Wien (bmwf) - "Die Uni Wien hat eine ausgezeichnete Wahl getroffen",
so Bundesminister Johannes Hahn, "denn das besondere an Sigrid Müller ist, dass sie die Basisarbeit in
der Pfarrgemeinde durch jahrelanges Engagement ebenso kennengelernt, wie dass sie sich auf dem internationalen
Forschungsparkett bewährt hat." Sigrid Müller wird mit der Übernahme des Lehrstuhls für
Moraltheologie an der Universität Wien in Hinkunft auch für die Ausbildung des Priesternachwuchses zuständig
sein. Zusätzlich plant sie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Bio- und Nanowissenschaften in ethischen
Fragen.
Geboren wurde Sigrid Müller 1964 in Salach (Deutschland), studierte nach jahrelangem Engagement in der kirchlichen
Jugendarbeit in Tübingen von 1984 bis 1991 katholische Theologie, Latein und Italienisch und spezialisierte
sich dann auf Moraltheologie. Für ihre Dissertation über den spätmittelalterlichen Theologen Wilhelm
von Occam (1285-1347) verbrachte sie zwei Jahre in Cambridge, weitere Forschungsprojekte führten sie nach
Spanien, wo sie in Sevilla nach einer Ausbildung als kirchliche Familienberaterin auch praktische Erfahrung in
diesem Beruf sammelte.
Ihre Mitarbeit an internationalen wissenschaftlichen Forschungsprojekten rund um die historischen Zusammenhänge
zwischen Moraltheologie und Philosophie in Spätmittelalter und Früher Neuzeit führten Müller
an die niederländische Universität Nijmegen und ins belgische Löwen. Vor zwei Jahren schloss sie
ihre Habilitation ab, mit 1. September nahm sie ihre Tätigkeit als Ordinaria für Moraltheologie an der
Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien auf. Ihr erstes Seminar trägt den Titel "Gottesfrage
und Ethik als Herausforderung von Fundamentalismus und Säkularismus"; angesichts des gesellschaftlichen
Pluralismus geht es dabei um die Frage, ob es einen gemeinsamen ethischen Bezugspunkt gibt. |