Konferenz in Brüssel zu EU-Förderprojekten für Roma
Brüssel (ec.europa) - Bei der von der Europäische Kommission am 10. und 11. März
in Brüssel organisierten Konferenz stehen von der EU finanzierte Förderprojekte für die Roma und
ihre Kultur im Mittelpunkt. Die Konferenz ist ein Beitrag der Kommission zum Europäischen Jahr zur Bekämpfung
von Armut und sozialer Ausgrenzung.
„Wenn wir von Gleichberechtigung, vom Abbau von Vorurteilen und Misstrauen reden, dürfen wir nicht auf das
Volk der Roma vergessen. Ich hoffe, diese Konferenz wirft ein Schlaglicht auf die Diskriminierung, der viele Roma
ausgesetzt sind, und auf die Projekte der EU, mit denen die Situation in Bereichen wie Bildung, Wohnen und Beschäftigung
verbessert werden soll“, erklärte die für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend zuständige
EU-Kommissarin Androulla Vassiliou.
Bei der Konferenz werden 30 Förderprojekte für Roma präsentiert, die über EU-Bildungs-, Kultur-,
Jugend- und Bürgerschaftsprogramme sowie aus den EU-Strukturfonds finanziert wurden und werden. Hier sind
einige Projektbeispiele: Unternehmerschulungen, gemeinsamer Dialog von Roma und Nicht-Roma, Schulungen für
Lehrkräfte zur Integration von Roma, Unterstützung für Design, Produktion und Vermarktung traditioneller
Roma-Bekleidung.
Die Projekte werden in Workshops diskutiert und in einer Ausstellung sowie einer eigenen Publikation vorgestellt.
Die Ergebnisse der Konferenz fließen in die Vorbereitung des 2. Europäischen Roma-Gipfels ein, der am
8. April 2010 in Córdoba (Spanien) stattfindet.
Bei der Konferenz werden auch drei junge Roma ( Valeria Lakatosova, Dzhevid Mahmud und Violeta Naydenova) über
ihre persönlichen Erfahrungen berichten.
Mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich angemeldet und werden Fragen aus folgenden Bereichen diskutieren:
Schulbildung, soziale Absicherung, Wohnsituation, Jugendprobleme sowie Erhaltung und Förderung der Roma-Kultur.
Die meisten europäischen und internationalen Roma-Organisationen sind vertreten.
Das Volk der Roma, mit Millionen von Angehörigen über viele Mitgliedsländer verstreut, ist eine
der zahlenmäßig größten ethnischen Minderheiten in der EU. Roma sind nicht nur ständig
mit Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung konfrontiert, sondern auch am stärksten von Armut und Arbeitslosigkeit
bedroht. EU-weite und nationale Meinungsumfragen zeigen, dass viele EU-Bürger/innen ein negatives Bild von
Roma haben, das häufig auf Stereotypen und Vorurteilen beruht. Andere ethnische Minderheiten in den EU-Mitgliedsstaaten
leiden unter derselben Situation.
Viele der Schlüsselbereiche für die Integration der Roma – Bildung, Beschäftigung, soziale Integration,
Gesundheitswesen, Gleichstellung der Geschlechter oder Infrastruktur und Städteplanung – fallen überwiegend
oder zur Gänze in nationale Zuständigkeit. Die Kommission unterstützt die Mitgliedsstaaten bei der
Umsetzung von Maßnahmen, die mithilfe von EU-Programmen und –Mitteln die Lage der Roma verbessern sollen.
Da zahlreiche Projektbetreiber/innen bei der Ausstellung anwesend sind, lassen sich Kontakte knüpfen, und
Netzwerke, Schulen, Universitäten, Stadtverwaltungen, Unternehmen, Verbände und NGO können sich
austauschen. |