Regionaler Arbeitskreis "Schutz für Frauen mit Gewalterfahrung"
trat zum ersten Mal zusammen
Salzburg (lk) - "Der Tennengau soll zur Modellregion werden, wenn es um die Beratung und Betreuung
von Frauen und Kindern in Gewaltsituationen geht", formulierte Frauenreferentin Landeshauptfrau Mag. Gabi
Burgstaller am 02.02. als Ziel des regionalen Arbeitskreises "Schutz für Frauen mit Gewalterfahrungen".
Diese Arbeitsgruppe trat heute auf Einladung von Landeshauptfrau Burgstaller im Ausschusszimmer des Salzburger
Landtags zum ersten Mal zusammen. Anlass für die Einrichtung der breit besetzten Arbeitsgruppe waren die Debatten
über die Zukunft des Gewaltschutzes für Frauen im Tennengau.
In einem ersten Schritt sollten heute die Erwartungen und notwendige zukünftige Aufgabenfelder der regionalen
Tennengauer Einrichtungen zur Gewaltprävention für Frauen und deren Kinder erhoben werden. Burgstaller:
"Als Endergebnis erwarte ich mir von den Expertinnen und Experten einen klaren Weg, wie den Frauen und ihren
Kindern, die von Gewalt betroffen sind, die bestmögliche Versorgung und darüber hinaus eine mittelfristige
Perspektive für ein selbstständiges Leben angeboten werden können. Die bereits bestehenden Angebote
verschiedener Einrichtungen und Vereine sollen zur Erreichung dieses Ziels stärker zusammenarbeiten als bisher."
Landeshauptfrau Burgstaller hat beim heutigen Gespräch einmal mehr klargestellt, dass es das "Haus Mirjam"
auch in Zukunft geben soll. Inwieweit das "Haus Mirjam" auch zusätzliche Aufgaben übernehmen
solle, werde der regionale Arbeitskreis anhand von Stärken-Schwächen-Analysen und der Definition von
Zielsetzungen klären. Dies entspreche auch dem einstimmigen Landtagsbeschluss vom 16. Dezember 2009, in dem
sich alle vier Landtagsfraktionen "für den Bestand und die Weiterentwicklung der Fraueneinrichtung im
Haus Mirjam in Hallein" ausgesprochen haben und mit dem die Landesregierung beauftragt wurde, "bei der
Neukonzeption der Betreuung, Beratung und Versorgung von Frauen und Kindern in Notfällen" diese Einrichtung
wesentlich einzubinden, so Landeshauptfrau Burgstaller.
"Notwendige Veränderungen können nur dann zufriedenstellend umgesetzt werden, wenn sie in einem
breit angelegten und offenen Dialog vorbereitet werden", nannte Landeshauptfrau Burgstaller als Motivation,
diese Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen. Bekanntlich stehen in der Region Tennengau auf Basis der Budgetbeschlüsse
im Salzburger Landtag rund 300.000 Euro für den Schutz von Frauen und Kindern in Gewaltsituationen zur Verfügung.
"Von der Arbeitsgruppe erwarte ich mir konkrete Vorschläge über notwendige Maßnahmen und eine
Reihung der Prioritäten. Es geht dabei um die Frage, ob und in welcher Weise bestehende Institutionen, Vereine
und Einrichtungen intensiver und effizienter als bisher zusammenarbeiten können. Darüber hinaus sollen
Möglichkeiten erörtert werden, Aufgaben neu zu definieren und zu verteilen", erklärte Burgstaller.
An der hochkarätig besetzten Gesprächsrunde der Arbeitsgruppe nahmen unter anderem Vertreterinnen und
Vertreter der Stadtgemeinde Hallein, des Salzburger Gewaltschutzzentrums, des Hauses Mirjam, des Forums Familie
Tennengau, der Kinder- und Jugendanwaltschaft, des Bezirkspolizeikommandos, der Bezirkshauptmannschaft Hallein,
des Vereins Neustart, der Jugendwohlfahrt Hallein, des Regionalverbands Tennengau, des Vereins Männerwelten,
des Zentrums für Zukunftsstudien der Fachhochschule Salzburg und des Vereins Kolping Österreich teil.
Die Vertreterinnen und Vertreter der einzelnen Institutionen und Behörden berichteten dabei umfassend über
die Stärken und Schwächen von Betreuung und Versorgung in der Region.
Darüber hinaus wurden bei der heutigen Gesprächsrunde gemeinsame Vereinbarungen für die Weiterarbeit
der regionalen Arbeitsgruppe getroffen. "Ich bin zuversichtlich, dass die Arbeitsgruppe nach dem heutigen,
aus meiner Sicht sehr erfolgreichen Startschuss konzentriert und engagiert an den Zielen weiterarbeiten wird",
berichtete Burgstaller über ein "sehr konstruktives Klima in der Arbeitsgruppe". "Unser wichtigstes
gemeinsames Ziel ist es, den bestmöglichen Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt zu gewährleisten
bzw. ihnen in derartigen Notfällen die optimale Beratung und Betreuung garantieren zu können", sagte
Burgstaller.
Einzelne Vertreter/innen der Arbeitsgruppe haben heute die Ausarbeitung von Teilbereichen des Gewaltschutzes übernommen,
dazu zählen etwa die Bereiche Kinder und Jugend, Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung, Existenzsicherung
von Frauen, Migrantinnen oder Täterarbeit. Die Arbeitsgruppe, die vom Büro für Frauenfragen und
Chancengleichheit des Landes koordiniert wird, soll bis Mitte des Jahres Ergebnisse vorlegen, wurde heute vereinbart. |