Wien (bgf) - Gesundheitsminister Alois Stöger trat am 07.07. am Rande des Treffens der EU-Gesundheitsminister
im schwedischen Jönköpling für die "klarere Kennzeichnung von Lebensmitteln, insbesondere im
Gastro- und Gemeinschaftsverpflegungsbereich" ein. Gesundheitlich seien die am Markt befindlichen Produkte
wie die aktuell thematisierten "Kunstkäse" und "Schummelschinken" unbedenklich. Die Konsumentinnen
und Konsumenten hätten jedoch das Recht klar erkennen zu können, was auf ihrem Teller landet. Stöger
setzt sich daher für EU-weit einheitliche Begriffe ein, die "der Sensibilität der Verbraucher"
bei bestimmten Lebensmitteln entsprechen.
Während der geschützte Begriff "Käse" jedenfalls garantiere, dass es sich um ein Milchprodukt
handelt, dürfe in "Wurstprodukten" grundsätzlich alles enthalten sein, was der Gesundheit nicht
schade. In Österreich festgelegt sei, dass "Schinken" keine Stärke enthalten dürfe. Dh
die derzeitige Diskussion über "Schummelschinken" fokussiere auf (zumeist minderwertige) Fleischprodukte.
So wie etwa der "Toastblock" kein reiner Schinken sei und das Wort deshalb auch nicht im Namen trage.
Nachdem bereits seit Februar schwerpunktmäßig Proben von sogenanntem "Kunstkäse" gezogen
und untersucht wurden, läuft seit Montag auch eine Schwerpunktaktion zum sog. "Schummelschinken"
in der Gastronomie. Die Lebensmittelaufsichtsbehörden der Länder wurden vom Ministerium angewiesen Proben
zu ziehen, damit "wir einen noch besseren Überblick über die Situation in Österreich bekommen",
so der Minister. Im Rahmen der Schwerpunktaktion zu den Käseprodukten wurden 30 Proben gezogen. Bei acht Proben
wurde Fremdfett nachgewiesen, dieses sei jedoch auch in der Zutatenliste entsprechend vermerkt. Dennoch sei nun
noch zu prüfen, ob trotzdem eine Irreführung vorliege.
Wichtig sei in diesem Zusammenhang, dass die in Österreich für Lebensmittelbezeichnungen zuständige
Codexkommission neue und eindeutige Begriffe und Beurteilungsgrundsätze für Kunst- oder Analogkäse
erarbeite. Damit werde den Lebensmittelgutachtern die Einstufung erleichtert. Stöger erklärte, bereits
eine entsprechende Arbeitsgruppe eingerichtet zu haben, die über den Sommer an einer Lösung feile. An
seinen Ministerkollegen Berlakovich richtete der Gesundheitsminister den Appell, sich in der EU für eine Änderung
der Vermarktungsnorm einzusetzen. Er selbst habe bezüglich der in Vorbereitung befindlichen EU-Informationsverordnung
die Vereinheitlichung der Begriffe angeregt, unterstrich Stöger. |