Trotzdem noch weit hinter US-Erzeugungsmenge
Wien (bmlfuw/aiz) - Im vergangenen Jahr sei die Bioethanol-Produktion der EU um 71% gestiegen. Dennoch
hinke die Union in diesem Bereich noch immer hinter den USA nach, berichtete Rob Vierhout, Generalsekretär
der European Bioethanol Fuel Association (eBio), bei der sechsten Ausgabe der World Biofuels, die von 22. bis 24.05.2007
in Sevilla stattfand und von der Focus Abengoa Foundation und der F.O. Licht veranstaltet wurde.
Die Steigerungsrate der EU sehe zwar durchaus beeindruckend aus, allerdings werde in den USA nun bereits jeden
Monat mehr produziert, als in der Europäischen Union im gesamten Vorjahr. Wegen eines "Mangels an Harmonisierung"
liege die EU deutlich zurück. Allerdings habe es in Brüssel Gespräche über den E5-Standard
(5% Bioethanol, 95% Benzin) gegeben, der im kommenden Jahr eingeführt werden dürfte. Die weltweit bedeutendsten
Bioethanol-Produzenten sind derzeit die USA und Brasilien.
Produktion von 913 Mio. l auf 1.565 Mio. l gestiegen
Laut eBio-Angaben stieg die Bioethanol-Produktion der EU von 913 Mio. Liter im Jahr 2005 auf 1.565 Mio. l im Jahr
2006. 2004 wurden sogar erst 528 Mio. l erzeugt, was den rasanten Anstieg verdeutlicht. Am meisten Ethanol der
EU wurde 2006 in Deutschland (431 Mio. l) erzeugt, dahinter folgen Spanien (402 Mio. l), Frankreich (250 Mio. l),
Schweden (140 Mio. l), Italien (128 Mio. l), Polen (120 Mio. l), Ungarn (34 Mio. l), Litauen (18 Mio. l), die Niederlande
(15 Mio. l) und Lettland (12 Mio. l). Österreich wird künftig mit der Agrana-Bioethanol-Anlage in Pischelsdorf
mit 240 Mio. l jährlich erfasst sein.
Wichtiges Instrument im Kampf gegen Klimawandel
Insgesamt nahmen mehr als 150 Repräsentanten von Biokraftstoff-Produzenten, Rohstoff-Erzeugern, Ölkonzernen,
Umweltschutzorganisationen und sonstigen Interessenvertretungen an der World Biofuels 2007 in Sevilla teil. Dabei
wurde die Wichtigkeit von Biokraftstoffen als Instrumente im Kampf gegen den Klimawandel unterstrichen, der teilweise
durch eine unkontrollierte Nutzung der fossilen Treibstoffe im Verkehr verursacht wird. Fallende Produktionskosten,
eine progressive Reduktion der Treibhausgas-Emissionen und die Qualitätsverbesserung bei den Treibstoffen
sind die Hauptziele bei der Entwicklung in diesem Sektor. Zellulose wird in der Branche als Rohmaterial der Zukunft
betrachtet, obwohl es mit Zucker und Stärke, die bei derzeitigen Produktionsprozessen eingesetzt werden, noch
lange Zeit koexistieren dürfte.
Gesetze und Qualitätskriterien sollen Nachhaltigkeit garantieren
Die Debatte über die Risiken einer unkontrollierten Entwicklung der Biokraftstoffe wurde abgelehnt,
da diese weltweit überhaupt erst einen Anteil von 2% des Verbrauchs einnehmen. Auf der anderen Seite wurde
sehr wohl die Notwendigkeit unterstrichen, für Gesetze und Qualitätskriterien zu sorgen, die die Nachhaltigkeit
der eingesetzten Pflanzen sicherstellen sollen. |