Wien (kirche in not) - Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, hat in einem Gespräch
mit Herbert Rechberger, dem Geschäftsführer vom Hilfswerk „Kirche in Not“ Österreich, gesagt, der
im Jahre 2003 verstorbene Gründer der Organisation, Pater Werenfried van Straaten, sei „nur mit dem heiligen
Paulus und mit Don Bosco vergleichbar“. Er bezeichnete den niederländischen Prämonstratenserpater als
einen „einzigartigen Mann der Versöhnung und der Hilfe in vieler Not“. Sein Charisma sei auch über seinen
Tod hinaus lebendig, und „diese Gabe für die Kirche“ sei weiterhin notwendig. Die Kirche sei vielerorts in
Not, fügte der Kardinal hinzu. Es gebe, wie Jesus es gesagt habe, eine „riesengroße Ernte“, aber viel
zu wenig Helfer. Dass „Kirche in Not“ nach wie vor so aktiv sei, sei ein „starkes Hoffnungszeichen“. Anlässlich
des 60jährigen Bestehens des Hilfswerkes wünsche er Gottes Segen für die nächsten Jahre von
„Kirche in Not“.
Pater Werenfried sei auch für ihn persönlich ein großes Vorbild, betonte Kardinal Schönborn,
da er gezeigt habe „wie man ordentlich bettelt, um Christen und anderen Menschen in Not zu helfen“. Dies sei bisweilen
auch seine eigene Aufgabe, denn auch er müsse oft Geld für diverse Nöte sammeln.
Er sei Pater Werenfried zweimal persönlich begegnet. Besonders beeindruckt sei er gewesen, als der Gründer
von „Kirche in Not“ mit ihm über seine Hilfe für die Russisch-Orthodoxe Kirche gesprochen habe. Schönborn:
„Dies hat mich tief beeindruckt. Das war der Geist, aus dem heraus er nach dem Krieg in Deutschland geholfen hat.“
Pater Werenfried stamme als Holländer aus einem Land, das „so viel unter der deutschen Herrschaft gelitten“
habe. Dennoch habe er nach dem Krieg die Versöhnung gesucht. „Und nun vor einigen Jahren dieses Bemühen,
auch der Russisch-Orthodoxen Kirche zu helfen, und das in einer Situation, die auch schwierig war. Ich halte diesen
Gedanken für sehr, sehr kostbar. “ Es sei ein „zutiefst christlicher, ein zutiefst ökumenischer Gedanke“.
Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“, das direkt dem Vatikan untersteht, wurde 1947 von dem
holländischen Prämonstratenserpater Werenfried van Straaten gegründet, der nach dem Zweiten Weltkrieg
Holland und Belgien eine Hilfsaktion für die ehemaligen Feinde, die Deutschen, ins Leben rief, um Versöhnung
zu stiften. Da er damals vor allem Lebensmittel, insbesondere Speck sammelte, wurde er als „Speckpater“ weltberühmt.
Im Laufe der Zeit wurde jedoch aus der Nachkriegsinitiative ein weltweit tätiges Hilfswerk, das überall
dort pastorale Hilfe leistet, wo die Katholische Kirche verfolgt oder diskriminiert wird oder zu arm ist, um ihre
seelsorgerischen Aufgaben zu erfüllen. Es unterstützt Projekte in 140 Ländern der Welt. |