Die Entwicklung der Fremdwährungs-Ausleihungen und Zinssätze
im Oktober 2008
Wien (oenb) - Das Gesamtvolumen an Fremdwährungsausleihungen an Nicht-MFIs im Inland sank wechselkursbereinigt
gegenüber September um 0,6 Mrd EUR (bzw. 1,0%) auf 57,2 Mrd EUR. Der Bestand an EUR-Ausleihungen sank im selben
Zeitraum deutlich um 2,6 Mrd EUR (oder 1,1%) auf ein aushaftendes Gesamtvolumen von 248,8 Mrd EUR.
Die stärksten Veränderungen bei den Fremdwährungs-Ausleihungen fanden im Oktober 2008 in Schweizer
Franken (CHF) statt. Gegenüber dem Vormonat gab es in diesem Segment wechselkursbereinigt einen Rückgang
um 0,4 Mrd EUR bzw. 0,7% (hievon entfielen 0,3 Mrd bzw. 0,8% auf den Sektor private Haushalte). Im Vorjahresvergleich
konnte wechselkursbereinigt allerdings noch eine Zunahme von rund 2 Mrd EUR bzw. 4,2% der CHF-Ausleihungen verzeichnet
werden.
Die Ausleihungen in japanischen Yen (JPY) sanken transaktionsbedingt um 0,1 Mrd EUR (bzw. 1,1%), gegenüber
dem Vorjahr konnte wechselkursbereinigt allerdings noch ein prozentueller Zuwachs von 18,8% beobachtet werden.
Klammert man die Wechselkurseffekte aus, gab es bei den USD-Ausleihungen (Stand Oktober 2008: 3,7 Mrd EUR) gegenüber
dem Vormonat keine Veränderung.
Trotz der oben beschriebenen rückläufigen Tendenz konnte im Oktober beobachtet werden, dass zumindest
manche Banken noch Fremdwährungskredite neu vergaben. Allerdings stieg der Zinssatz gegenüber den Vormonaten
stark an. Im Neugeschäft wurden CHF-Kredite im Durchschnitt gegenüber dem Vormonat um 0,44 %-Punkte teurer
– der Durchschnittszinssatz lag bei 4,20%. Der entsprechende Zinssatz für JPY-Kredite stieg gar um 0,50 %-Punkte
auf 2,44%.
Aber nicht nur im Fremdwährungsbereich, sondern auch im Euro-Kundengeschäft stiegen die Zinssätze
im Oktober trotz der EZB-Leitzinssenkung (um 0,50 %-Punkte auf 3,75% – mittlerweile folgten noch zwei weitere Schritte
auf 2,50%) – teilweise noch sehr deutlich – an. So verteuerten sich Unternehmenskredite gegenüber dem Vormonat
– je nach Kredithöhe – um 0,32 %-Punkte (bis 1 Million Euro) bzw. 0,23 %-Punkte (über 1 Million Euro)
auf 5,99% bzw. 5,60%. Auch Wohnbaukredite wurden erneut teurer (der Zinssatz stieg um 0,08 %-Punkte auf 5,62%).
Allerdings gab es nicht nur im Kreditbereich Anstiege zu verzeichnen, auch Sparer profitierten von den höheren
Zinssätzen. Bei kurzfristig gebundenen Spareinlagen (Laufzeit bis 1 Jahr) stieg der Durchschnittszinssatz
gegenüber dem Vormonat um 0,34 %-Punkte auf 4,78%. |