Kulturprojekte, Außenpolitik und eventuell Flugroute Bukarest-Belgrad-Graz?
Graz (lk) - Am 15. Februar wurde Serbiens Nationalfeiertag in Gedenken an den Beginn des ersten serbischen
Aufstands gegen das Osmanische Reich 1804 und an die 1835 verabschiedete Verfassung, bekannt als die Sretenje-Verfassung,
gefeiert.
Die Zusammenarbeit zwischen der Steiermark und der serbischen Provinz Vojvodina erfährt eine weitere Vertiefung:
Anlässlich des Nationalfeiertages der Republik Serbien, der am 15. Februar begangen wird, überbrachte
deren Generalkonsulin Sonja Asanovic'-Todorovic' die persönliche Einladung von Ministerpräsident Bojan
Pajtic' an Landeshauptmann Mag. Franz Voves zu einem Besuch in Serbien und kündigte weitere Kulturprojekte
in der Steiermark an. Außerdem schilderte sie die Intentionen zur Einrichtung einer Direkt-Flugverbindung
Belgrad-Graz.
Bevor Vertreter aus Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft am Donnerstagabend zu einem Empfang der Republik
Serbien zu deren Nationalfeiertag zusammentrafen, informierte Generalkonsulin den Landeshauptmann in der Grazer
Burg über aktuelle Themen in den bilateralen Beziehungen. Die Einladung nach Novi Sad nahm Voves mit Freude
an und sicherte zu, möglichst noch in diesem Jahr – nach dem Besuch des Papstes in Mariazell – nach Serbien
reisen zu wollen. Schon in den nächsten Monaten wird es in der Steiermark weitere Kultur-Schwerpunkte Serbiens
geben: So soll etwa in Graz eine Büste des aus Serbien stammenden Nobelpreisträgers Ivo Andric' aufgestellt
werden, der in der Steiermark studiert und seine Diplomaten-Karriere begonnen hatte und 1965 mit dem Literatur-Nobelpreis
ausgezeichnet wurde.
Die Generalkonsulin berichtete Voves über Intentionen zur Einrichtung einer Direktflugverbindung Belgrad-Graz,
die eventuell auch im Dreieck mit Bukarest geflogen werden könnte. Landeshauptmann Voves sieht dieses Vorhaben
als Brückenschlag zwischen unseren Ländern: „Das wäre eine gute Gelegenheit für viele Menschen
aus der Steiermark, die Schönheiten Serbiens kennen zu lernen!“ Das internationale Interesse für die
serbische Hauptstadt Belgrad mit 2,5 Millionen Einwohnern habe, so Asanovic'-Todorovic', in jüngster Zeit
stark zugenommen: So hat etwa die „Financial Times“ Belgrad als eine der Top-10-Städte Europas eingestuft.
Ausführlich besprach Voves mit der Diplomatin die aktuelle politische Entwicklung in deren Heimat, die durch
die Parlamentswahl im Jänner und die Diskussion um den künftigen Status der von der UNO verwalteten serbischen
Provinz Kosovo geprägt ist. |