Wien (bmeia) - "Keine Gesellschaft der Welt kann es sich leisten, auf den Beitrag von Frauen zu verzichten.
Daher wollen wir immer mehr Frauen als aktive Partnerinnen beim internationalen Einsatz für Gleichberechtigung,
Friedens- und Entwicklungsarbeit gewinnen und fördern", sagte Außenministerin Ursula Plassnik.
Der UNO komme bei der Stärkung der weltweiten Frauenrechte eine zentrale Rolle zu. Mit seinen ersten Personalentscheidungen
für hoch qualifizierte Frauen habe Generalsekretär Ban Ki-Moon übrigens ein deutliches Signal in
Richtung Frauen gesetzt.
"Extreme Armut ist weiblich. Mehr als eine halbe Milliarde Frauen haben in Entwicklungsländern kein angemessenes
Einkommen, keine medizinische Versorgung und keine Sicherheit. Von Gleichberechtigung und Chancengleichheit sind
wir weit entfernt", so die Außenministerin.
"Im Rahmen der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) engagieren wir uns gezielt für
den gleichberechtigten Zugang von Frauen und Mädchen zu Bildung und Gesundheitsversorgung, für ihre wirtschaftliche
und politische Stärkung, für Schutz gegen Gewalt. Auch der weltweite Beitrag der Frauen zu Wirtschaft
und Entwicklung muss stärker ins Rampenlicht treten. Frauen in Entwicklungsländern schaffen oft unter
schwierigsten Umständen mit geringfügigen Mitteln - etwa mit Mikrokrediten - erstaunliche Erfolge. Dieses
Potential zur Armutsbekämpfung müssen wir gezielter nützen", forderte die Außenministern
und verwies darauf, dass jedes Projekt der OEZA dahingehend überprüft werde, ob es den spezifischen Interessen
von Frauen Rechnung trägt.
Plassnik führte weiter aus, dass Österreich den UNO-Fonds zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen
unterstützt und 5 Millionen Euro für Projekte zum Kampf gegen den Menschenhandel in Südosteuropa
bereitstellt.
"Die Umsetzung der UNO-Sicherheitsratsresolution 1325, die die Einbindung von Frauen und Frauenanliegen in
alle Phasen eines Friedensprozesses inklusive Teilnahme an den Friedensverhandlungen vorsieht, hat für mich
politische Priorität. Wir müssen Frauen einbeziehen, ihnen eine Stimme geben. Frauen haben enorm viel
einzubringen, keine Gesellschaft kann es sich leisten, auf ihren Beitrag zu verzichten. Wir müssen uns jetzt
darauf konzentrieren, die Vorgaben von 1325 in die Praxis umzusetzen und deren Anwendung in der Feldarbeit sicherzustellen",
sagte Plassnik. Und führte weiter aus "Mit der hochrangig besetzten Konferenz "Women Leaders - Networking
for Peace and Security in the Middle East" am 30./31. Mai in der Wiener Hofburg will ich Frauen aus Politik,
Wirtschaft und Medien gezielt vernetzen. Sie sollen in Zukunft noch einflussreicher an Konfliktlösungsstrategien
teilhaben, als Vermittlerinnen und Expertinnen auftreten und an den Verhandlungstischen sitzen".
"Der österreichische EU-Ratsvorsitz hat sich besonders für mehr Frauen in EU-Friedensoperationen
eingesetzt. Und wir haben die mir sehr wichtige EU-Kampagne zum Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen begonnen.
Denn Frauen, die sich für die Menschenrechte anderer einsetzen, sind besonders gefährdet." Plassnik
nahm dabei Bezug auf die vor wenigen Tagen in Teheran verhafteten mehr als 30 Frauen, die friedlich gegen die Gerichtsverfahren
von Frauenrechtsaktivistinnen demonstriert hatten. "Ich habe unseren Botschafter in Teheran angewiesen, gemeinsam
mit unseren EU-Partnern gegenüber den iranischen Behörden tätig zu werden."
"Frauen in Führungspositionen! Dabei denke ich auch an mein eigenes Ressort. Der Anstieg der Zahl der
Dienststellenleiterinnen um über 20% seit 2003 ist ein beachtlicher Erfolg. Meine Mitarbeiterinnen zu fördern
ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich will Frauen jeden Alters und jeder Herkunft ermutigen,
sich den Weg ganz nach oben zuzutrauen", sagte Plassnik. |