Gratis-Eintritt für Kinder und Jugendliche in Bundesmuseen fixiert, Schwerpunkt auf Kunstmuseen
Wien (bmukk) - Die Verteilung der zusätzlichen 8,5 Millionen Euro pro Jahr Basisabgeltung für
die Bundesmuseen ist erfolgt. Die Verteilung sichert die erfolgreiche Arbeit der Bundesmuseen und der Nationalbibliothek
- der Sammlung Österreich - ab und setzt einen klaren Schwerpunkt auf die Kunstmuseen und die Kunst der Gegenwart.
Vor allem aber wurde im Rahmen der Gespräche über die Verteilung der zusätzlichen Mittel mit den
Museumsdirektoren und ihren Kuratoriumsvorsitzenden eine wichtige Vereinbarung getroffen: Der generelle Gratis-Eintritt
für Jugendliche bis zum 19.Lebensjahr in den sieben Bundesmuseen und der Nationalbibliothek ab dem 1.Jänner
2010 ist fixiert. Eine Abgeltung der bisherigen Eintrittsgelder für das Pilotjahr 2010 wurde mit jedem Museum
vereinbart. Insgesamt wird auf Basis der bisherigen Besucherzahlen von Kindern und Jugendlichen ein Gesamtbetrag
von 3,1 Millionen Euro pro Jahr im Rahmen der Basisabgeltung aufgeteilt. Der Erfolg dieser Maßnahme wird
evaluiert.
Durch die abgeschlossenen Vereinbarungen wird ein zentrales Anliegen für die Kinder und Jugendlichen unseres
Landes umgesetzt. Kinder sollen dadurch für Kultur begeistert werden und Wissen besser vermittelt bekommen.
Speziell für Schulklassen bedeutet dieses Angebot einen zentralen Schritt. Und vor allem: Familien mit Kindern
werden durch den Gratis-Eintritt auch finanziell entlastet.
"Mit der Fixierung des Gratis-Eintritts für Kinder und Jugendliche in unsere Bundesmuseen und der Nationalbibliothek
setzen wir einen historischen Schritt für die Menschen in diesem Land. Diese kulturpolitische Maßnahme
ermöglicht Familien, Schulklassen und allen jungen Menschen den uneingeschränkten Zugang zu Kultur. Ich
bin davon überzeugt, dass dadurch Kunst und Kultur einen noch höheren Stellenwert im Leben der Menschen
in unserem Land erhalten wird", so Kulturministerin Claudia Schmied zu den Vereinbarungen zum Gratis-Eintritt.
Die Verteilung der zusätzlichen Basisabgeltung bringt neben der Absicherung der erfolgreichen Arbeit aller
Bundesmuseen und der Nationalbibliothek sowie dem Gratis-Eintritt vor allem einen klaren Schwerpunkt auf die Kunstmuseen
und die Kunst der Gegenwart. Speziell die Nachwuchsförderung und die Internationalisierung sollen durch die
Mittelverteilung gestärkt werden. Initiativen wie "Artists in Residence"-Programme und Vermittlungsinitiativen
im internationalen Bereich sind ein spezielles Anliegen.
"Mit 8,5 Millionen Euro hat die Bundesregierung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein klares Bekenntnis
zu unseren Museen und deren hervorragender Arbeit auf international höchstem Niveau abgelegt. Durch diese
zusätzlichen Mittel kann der weltweit beachtete und erfolgreiche Weg unserer Museen konsequent weitergeführt
werden", so Kulturministerin Claudia Schmied zur Aufteilung der Basisabgeltung.
Die Verteilung - auch für das bereits laufende Jahr 2009 - der Basisabgeltung auf die einzelnen Museen und
die Nationalbibliothek pro Jahr:
Albertina
Bisherige Basisabgeltung: 5,869 Mio. Euro
Erhöhung: 1,815 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 7,684 Mio. Euro
Die Albertina hat in den vergangenen Jahren einen Quantensprung in ihrer Entwicklung gemacht. Das historisch bedingt
unterdotierte Museum hat sein Angebot durch neue Ausstellungsräume und zahlreiche Initiativen enorm erweitert.
Nachdem eine Erhöhung bei der Verteilung der Basisabgeltung 2008 nicht möglich war, ist die jetzige Erhöhung
durch die zahlreichen Aktivitäten umso gerechtfertigter.
Belvedere
Bisherige Basisabgeltung: 6,207 Mio. Euro
Erhöhung: 0,7 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 6,907 Mio. Euro
Das Belvedere soll durch diese Erhöhung in seinem erfolgreichen Weg der Präsentation österreichischer
- speziell zeitgenössischer - Kunst unterstützt werden. Auch das Programm "Augarten Contemporary"
soll durch diese Erhöhung nachhaltig abgesichert und auch finanziell für das 20er Haus vorgesorgt werden.
Kunsthistorisches Museum (KHM)
Bisherige Basisabgeltung: 22,079 Mio. Euro
Erhöhung: 1,7 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 23,779 Mio. Euro
Das Kunsthistorische Museum und die angeschlossenen Häuser stehen vor Strukturreformen. Die notwendige Erhöhung
der Mittel für die kommenden zwei Jahre soll der neuen Geschäftsführung Raum für Initiativen
und auch einen Schwerpunkt auf die Ansprache neuer Besucherschichten, die Steigerung der Attraktivität des
Hauses und die Erhöhung der Besucherzahlen ermöglichen.
Museum für angewandte Kunst (MAK)
Bisherige Basisabgeltung: 8,498 Mio. Euro
Erhöhung: 1,1 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 9,598 Mio. Euro
Durch die Erhöhung der Basisabgeltung des MAK soll vor allem eine noch bessere Präsentation der Sammlungsbestände
und von zeitgenössischem Kunstschaffen - etwa im Rahmen des Projekts CAT - ermöglicht werden. Auch internationale
Initiativen wie das "Artists in Residence"-Programm in den Schindler Häusern in Los Angeles sollen
durch die Erhöhung gestärkt werden.
Museum moderner Kunst (MUMOK)
Bisherige Basisabgeltung: 7,375 Mio. Euro
Erhöhung: 1,35 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 8,725 Mio. Euro
Durch die Erhöhung soll ein klarer Schwerpunkt auf die nationale und internationale zeitgenössische Kunst
gelegt werden. Auch wird eine Verstärkung von internationalen Initiativen zur Vermittlung zeitgenössischer
österreichischer Kunst im Ausland forciert
Naturhistorisches Museum (NHM)
Bisherige Basisabgeltung: 12,739 Mio. Euro
Erhöhung: 1 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 13,739 Mio. Euro
Die Erhöhung für das NHM sichert den erfolgreichen Betrieb des Hauses ab und schafft gute Rahmenbedingungen
für die bevorstehenden personellen Veränderungen.
Technisches Museum (TMW)
Bisherige Basisabgeltung: 11,266 Mio. Euro
Erhöhung: 0,285 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 11,551 Mio. Euro
Das TMW ist gut aufgestellt und kann durch die vorhandenen Mittel seinen Weg weiterverfolgen. Speziell die vorbildliche
Vermittlungsarbeit - etwa nach dem "Hands on"-Prinzip - soll weitergeführt werden.
Österreichische Nationalbibliothek
Bisherige Basisabgeltung: 22,478 Mio. Euro
Erhöhung: 0,550 Mio. Euro
Basisabgeltung NEU: 23,028 Mio. Euro
Die erfolgreiche Arbeit der Nationalbibliothek wird fortgesetzt. Durch die Erhöhung soll ein weiterer wichtiger
Beitrag zur Etablierung des Literaturmuseums geleistet werden.
"Durch die Erhöhung der Basisabgeltung sichern wir die erfolgreiche Arbeit unserer Bundesmuseen ab und
ermöglichen neue Initiativen für den Kulturstandort Österreich. Unabhängig davon sind die großen
Bauinvestitionen - speziell die Kunstkammer des KHM und der Tiefspeicher der Nationalbibliothek - natürlich
nicht aus der Basisabgeltung zu finanzieren. Ich habe daher mit dem Finanzminister Kontakt aufgenommen, um für
diese Projekte Sondermittel für Infrastrukturmaßnahmen zu erhalten", so Claudia Schmied abschließend.
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