Für die Fußballeuropameisterschaft 2012 müssen noch etliche Infrastrukturprojekte
realisiert werden - viele Chancen für Austro-Unternehmen
Wien (pwk) - "Der polnische Bausektor wird sich weiterhin robust entwickeln, weil einerseits viele
Großprojekte bereits in Bau sind und andererseits ein Großteil der finanziellen Mittel zur Umsetzung
von Bau- und Infrastrukturprojekten nicht aus privaten Quellen kommen, sondern von der öffentlichen Hand und
von der Europäischen Union, die bis 2013 etwa 67 Mrd. Euro in Polen investieren wird", berichtet Ernst
Kopp, österreichischer Handelsdelegierter in Warschau.
Um österreichischen Unternehmen die Möglichkeiten am polnischen Baumarkt näher zu bringen, veranstaltete
die Außenhandelsstelle Warschau gemeinsam mit ihrem Marketingbüro in Krakau und der Außenwirtschaft
Österreich (AWO) der WKÖ eine Marktsondierungsreise zum Thema "Bauprojekte in Polen" in die
EM-Austragungsstädte Breslau und Posen. Polen ist gemeinsam mit der Ukraine der Austragungsort der nächsten
Fußball-Europameisterschaften im Jahr 2012. "Für die erfolgreiche Durchführung des sportlichen
Großereignisses sind aber noch zahlreiche substantielle Investitionsprojekte zu realisieren", sagt Kopp.
So umfaßt der geplante Autobahnausbau ca. 900 km, weiters werden zahlreiche Eisenbahnstrecken erneuert und
acht Flughäfen modernisiert. Bestehende Stadien und Sportstätten werden um- und ausgebaut sowie drei
Stadien neu errichtet. Auch der unterentwickelte Hotelsektor wird sich kontinuierlich weiterentwickeln, um die
Bettennachfrage befriedigen zu können. Die im Rahmen der Internationalisierungsoffensive "go-international"
organisierte Marktsondierungsreise ermöglichte den österreichischen Teilnehmern einen Überblick
über die Großinvestitionsprojekte, die Polen in Vorbereitung auf die Fußballeuropameisterschaft
durchführt und zeigte Kooperationsmöglichkeiten für auf.
"Österreichs Firmen sind bereits sehr gut auf dem polnischen Markt aufgestellt", sagt Kopp und nennt
einige Beispiele: 2008 kündigte der Ziegelproduzent Wienerberger die Errichtung je eines neuen Werkes in den
Provinzen Swietokrzyskie und Niederschlesien sowie den Ausbau bestehender Produktionsstätten an. Im Immobilienbereich
schloß der Developer Warimpex an den Erfolg des ersten Designhotel Krakaus, das andel's Krakow, an und realisierte
das zweite andel's Hotel in Lodz, welches im Frühjahr 2009 eröffnet werden soll. Weiters kündigte
das Unternehmen die Errichtung eines neuen Luxus-Bürokomplexes in Warschaus Innenstadt sowie Expansionen mit
Vier- und Fünfsternhotels und einer Budgethotelkette mit 25-30 Hotels in diversen polnischen Städten
an. Bereits im Bau ist der derzeit größte Business Park Polens, der Poleczki Business Park im Süden
Warschaus, ein 50:50 Joint Venture Projekt von UBM und CA Immo, bei dem Porr als Generalunternehmer auftritt. Auf
knapp 20.000m2 Fläche werden Büros, ein Hotel, Lager, sowie Einzelhandels- und Gastronomieobjekte errichtet.
Andere Entwickler wie Immorent, Raiffeisen Evolution und die Investkredit-Tochter Europolis vergrößern
ihre Polen-Portfolios ebenfalls kontinuierlich. Im Straßenbau erhielt die Strabag im Herbst des Vorjahres
als Führerin eines Konsortiums den Auftrag zum Bau der Umfahrung Wroclaw in Polen in Höhe von über
500 Mio. Euro, wovon rund 70% anteilig auf den Strabag-Konzern entfallen.
Was die bilateralen Handelsbeziehungen betrifft, profitierten österreichische Unternehmen von der positiven
polnischen Wirtschaftsentwicklung. Das zweite Halbjahr 2008 sah eine Expansion des Handelsvolumens und insbesondere
der österreichischen Ausfuhren, die im Gesamtjahr um rund 9,5% zulegen und einen Gesamtwert von etwa 3,3 Mrd.
Euro erreichen sollten. |