Gewerkschaftsjugend malt bewusst "den Teufel an die Wand"
Wien (bmwa) - Zu den Berichten über fehlende Lehrstellen in Österreich hielt Wirtschafts-
und Arbeitsstaatssekretärin Christine Marek am 20.08. fest, dass diese hohe Zahl - wie jedes Jahr - auf das
Schulende und die Sommermonate zurückzuführen sei. "In der aktuellen Statistik des AMS für
den Monat Juli scheinen auch jene Schülerinnen und Schüler als lehrstellensuchend auf, die nach Ende
ihrer Schulpflicht bereits für Herbst einen fixen Lehrplatz haben", so Marek. Die Gewerkschaftsjugend
male hier bewusst "den Teufel an die Wand", da auch sie sicherlich genau wisse, dass es sich dabei um
einen statistischen Effekt handle. "Es ist schade, dass die Gewerkschaftsjugend, die ich bisher als durchaus
konstruktiven Gesprächspartner erlebt habe, offensichtlich vorwahlbedingt bewusst eine Verunsicherung der
Jugendlichen in Kauf nimmt. Selbes gilt auch für AK Präsident Tumpel, der eigentlich wissen sollte, dass
das Jugendbeschäftigungspaket bereits umgesetzt wurde", so Marek.
In ihren Ausführungen wies die Staatssekretärin darauf hin, dass sich die Zahl der Lehrstellensuchenden
im Vergleich zum Vorjahr ausgesprochen positiv entwickelt habe. "Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist im
Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent gesunken und die Lehrstellenlücke betrug im Juli 5.089. Eine Entwicklung,
die auch die Gewerkschaftsjugend zur Kenntnis nehmen sollte."
Zur Neuregelung des Blum-Bonus hielt Marek fest, dass sie davon ausgehe, dass dieser sich, so wie bereits in den
vergangenen Jahren, weiterhin positiv auf die Situation des Lehrestellenmarktes und die Qualität der Lehre
auswirken werde. "Anders als von der Gewerkschaftsjugend kritisiert, ist es dank Blum-Bonus und anderen Arbeitsmarktmaßnahmen
wie dem 2004 gestarteten Programm 'Jobs4You(th)' oder dem 2006 initiierten Programm 'Unternehmen Arbeitsplatz'
mit dem Schwerpunkt Jugendbeschäftigung in den vergangenen Jahren gelungen, die Talfahrt auf dem Lehrstellenmarkt
nachhaltig zu stoppen."
Im Zusammenhang mit der Lehre verwies Marek abschließend auf den in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal auf
ihre Initiative stattfindenden "Tag der Lehre" am 16. Oktober 2008. "An diesem Tag können sich
Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern österreichweit auf zahlreichen Events über die umfangreichen
Berufschancen durch eine Lehre informieren. Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Wirtschaft werden wir ein starkes
Signal für die Qualität in der Lehre setzen, denn schließlich sind die Lehrling von heute, die
nachgefragten Facharbeitskräfte von morgen." Außerdem werde an diesem Tag heuer erstmals auch der
Staatspreis "Beste Lehrbetriebe - Fit for Future" verliehen, mit dem im Bereich der Lehrlingsausbildung
besonders erfolgreiche Unternehmen "vor den Vorhang" gebeten werden. |