mehr als 300 Mitarbeiter und sieben Filialen. Die erste Raiffeisen Bankomatkarte wurde in Ungarn
1996 ausgegeben. Im gleichen Jahr startete die Bank ihren Geschäftsbereich Private Banking. Nachdem die Raiffeisen
Bankengruppe mittlerweile die Mehrheit an der Bank hielt, wurde sie 1999 in Raiffeisen Bank umfirmiert. Dieses
Re-Branding ging Hand in Hand mit dem Ausbau des Geschäftes mit Privatkunden und Klein- und Mittelbetrieben
(Retail Banking), der ab diesem Jahr in der gesamten Region ausgerollt wurde. Im Jahr darauf bezogen die mittlerweile
rund 900 Mitarbeiter das neue Hauptgebäude in der Akadémia Straße, wo im Jahr 2000 auch die Raiffeisen
Kunstgalerie ihre Heimat fand. Einen Meilenstein verzeichnete die Bank 2003 als die 100.000ste Bankomatkarte ausgegeben
wurde.
Die Raiffeisen Bank ist nach wie vor die größte Bank im Netzwerk der Raiffeisen International. Per Ende
September 2006 wies die Bank eine Bilanzsumme von 5,75 Milliarden Euro aus, was sie an die 6. Stelle im ungarischen
Bankenmarkt reiht. Mehr als 2.500 Mitarbeiter betreuten in 112 Geschäftsstellen rund 430.000 Kunden. Mittlerweile
hat die Bank über 250.000 Bankomatkarten ausgegeben.
Zehn Gründungen und zehn Akquisitionen in CEE
Nachdem der politische Systemwechsel 1989/90 die gesamte Region erfasste, begann die RZB die weitere flächendeckende
Expansion in Zentraleuropa und in weiterer Folge den Markteintritt in gesamten CEE-Raum strategisch anzugehen.
„Wir haben die Entwicklung vom ursprünglichen Monobankensystem hin zu den heute etablierten modernen Marktsystemen
begleitet und in vielen Fällen mit angetrieben“, so Stepic.
Im Jahr 1991 wurden die Raiffeisen Bank Polska und die Tatra banka in der Slowakei gegründet. Bis 1998 folgten
weitere Gründungen in der Tschechischen Republik, Bulgarien, Kroatien, Russland und Rumänien und im Jahr
2001 die bislang letzte und insgesamt zehnte Gründung in Serbien. „Wir waren in vielen Ländern die erste
ausländische Bank am Markt. Das hat uns in punkto Markenbekanntheit und bei der Rekrutierung fähiger
Mitarbeiter wahnsinnig geholfen. Raiffeisen ist heute eine führende Bankenmarke in CEE“, sagte Stepic.
Ab dem Jahr 2000, als die Region allmählich anfing, auch in den strategischen Überlegungen anderer Banken
eine Rolle zu spielen, wurden die Eigengründungen durch ausgewählte Akquisitionen komplettiert. Die erste
Akquisition war im Juli 2000 die Market banka in Bosnien und Herzegowina. Darauf folgten in den Jahren 2001 bis
2004 die Banca Agricola in Rumänien, die Hrvatska Postanska Banka in Bosnien und Herzegowina, die Krekova
banka in Slowenien, die American Bank of Kosovo, die Priorbank in Belarus sowie die Banka e Kursimeve e Shqipërisë
in Albanien.
Die bis dato mit Abstand größte Akquisition erfolgte im Jahr 2005, als 93,5 Prozent an der Bank Aval,
der größten Retailbank der Ukraine, für 850 Millionen Euro erworben wurden. Mit der Übernahme
der Impexbank zu Beginn des vergangenen Jahres stieg die Raiffeisen International zur größten westlichen
Bank in Russland und der GUS auf. Darüber hinaus wurde durch den Erwerb der eBanka die Marktposition in der
Tschechischen Republik deutlich gestärkt.
Alles in allem hat die Raiffeisen International in weniger als sechs Jahren zehn Banken erworben und erfolgreich
in den Konzern integriert. Dabei wurden netto rund 2 Milliarden Euro investiert (ohne Berücksichtigung der
Folgeinvestitionen).
Rund 40 Prozent jährliches Wachstum schaffen mehr als 20.000 Arbeitsplätze
Heute zählt die Raiffeisen International mit einer Bilanzsumme von mehr als 50 Milliarden Euro zu den größten
internationalen Bankengruppen in der Region und zu den am stärksten wachsenden Banken weltweit. „Wir schauen
auf eine gigantische Entwicklung zurück. Innerhalb der letzten Jahre sind wir bei Bilanzsumme, Betriebsergebnis
und Ergebnis vor Steuern im Durchschnitt um rund 40 Prozent pro Jahr gewachsen. Das ist das Ergebnis unserer Pionierrolle
in einer der wachstumsstärksten Wirtschaftsregionen in der Welt“, zeigte sich Stepic zufrieden.
Derzeit beschäftigt die Raiffeisen International mehr als 52.000 Mitarbeiter. „Wir haben seit Beginn der Expansion
nach Osteuropa netto mehr als 20.000 Arbeitsplätze geschaffen“, so Stepic.
Positionierung für die Zukunft
Heute ist die Raiffeisen International in 16 Märkten der Region mit eigenen Tochterbanken und Leasinggesellschaften
vertreten. In acht Märkten befindet sich die jeweilige Netzwerkbank unter den drei größten Banken
des Landes. Repräsentanzen in Litauen und Moldau ergänzen die regionale Präsenz. Alle Tochterbanken
operieren als Universalbanken am lokalen Markt. Mehr als 11,7 Millionen Kunden werden in über 2.775 Geschäftsstellen
betreut. Das Filialnetzwerk reicht dabei von Prag bis nach Wladiwostok am Pazifischen Ozean und überspannt
11 Zeitzonen. Die Raiffeisen International verfügt damit über die größte Flächendeckung
aller internationalen Banken in CEE. „Unser großes und flächendeckendes Vertriebsnetz ist insbesondere
im aussichtsreichen und stetig an Bedeutung gewinnenden Retailbanking von großer Bedeutung. Das ist der Schlüssel
für unseren Erfolg in der Zukunft“, so Stepic.
Die Region CEE ist nach China und Indien die am stärksten wachsende Wirtschaftsregion weltweit. Der nach wie
vor große Aufholbedarf betrifft vor allem auch den Finanzdienstleistungssektor. Obwohl in den vergangenen
Jahren schon eine immense Wachstumsdynamik beobachtet werden konnte, zeigen aktuelle Researchergebnisse, dass über
die gesamte Bandbreite an Bankprodukten nach wie vor großes Wachstumspotenzial vorhanden ist. So prognostizieren
die Analysten von Raiffeisen Research durchschnittliche jährliche Wachstumsraten der Bankenmärkte zwischen
14 und 22 Prozent bis zum Jahr 2014. „Unser Ziel war und ist es, schneller als der Markt zu wachsen. Je weiter
wir uns in Richtung Osten bewegen desto weiter am Anfang befinden sich die Bankenmärkte in ihrer Entwicklung.
Noch heute verfügt die breite Mehrheit der Bevölkerung in der Ukraine oder in Russland über keine
Bankverbindung. Das sind die Märkte unserer Zukunft in denen wir heute so gut positioniert sind wie sonst
keine andere westliche Bank“, erklärte Stepic.
Mittelfristige Entwicklung
Bis 2008 geht das Management der Raiffeisen International von einem jährlichen Bilanzsummenwachstum
von mindestens 20 Prozent aus. Die stärksten Zuwächse werden in der GUS, auch aufgrund der dort getätigten
Akquisitionen, erwartet.
Für das Jahr 2009 prognostiziert das Unternehmen einen Return on Equity (ROE) vor Steuern von mehr als 25
Prozent. Die Cost/Income Ratio soll unter 58 Prozent liegen, für die Risk/Earnings Ratio legte das Management
die Zielmarke auf rund 15 Prozent fest. |