LR Schwärzler: "Bewährter Naturschutz
mit Handschlagqualität"
Bregenz (vlk) - Vorarlberg hat als erstes österreichisches Land nach der Nominierung der Natura
2000-Gebiete Managementpläne für fast alle seine Schutzgebiete erstellt und kann dadurch auf die meiste
Erfahrung verweisen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse international zugänglich zu machen und die Vernetzung
über die Grenzen zu fördern war Ziel einer Kooperation des Landes mit dem Alpenprogramm der weltweit
größten Umweltorganisation WWF und der Universität Wien. Die Ergebnisse des Projektes präsentierten
Umweltlandesrat Erich Schwärzler und WWF-Projektleiterin Ulrike Petschacher am 21.05. im Landhaus.
Einmal mehr unterstrich Schwärzler das Motto der Natura 2000-Umsetzung in Vorarlberg: "Wir halten nichts
von einem Naturschutz vom Schreibtisch aus und haben daher einen Prozess mit den betroffenen Menschen in den Regionen
gestartet. Der Vorarlberger Weg für Natura 2000 heißt: Partnerschaftlicher Naturschutz mit Handschlagqualität.
Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Schönheiten und Besonderheiten der Natur von Einheimischen und
Gästen unter Berücksichtigung der Hausordnung der Natur erfahren und erlebt werden können."
Petschacher hob hervor, dass in Vorarlberg die Natura 2000-Pläne nicht nur geschrieben, sondern auch umgesetzt
werden. Als einziges österreichisches Land hat Vorarlberg eine interne Leitlinie zur Umsetzung der Natura
2000-Management erstellt und in jedem Schutzgebiet einen Gebietsverantwortlichen eingesetzt.
Im Rahmen des Kooperationsprojektes des Landes mit WWF und Uni Wien wurden drei Vorarlberger Gebiete – Verwall,
Klostertaler Bergwälder und Fohramoos – ausgewählt, um deren unterschiedliche Herangehensweisen an das
Thema Managementplanung unter die Lupe zu nehmen. Im Verwall wurde ein Mediationsverfahren gewählt, um alle
Interessen des Gebietes vereinbaren zu können. Im Klostertal wurden die Schritte zur Erstellung des Waldfachplanes
durch eine Arbeitsgruppe beschlossen. Im Fohramoos wurde großer Wert auf gute Datengrundlagen gelegt, um
alle weiteren Managementmaßnahmen gezielt und mit optimalem Nutzen für die Schutzgüter treffen
zu können.
Im Zeitraum von zwei Jahren fand ein intensiver Erfahrungsaustausch statt. Mehrere Exkursionen und eine große
Tagung wurden von der internationalen Natura 2000-Szene stark besucht und mit großem Interesse verfolgt.
Die Vorarlberger Beispiele wurden vielfach in der Arbeit des WWF zitiert und als Vorzeigemodelle herangezogen. |