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Positive Wirtschaftsprognose |
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erstellt am
11 11. 09
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Pröll
und Mitterlehner: "Österreich-Vorsprung gehalten - erwarten erstes Wachstum 2010"
Finanz- und Wirtschaftsminister wollen zurück zu echtem Wachstum - künstliche
Stimulierung kann nicht Dauerzustand sein
Wien (bmf/bmwfj) - Finanzminister Josef Pröll und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner
zogen am 11.11. bei der Pressekonferenz "Krise meistern, Wirtschaft stärken, Menschen helfen" Bilanz
über ein Jahr erfolgreichen Kampf gegen die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise.
"Gemeinsam haben wir den Abschwung der Wirtschaft in Österreich erfolgreich gebremst. Obwohl die Prognosen
zu Anfang des Jahres deutlich schlechter waren, stehen wir heute eindeutig besser da als andere Länder",
betonten Pröll und Mitterlehner. Während im EU-Durchschnitt ein Wirtschaftsrückgang von minus 4,1
Prozent für 2009 zu erwarten ist, sind es in Österreich -vergleichsweise nur minus 3,7 Prozent. Gleichzeitig
wird 2010 für die EU ein Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent und für Österreich von 1,1 Prozent
prognostiziert. Dazu Pröll: "Selbst in dieser schwierigen Zeit haben wir einen Österreich-Vorsprung
halten können. Wir werden weiter mit ganzer Kraft daran arbeiten, dass sich im Schlüsseljahr 2010 das
zarte Pflänzchen Aufschwung positiv entwickelt." Ziel sei es, die Grundlagen für echtes und gesundes
Wachstum zu legen: "Künstliche Stimulierung darf nicht zu Dauerzustand werden."
Auch Wirtschaftsminister Mitterlehner betonte den positiven Effekt der Konjunkturpakete: "Trotz einer ungünstigen
Ausgangslage mit einer starken Exportverflechtung, einem großen automotiven Sektor sowie dem hohen Engagement
in Osteuropa, hat sich die Position Österreichs relativ verbessert." Das Erfolgsgeheimnis sei gewesen,
dass die Regierung die Finanzierung der Betriebe über maßgeschneiderte Kredite und Haftungen gesichert
sowie zugleich den Inlandskonsum kräftig angekurbelt habe - etwa über die Steuerreform, die Ökoprämie
und die thermische Sanierung. "Derzeit sind wir sehr gut für die nächsten harten Monate gerüstet,
auch wenn für ein kräftiges Wachstum noch viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen sind", betonte
Mitterlehner. Künftig gehe es darum, die in vielen Bereichen bereits eingeleitete Umstrukturierung weiter
zu unterstützen sowie neue Exportmärkte zu erschließen und innovative Produkte zu entwickeln. "Die
Zukunft liegt in der Ökoinnovation, wo österreichische Unternehmen schon heute einen Technologievorsprung
haben. Entsprechende Forschungsprogramme werden verstärkt unterstützt", so Mitterlehner.
Die von der Regierung beschlossenen Unterstützungspakete für den heimischen Arbeits- und Wirtschaftsstandort
seien jedenfalls noch nicht ausgeschöpft, so Pröll. "Wir sind für das Schlüsseljahr 2010
gut gerüstet, weil die Unterstützungsmaßnahmen wie beispielsweise die Haftungen durch das Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz
oder das Bankenpaket noch nicht ausgeschöpft sind - auch die Steuerreform 2009 wird erst 2010 in vollem Umfang
wirksam. Wir haben in Österreich kraftvoller, stärker und schneller als in anderen Ländern geholfen
- beispielsweise wird erst jetzt in Deutschland über eine Steuerreform gesprochen." Das sei, so der Finanzminister,
ein wesentliches Element zur Wirtschaftsstärkung in Österreich gewesen, denn "der Privatkonsum ist
absolut stabil geblieben und hat sich als fester Anker in der Krise erwiesen."
Angesprochen auf die Forderung nicht ausgeschöpftes Geld aus dem Bankenpaket zur Schaffung neuer Arbeitsplätze
umzuschichten sagte Finanzminister Pröll: "Wer so etwas fordert missversteht Grundsätzliches. Jeder
Euro, der nicht ausgegeben wird verursacht weniger Schulden und spart den Steuerzahlern Geld. Außerdem kann
die Politik keine Arbeitsplätze schaffen, sondern nur durch die bestmöglichen Rahmenbedingungen der sozialen
Marktwirtschaft Arbeitsplätze sichern und ausbauen. Wir wollen den Weg ebnen, zurück zu einem gesunden
und echten Wachstum und nicht ein künstliches und durch Staatsintervention gestütztes Wachstum zementieren.
Hier mahne ich schon ein gewisses Grundverständnis für Wirtschaft ein." |
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Matznetter ortet Differenzen in der ÖVP über weitere Konjunkturmaßnahmen
"Vernünftigere Position bezieht der Wirtschaftsminister"
Wien (sk) - "Während Pröll versucht, weitere Konjunkturmaßnahmen zu verhindern,
will sein Parteikollege Mitterlehner bereits bestehende Konjunkturmaßnahmen evaluieren, bevor über neue
nachgedacht werden soll. Welches Wort gilt nun?", kommentierte Christoph Matznetter, SPÖ-Wirtschaftssprecher
und Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV), aktuelle Aussagen von Finanzminister Pröll
und Wirtschaftsminister Mitterlehner. In diesem Zusammenhang mahnte Matznetter erneut ein, dass die Wirtschaftskrise
erst vorbei sei, wenn die Arbeitslosigkeit sinke und sich die Wirtschaft ohne künstliche Stimulationen wieder
positiv entwickle: "Daher werden weitere Maßnahmen für die Konjunkturbelebung notwendig sein",
so der SWV-Präsident.
"Die vernünftigere Position bezieht der Wirtschaftsminister", so Matznetter, der außerdem
betonte, dass ein "unreflektiertes Ausschließen von weiteren Konjunkturpaketen, wie das Pröll macht,
aus wirtschaftspolitischer Sicht nicht der richtige Weg ist". Mitterlehner solle daher seinen Parteiobmann
Pröll zur Vernunft rufen, um mit der notwendigen Sachlichkeit in der Bundesregierung über nächste
Schritte zur Stärkung der Konjunktur nachzudenken.
Ein solcher Schritt sollte aus Sicht Matznetters die Fortsetzung der thermischen Sanierung sein. "Hier ist
eine Weiterführung sinnvoll. Im Sinne der von Mitterlehner vorgeschlagenen Evaluierung sollte man aber überlegen,
anstatt des Prämienmodells ein kostengünstiges und langfristiges Finanzierungsmodell einzuführen,
damit sich auch ärmere Haushalte die thermische Sanierung leisten können." |
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Tumpel: "Drittes Arbeitsmarktpaket muss her"
Die Krise ist noch nicht bewältigt. Beschäftigung muss Maßstab sein
Wien (ak) - "Ein 1-Prozent-Wachstum ist noch kein Aufschwung", sagt AK Präsident Herbert
Tumpel zur Pressekonferenz von Finanzminister Josef Pröll und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. "Das
reicht nicht, um die dringend gebrauchten neuen Arbeitsplätze zu schaffen." Denn auch nach den aktuellen
Prognosen wird Österreich auch 2011 den Rückgang des BIP in der Rezession 2009 nicht aufgeholt haben.
"Dass die Arbeitslosigkeit voraussichtlich noch weiter steigen wird, sollte genügend Motivation für
den Finanzminister sein, sich nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Jetzt muss rasch ein drittes Arbeitsmarktpaket
zur Abfederung der Arbeitslosigkeit in Gang gebracht werden", fordert Tumpel. "Der Maßstab für
eine gelungene Bewältigung der Krise muss sein, dass die Menschen wieder Arbeit haben, von der sie leben können.
Allein eine schwache Konjunkturbelebung ist zu wenig."
Deshalb sind jetzt weitere Maßnahmen zur Stärkung der Binnennachfrage sowie in der Arbeitsmarktpolitik
das Gebot der Stunde. "Mit stellt sich die Frage der sozialen Gerechtigkeit, wenn einerseits die Banken bereitwillig
mit Haftungen in Milliardenhöhe gestützt werden, während der Finanzminister bei der Arbeitsmarktpolitik,
die nur einen Bruchteil dieser Beträge ausmachen, auf der Bremse steht. Ein drittes Arbeitsmarktpaket muss
deshalb weitere Maßnahmen zur Absicherung von Beschäftigungsverhältnissen und verstärkt Maßnahmen
zur Unterstützung des Einstieges in den Arbeitsmarkt bieten. Außer-dem muss konsequent an der Verhinderung
dauerhafter Arbeitslosigkeit gearbeitet werden. Und schließlich gilt es, die Umsetzung der bedarfsorientierten
Mindestsicherung auch arbeitsmarktpolitisch zu begleiten und zu unterstützen.
Außerdem fordert die AK weitere Maßnahmen zur Stärkung der Binnennachfrage. Gerade das Vorziehen
der Steuerreform, die ja erst von den Arbeitnehmervertretern durchgesetzt werden musste, macht deutlich, dass wir
ohne solche Maßnahmen einen stärkeren Einbruch gehabt hätten. Im Rahmen der Energiestrategie Österreichs
fordert die AK weitere Förderungen der thermischen Gebäudesanierung, die sich sowohl in punkto Beschäftigungsförderung
als auch in Sachen Klimaschutz bewährt hat.
Deshalb fordert die AK:
- Die Anhebung des Arbeitslosengeldes auf das Niveau in der EU, in einem ersten Schritt auf eine Nettoersatzrate
von 60 Prozent sowie Verbesserungen bei der Notstandshilfe durch Wegfall der Anrechnung des Partnereinkommens
- Die Förderung zusätzlicher Beschäftigung im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich
und für Arbeitssuchende, die nach Absolvierung einer besonders theorieorientierten Ausbildung keinen ungeförderten
Arbeitsplatz finden.
- Den Ausbau der Bildungskarenz zu einer Bildungsteilzeit mit Anspruch auf Teilbildungsgeld.
- Die Verteuerung von regelmäßig geleisteten Überstunden für die Arbeitgeber mit dem Ziel
der Förderung von Neueinstellungen. + Neue Fördermodelle zur Erhöhung der Beschäftigungschancen
von Personen mit erheblichem Risiko zu dauerhafter Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt.
Zur Stärkung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage fordert die AK:
- + Ein Programm zur Ko-Finanzierung von Investitionen der Städte und Gemeinden. Es besteht ein großer
Nachholbedarf an Infrastruktur für kommunale Dienstleistungen.
- Außerdem sollen Maßnahmen zur Erhöhung der Energie-Effizienz, wie etwa eine Ausweitung der
Förderung der thermischen Sanierung, jetzt beschlossen werden, damit die Fördermaßnahmen rechtzeitig
greifen.
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Kaske: Außer Inszenierung nichts gewesen
ÖVP hat viel für die Banken übrig, wenig für ArbeitnehmerInnen
Wien (vida/ögb) - "Nichts Neues, sondern eine Inszenierung, die der bisherigen Klientelpolitik
der ÖVP treu bleibt", so fasst ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske die Aussagen
von Vizekanzler Pröll und Wirtschaftsminister Mitterlehner aus ihrer Pressekonferenz zusammen. "Rufen
die Banken um eine Verlängerung des Hilfspakets, ist das kein Problem, brauchen die ArbeitnehmerInnen Hilfe,
schreit der Finanzminister, das sei verzerrende Staatswirtschaft", kritisiert Kaske und erneuert die Forderung
des ÖGB nach einem dritten Arbeitsmarktpaket.
Die Forderung des ÖGB nach einem dritten Arbeitsmarktpaket sei wirtschaftspolitisch sinnvoll und für
die Menschen in diesem Land wichtig. "Die beiden Minister haben selbst in ihrer Pressekonferenz die Kaufkraft
im Inland als die wichtigste Stütze der Wirtschaft in der aktuellen Krise bezeichnet. Damit diese Stütze
auch 2010 weiter erhalten bleibt, braucht es beschäftigungssichernde Maßnahmen und eine Verbesserung
der Absicherung bei Arbeitslosigkeit", so Kaske. Denn ein Ende des Anstiegs der Arbeitslosigkeit sei laut
ExpertInnen 2010 nicht in Sicht.
Deshalb fordert Kaske eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf das EU-Niveau von 64 Prozent des vorhergehenden
Einkommens. "In einem ersten Schritt verlangen wir die Anhebung von derzeit 55 Prozent auf zumindest 60 Prozent."
Auch die Notstandshilfe müsse durch Wegfall der Anrechnung des Partnereinkommens verbessert werden.
Zusätzlich sei es nötig, jetzt in zukunftsträchtige Arbeitsplätze zu investieren. "Dazu
gehören neben den von Wirtschaftsminister Mitterlehner erwähnten Umweltschutz-Technologien auch Investitionen
in die Bildung sowie in das Sozial- und Gesundheitswesen", so Kaske. Aufgrund der Alterung der Bevölkerung
sei absehbar, dass der schon jetzt vorhandene Mangel an Pflegekräften weiter steigen werde. Im Rahmen eines
Arbeitsmarktpakets müsse auch kurzfristig in den Ausbau des Pflege- und Betreuungsangebots sowie in eine Verbesserung
der Arbeitsbedingungen in dem Sektor investiert werden. "Sonst werden selbst jene, die jetzt im Rahmen von
AMS-Maßnahmen für die Pflege und Betreuung geschult werden, bald wieder in andere Branchen wechseln",
fürchtet der Gewerkschafter. |
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Quartalsschätzungen erweisen sich als sehr zuverlässig
Wien (wifo) - Die zur vierteljährlichen Berechnung des Bruttoinlandsproduktes verwendeten Wirtschaftsdaten
treffen großteils mit einiger Verzögerung ein. Dies macht Revisionen vergangener Schätzungen zum
Wirtschaftswachstum erforderlich. In einer Analyse dieser Revisionen erweist sich aber die jeweils erste Schätzung
der BIP-Entwicklung durch das WIFO als weitgehend zuverlässiger Indikator der Wirtschaftsentwicklung in Österreich.
Für die Nachfragekomponenten des BIP fallen die Revisionen meist stärker aus als für das BIP im
Aggregat. Die Verkürzung der Veröffentlichungstermine (von 90 Tagen nach Ablauf eines Quartals auf 70
Tage) wie auch die Einführung von Schnellschätzungen (nach 45 Tagen) hat die Zuverlässigkeit der
Quartalsrechnung nicht negativ beeinflusst.
Um rasch Informationen über die aktuelle Wirtschaftslage bereitzustellen, werden erste Ergebnisse auf noch
unvollständiger Datengrundlage berechnet und teilweise geschätzt. Nach Verfügbarkeit neuer Daten
werden diese Veröffentlichungen revidiert. Bei einem Wirtschaftswachstum laut regulärer Quartalsrechnung
von durchschnittlich 2,41% gegenüber dem Vorjahr (1999/2008) wurden die erstveröffentlichten Werte in
der zweiten Rechnung im Durchschnitt um nur 0,06 Prozentpunkte und in der letzten Veröffentlichung um 0,35
Prozentpunkte nach oben revidiert.
Auch für die zur korrekten Konjunktureinschätzung wichtigen saison- und arbeitstagsbereinigten Werte
zeigt die Analyse keine systematische Über- oder Unterschätzung, der Mittelwert der Revisionen liegt
nahe bei Null. Bei einem mittleren Wachstum von 0,56% gegenüber dem Vorquartal wurde die erste Schätzung
des BIP um durchschnittlich nur 0,03 Prozentpunkte (zweite Schätzung) bzw. +0,07 Prozentpunkte (letzte Veröffentlichung)
revidiert. Das BIP als Gesamtaggregat wurde im Durchschnitt schwächer revidiert als seine Komponenten. Während
die Schätzungen für den privaten Konsum und die Sachgütererzeugung nur wenig korrigiert wurden,
weisen die Zeitreihen für Ausrüstungsinvestitionen und Reiseverkehrsimporte deutlichere Revisionen auf.
Die Vorverlegung des Meldetermins im Jahr 2004 (von 90 Tagen auf 70 Tage nach Ablauf des Quartals) und die Einführung
der Schnellschätzung im Jahr 2005 (45 Tage nach Ablauf des Quartals) beeinträchtigten die Qualität
der Erstveröffentlichung nicht. Trotz des bisher kurzen Beobachtungszeitraums kann die Schnellschätzung
als zuverlässige Vorausberechnung der ersten Veröffentlichung der regulären Quartalsrechnung bezeichnet
werden, sie wurde im Durchschnitt um nur 0,01 Prozentpunkte revidiert. In 11 von 13 Fällen zeigte die Schnellschät-
zung eine Be- oder Entschleunigung des Wirtschaftswachstums, wie sie sich nach Einarbeitung aller Revisionen ergab,
bereits korrekt an. |
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Geschäftsklima in Mittelosteuropa wird zunehmend freundlicher
Direktinvestoren sind für die kommenden sechs Monate deutlich optimistischer hinsichtlich
der Geschäftsperformance ihrer Mittelosteuropa-Beteiligungen.
Wien (ökb) - Rund 400 MOE-Headquarters, die von Österreich aus ihre 1.400 Unternehmensbeteiligungen
in der Region steuern, haben im Oktober 2009 an der mittlerweile elften Erhebung zum Thomson Reuters & OeKB
Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Geschäftsklima
in der Gesamtregion gegenüber der letzten Erhebung im Juli 2009 erneut gebessert hat. Zwischen Juli und Oktober
ist der Geschäftsklima-Indikator um 17 Prozentpunkte auf einen Saldenwert (positive abzüglich negativer
Stellungnahmen) von +10 gestiegen. Er liegt damit erstmals seit einem Jahr wieder im positiven Bereich.
Das deutlich aufgehellte Geschäftsklima ist in erster Linie auf optimistischere Geschäftserwartungen
für die Beteiligungen vor Ort zurückzuführen: Der diesbezügliche Indikator hat sich gegenüber
Juli 2009 per Saldo um 26 Prozentpunkte auf einen Wert von +23 verbessert. Konkret wird für 33 % der Betriebe
von einer besseren Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten ausgegangen, für 10 % der Niederlassungen
wird mit einer schlechteren Performance gerechnet. Im Juli lagen die positiven Geschäftserwartungen noch bei
einem Anteil von 18 %, die negativen Meldungen bei 21 %. Bemerkenswert sind die Oktober-Ergebnisse auch in Bezug
auf die aktuelle Geschäftslage: Zum ersten Mal seit Beginn der Erhebung im Jänner 2007 zeichnet sich
hier ein leichter Aufwärtstrend ab. Obwohl die negativen Meldungen zur derzeitigen Ist-Situation der Betriebe
die positiven geringfügig übersteigen, ist gegenüber der letzten Erhebung ein Anstieg des Indikators
um 7 Prozentpunkte zu beobachten.
Die Talsohle ist erreicht
Nach Ansicht der Direktinvestoren hat die Wirtschafts- und Finanzkrise in Mittelosteuropa ihren Tiefpunkt
bereits zum Jahresanfang 2009 erreicht: Im Jänner rutschten die zukunftsgerichteten Indikatoren, welche die
Erwartungen der Befragungsteilnehmer zur Konjunktur und Geschäftsentwicklung in Mittelosteuropa widerspiegeln,
weit in den negativen Bereich. Nun befinden sie sich jedoch wieder im Aufwärtstrend. Zur Veranschaulichung:
Im Jänner fiel der Konjunkturindikator bzw. der Indikator der Geschäftserwartungen auf einen Tiefstwert
von -59 bzw. -32 Prozentpunkten. Seither hat sich die Stimmung der Direktinvestoren gedreht und kontinuierlich
verbessert, sodass die entsprechenden Indikatoren im Oktober per Saldo wieder positive Werte von 18 bzw. 23 Prozentpunkten
aufweisen. "Die Direktinvestoren signalisierten zu einem sehr frühen Zeitpunkt, dass die Talsohle in
Mittelosteuropa erreicht ist. Es zeichnet sich eine Trendwende ab, selbst wenn aus heutiger Sicht noch nicht klar
ist, wie nachhaltig diese sein wird", ergänzt Direktorin Angèle Eickhoff von der OeKB.
Unterschiedliche Tendenzen bei den beiden jüngsten EU-Mitgliedern
Im Ländervergleich sind besonders die Ergebnisse für die beiden südosteuropäischen
EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien bemerkenswert: Während die Direktinvestoren die aktuelle Geschäftslage
ihrer Niederlassungen in beiden Ländern als in etwa gleich schwierig beurteilen, differenzieren sie bei ihren
Geschäftserwartungen sehr deutlich. So liegt für Bulgarien der Anteil der optimistischen Stellungnahmen
zur Geschäftsentwicklung im nächsten halben Jahr bei 44 % (in keinem anderen Land ist dieser Wert derartig
hoch), der Anteil der negativen Meldungen beträgt 8 %. Bei Rumänien sind die Direktinvestoren hingegen
zurückhaltender. Zwar wird für 30 % der Betriebe vor Ort eine positive Geschäftsentwicklung erwartet,
für 14 % der Niederlassungen sind die Aussichten jedoch negativ. Auch bei den Konjunkturerwartungen sind die
Direktinvestoren gegenüber Bulgarien deutlich optimistischer eingestellt als gegenüber Rumänien,
was u.a. auch auf die derzeitige politische Zerrissenheit des Landes zurückgeführt werden kann.
Überraschende Ergebnisse für Ungarn
Obwohl Ungarn und die Ukraine erneut die Schlusslichter im Geschäftsklima-Länderranking bilden,
zeichnet sich in Ungarn eine vergleichsweise stärkere Aufhellung des Geschäftsklimas ab. Der diesbezügliche
Saldenwert hat sich zwischen Juli und Oktober um 23 Prozentpunkte verbessert. Zum Vergleich: In der Ukraine ist
der Saldenwert nur um 6 Prozentpunkte gestiegen. Zurückzuführen ist diese positive Tendenz in Ungarn
hauptsächlich auf optimistischere Geschäftserwartungen. Der entsprechende Saldo liegt erstmals seit Juli
2008 wieder im positiven Bereich. Auch bei den Konjunkturerwartungen für die kommenden zwölf Monate übersteigen
die positiven Stellungnahmen (26 %) die negativen (24 %), wenn auch nur geringfügig. Dieser vorsichtige Optimismus
könnte auf eine langsame Erholung der Wirtschaft in Ungarn hindeuten.
Krisengeschütteltes Bauwesen
Unter allen Branchen weist aktuell nur das Bauwesen ein negatives Ergebnis beim Geschäftsklima-Indikator
auf. Dies liegt vorrangig an der derzeit schwierigen Geschäftslage der Bauunternehmen in Mittelosteuropa,
die sich - entgegen dem allgemeinen Trend - weiter eingetrübt hat: Im Vergleich zum Juli ist der Indikator
für die aktuelle Geschäftslage auf einen neuen Tiefstwert von -21 Prozentpunkten zurückgegangen.
Konkret wird für 38 % der MOE-Niederlassungen in dieser Branche eine negative Performance gemeldet. Dementsprechend
verhalten sind die Direktinvestoren aus dem Bauwesen auch bei ihren Investitionsstrategien: 81 % der bestehenden
Standorte sollen unverändert beibehalten und nur 11 % vergrößert werden. Darüber hinaus ist
kein einziges Projekt zur Erschließung neuer Märkte in MOE geplant.
Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) basiert auf vierteljährlichen
Primärerhebungen unter rund 400 Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich,
die zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen
der Direktinvestoren zur aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung
in den Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und Investitionsstrategien der Unternehmen
in MOE, Beurteilungen der Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das Mittelosteuropa-Geschäft
und schließlich Einschätzungen zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.Der Thomson Reuters
& OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen
und Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft Frühindikatoren zur Verfügung,
die praxisnahe Aussagen und Prognosen u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.
Über die OeKB
Die Oesterreichische Kontrollbank Aktiengesellschaft (OeKB) ist Österreichs zentraler Finanz- und
Informationsdienstleister für Exportwirtschaft und Kapitalmarkt. Ihre speziellen Services stärken den
Standort Österreich und unterstützen die Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die vielfältigen Dienstleistungen
stehen Unternehmen und Finanzinstitutionen sowie Einrichtungen der Republik Österreich zur Verfügung.
Die OeKB handelt sektorübergreifend, zentral, neutral und in Übereinstimmung mit ihrer Nachhaltigkeitspolitik.
Das 1946 gegründete Spezialinstitut steht im Eigentum österreichischer Banken. |
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Wir übernehmen hier Stellungnahmen aller im Parlament vertretenen
Parteien –
sofern vorhanden! Die Reihenfolge der Beiträge richtet sich in der Regel nach deren
Mandatsstärke im Parlament bzw. nach der Hierarchie der Personen. Die Redaktion
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