Österreichische Bischöfe eröffneten mit Aschermittwochgottesdiensten
die 40-tägige Vorbereitungszeit auf Ostern
Wien (pew) - "Die Fastenzeit ist eine Schule des Herzens", betonte Kardinal Christoph Schönborn
beim Aschermittwochgottesdienst im Stephansdom. In den 40 Tagen der Vorbereitungszeit auf Ostern gehe es darum,
"barmherzig zu werden wie Gott barmherzig ist" und Gott zu bitten, die Verhärtungen des Herzens
aufzubrechen. Dies könne mitunter auch durch Prüfungen geschehen. In diesem Zusammenhang ging der Wiener
Erzbischof auch auf die "Prüfungen" der Kirche in den letzten Wochen ein: "Sie waren nicht
umsonst, wenn unsere Herzen offener geworden sind".
Es sei "tragisch", wenn die Menschen in ihren Beziehungen in Ehe, Familie oder im Beruf hartherzig werden,
erinnerte der Kardinal. Die Alltagssprache sage deutlich, dass ein "hartherziger" Mensch eine Katastrophe
ist. Aber auch die Weichherzigkeit, der es an Festigkeit fehlt, sei ein Mangel. Jesu Herzlichkeit sei alles eher
als "harmlos, naiv oder unbedarft": "Wir sollen um ein festes Herz beten, um ein gerades und mutiges
Herz".
Schönborn rief die Gläubigen zum Fasten, Almosengeben und Beten auf. Nur durch das Gebet bleiben die
Herzen der Menschen erreichbar für die Not anderer und die leisen Töne Gottes, unterstrich der Wiener
Erzbischof: "Was in der Kirche lebt, das lebt aus dem Gebet. Durch die Beter bleibt die Kirche offen und lebendig".
Beim Almosengeben gehe es darum, ohne "Seitenblicke" das Gute im Verborgenen zu tun, sagte Kardinal Schönborn.
Tagtäglich geschehe ohne viel Fragen, ohne auf Anerkennung zu schauen, ungeheuer viel Gutes. Es beginne damit,
Zeit, Zuwendung, ein Lächeln zu schenken.
In der Fastenzeit gehe es aber auch um einen spürbaren Verzicht, nicht nur beim Essen. Der Verzicht könne
sich auch auf die Nutzung von TV und Internet - "und auf manches unnütze Wort" - beziehen. |